Gerade weil NGE nicht in die klassische Shounen-Schiene springt und die Charaktere allesamt als klischeehafte Superhelden darstellt, ist der Anime eben so anders und besonders.
Natürlich tut es das nicht, ich bin auch weit entfernt davon, NGE als Shounen zu klassifizieren. Was ich sagen wollte ist, dass die Darstellung des absoluten Gegenteils Shinjis einen sinnvollen Effekt hat.
Das mag vielen nicht gefallen, vor allem das Ende (die beiden letzten Folgen) wird aber nur von wenigen Menschen geschätzt weil sie sich schwer tun, den wahren Inhalt der Serie zu verstehen.
Das ist auch mit ein Grund, warum es nach einigen Jahren zu den drei Filmen, Evangelion:1.01 You are (not) alone, Evangelion:222 You can (not) advance und Evangelion:333 You can (not) redo kam. In diesen Movies wurde die Serie umgestaltet und auch neue Charaktere eingeführt und die Handlung umgeschmissen, um dem "Mainstream" besser zu gefallen.
Sich schwer tun, das Ende oder die zusammenhänge zu verstehen, kann hier durchaus passieren, aber wofür gibts Reddit und Youtube. Das Ende gefällt zumeist nicht wegen der Botschaft oder der Verständlichkeit nicht, sondern weil es einfach nicht unterhält. Ich glaube kaum jemand hat sich über ein so lasches Ende eines ziemlich epischen Anime gefreut; außer jenen vielleicht, die lieber über die Hintergründe als den eigentliche Anime diskutieren. Dass die stark in der Unterzahl sind liegt in der Natur der Sache. Und ja, ich persönlich habe die Filme auch mehr genossen. Ob das jetzt daran liegt, dass diese medientypisch einfach nur besser unterhalten haben oder ich nicht noch mehr Anstöße brauchte, um über mich selbst zu philosophieren, ist ziemlich schwer zu sagen.
Das Ende der Serie zeigt Shinji, Asuka, Rei und Misato, die sich mit allen Problemen auseinandersetzen müssen, mit denen sie während der Serie konfrontiert wurden. Shinji möchte akzeptiert werden, Misato möchte nicht allein gelassen werden, Rei möchte wissen, dass sie wirklich gebraucht wird, Asuka möchte sehen, dass sie wirklich geliebt wird.
Jeder von ihnen wurde an einem Punkt alleine und im Stich gelassen. Jeder von ihnen braucht eine Bestätigung für etwas. Für ihr Dasein.
Die Frage ist dabei: Wer hat, um das zu realisieren, wirklich so viel Screentime nötig? Die Gefühlslage der Charaktere wird schon ziemlich plakativ dargestellt. Es wurde meiner Meinung nah einfach stark überzogen, da fühlt man sich wie ein Grundschüler :D
In dem Sinne:
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Wer die Serie nicht mag oder nicht versteht, kann das gerne tun, das wird jedoch nichts daran ändern dass NGE ein Meisterwerk ist und auch noch lange bleiben wird.
Wird es auch nicht, zu seiner Zeit war der Anime beispiellos, gerade was die Darstellung der Psyche angeht. Ihn perfekt zu nennen wäre aber auch ziemlich fragwürdig, eben wegen der genannten Kritik. Wie kann etwas als höchste Kunst gehandelt werden, dass von großen Teilen der Konsumenten nicht als solche wahrgenommen wird? Da bleiben dann auch nur noch diese zurück, die sich selbst gerne auf die Schulter klopfen :P






