Die zweite Staffel der Netflix Adaption hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Einerseits merkt man, wie viel Mühe sich die Schauspieler geben, ihre Rollen authentisch rüberzubringen und man spürt, dass die Kernessenz der Vorlage respektiert wird, was ich super finde.
Trotzdem gibt es auch Punkte, die mich enttäuscht haben. Ein Kritikpunkt für mich sind die Kämpfe von Monkey D. Luffy. Im Anime wirkt Ruffy oft stark und beeindruckend, gerade am Anfang hat man dieses Gefühl von „Wow, der ist ja wirklich krass, wenn er sauer wird.“ In der Live-Action-Version kommt das für mich nicht so rüber. Seine Kämpfe wirken weniger spektakulär und teilweise nicht so überzeugend, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Szene wo Ruffy mit Nami und Sanji den Berg hochklettert wirkte für mich auch ziemlich unspektakulär. Ich musste sofort an den Anime zurückdenken, in dem das nicht so schnell abgehandelt wurde und einfach viel zu heftig war, was Ruffy da geleistet hat. Ich verstehe natürlich, dass man in einer Live-Action nicht alles eins zu eins umsetzen kann, aber trotzdem war es für mich enttäuschend. Die Welt von One Piece ist riesig, voller verrückter Charaktere und Kräfte, die sich schwer realistisch umsetzen lassen. Dass Veränderungen notwendig sind, verstehe ich. Einige dieser Änderungen finde ich auch gut gelungen, andere wiederum sagen mir gar nicht zu und es fällt mir schwer mich damit anzufreunden.
Was mich dafür umso mehr überzeugt hat, war die Geschichte von Chopper. Seine Vergangenheit ist ja schon im Anime extrem emotional, aber auch in der Live-Action wurde das wirklich super umgesetzt. Ich konnte richtig mitfühlen, vor allem die Szenen mit Doc Bader haben mich sehr berührt. Gerade diese Momente haben es geschafft, mich wieder in die Anfänge von One Piece zurückzuversetzen. Auch andere Charaktere haben mich positiv überrascht, wie Dr. Kureha. Die Schauspielerin, das Design und ihre schroffe Art, hinter der sich aber ein weicher Kern verbirgt, wurden hervorragend umgesetzt. Auch die Umsetzung von Usopp hat mir gut gefallen. Er zeigt Mut, trotz Angst zu kämpfen und verkörpert damit genau das, was ihn schon zu Beginn der Serie auszeichnete, ein mutiger Krieger zu sein, auch wenn er eine scheiß Angst hat. Die Szene als Brogy ihm das noch einmal klar macht, dass wahre Stärke nicht darin liegt, furchtlos zu sein, sondern darin, seine Angst anzunehmen und trotzdem zu kämpfen, war auch echt stark.
Insgesamt fand ich die Live-Action ganz okay, natürlich kommt es nicht an den Anime heran, aber es hat mir trotzdem irgendwie Spaß gemacht. Die Änderungen kann man mögen oder auch nicht.