Schon mal daran gedacht, dass man vielleicht nur die "alten" Probleme hier gegen neue dort eintauscht?
Schon mal daran gedacht, dass nicht alle Menschen Probleme haben und "nur" deshalb auswandern?
Es gibt diverse andere Gründe, für eine Auswanderung. Kleiner Denkansatz für dich an der Stelle. 
Welche wären denn diese Gründe? kannst Du mir bitte einige nennen und meine Unwissenheit erleuchten? Ich bin gerne bereit zu lernen. 
Realistisch ist aber, dass die große Masse, welche Auswandern, das nicht aus irgend welchen idealistischen Gründen machen, sondern weil es ihnen schlecht geht und sie durch das Auswandern eine Verbesserung erhoffen. Das war in der Vergangenheit schon so (z.B. die Auswanderung in die neue Welt in mehreren Wellen in den letzten 500 Jahren) und auch noch Heute. Auswandern bzw. was in extremen Fällen auch Flüchtlingswelle bezeichnet wird, ist genau das gleiche, wie vor hunderten vor Jahren. Die Menschen erhoffen sich durch das verlassen ihrer Heimat, eine Verbesserung ihrer Lebensumstände. Gründe hierfür gibt es viele. Kriege, Hunger, Armut, religiöse Verfolgung, oder auch einfach keine Arbeit.
Gut in dem Zielland mögen sie keine dieser Probleme mehr haben, dafür aber wieder neue. Oft werden sie nicht akzeptiert, diskriminiert oder ausgenutzt. Auch wenn das nicht auf alle zutrifft, so werden Fremde immer noch als solche wahrgenommen und die Eingliederung ist selbst bei sehr liberalen Gemeinschaften durchwachsen.
Das sieht man doch schon alleine hier bei uns wenn Leute zu uns einwandern wollen. Nehmen wir sie wirklich so danken auf? Sind sie wirklich so glücklich hier zu sein? Geht es ihnen wirklich besser? Teilweise ja, teilweise nein. Das ist das was ich eben meine. Die einen Probleme mögen gelöst worden zu sein, doch man hat dann auch wiederum neue. Wer aus einem Kriegsland flüchtet ist hier zwar sicher, findet aber nur schwer Arbeit, muss sich sogar von einigen das Stigma des Sozialschamrozers anhören und die Ausländerfeindlichkeit ist sicherlich auch kein positiver Effekt, den man als Pluspunkt ansehen kann.
Ja, natürlich wenn wir die Luxusvariante ansehen, ein Deutscher wandert in die Schweiz oder nach Skandinavien aus, dann sieht das augenscheinlich anders aus. Aber was ist da so anders? Das ist ein Fall wo Menschen von der gleichen Hautfarbe und vom gleichen Kulturkreis kommend, in den selben Kreis wechseln. Und selbst hier gibt es nicht nur positive Effekte, auch wenn man im Einwanderungsland nicht sofort aus Ausländer auffällt, weil man die gleiche Hautfarbe und die selben gesellschaftlichen Ansichten und Gewohnheiten teilt und man vor allem Geld bzw. Fähigkeiten mitbringt. Die Eingliederung verläuft einfacher, weil sie eben viele Probleme nicht haben, die Einwanderer mit anderer Hautfarbe, Religion, Kultur oder Bildung haben.
Gutes Beispiel sind die USA. Das Einwanderungsland und es steht sogar in ihrer Verfassung und auf dem Sockel ihrer Freiheitsstatue. Aber inzwischen wird jeder Einwanderer als Bedrohung angesehen. Gern gesehen sind nur all jene die genauso aussehen und genauso denken wie sie. Jeder der nur etwas von dem ideal abweicht wird ausgegrenzt und abgelehnt. Und selbst wenn man eingebürgert wird, ist man dann doch nicht sicher, weil man kein "echter" Amerikaner ist. Die Angst vor dem Fremden, Unbekannten ist immer vorhanden und die Angst das von ihm etwas weggenommen wird. (Arbeitsplätze, Wohlstand, Geld) Und diese gleichen Vorurteile finden wir hier bei uns und auch in anderen Ländern. Zwar unterschiedlich ausgeprägt, doch vorhanden ist sie letzten Endes überall.
Aber egal wie gut man sich auch einfügt, viele Auswanderer vermissen dann doch langfristig ihre Heimat und sie finden sich in der fremden Heimat und bilden Kreise und Gemeinschaften, um die alten Traditionen, Sprache und Gebräuche auszuleben. Genauso gibt es auch jene, die eben keinen Erfolg mit dem Auswandern hatten und dann gescheitert zurückkehren. Darum macht es Sinn, das Auswandern nicht nur durch die rosarote Brille zu sehen, sprich nur die Vorteile, sondern genauso auch die negativen Aspekte und es wird mir keiner hier weiß machen wollen, dass es die nicht geben würde.
Darum bin ich der Meinung, dass man das Thema Auswandern nicht so romantisch und einfach ansehen sollte, sondern es realistischer betrachten sollte. Denn die verklärte Sichtweise, einfach auszuwandern und alle Probleme lösen sich auf und man lebt wie im Schlaraffenland ist irrational, diese Erfahrungen haben schon viele unsere Vorväter in der Vergangenheit selbst erlebt und erleben auch noch viele Auswanderer hier bei uns und in Europa. Natürlich kann es so klappen, keine Frage, aber die Zahl jener, die Scheitern ist leider auch sehr groß und das sollte man nicht unter den Teppich kehren. Darum sollte man sich auch all den negativen Punkte bewusst sein und sich sicher sein, ob man damit klar kommen würde und es sich wirklich lohnt, sich dieser auszusetzen.