Welche Vermutung? Du versuchst doch einen Unterschied herauszuarbeiten, wo keiner existiert. All deine genannten Punkte, weswegen man angeblich nicht alle linksextremen Straftaten als solches erfassen kann, kannst du 1 zu 1 auf rechts motivierte Straftaten übertragen. Wie ich vorhin angesprochen habe, ermittlern die Behörden in der Regel in alle Richtungen. Sicherlich gibt es politisch motivierte Verbrechen, die aufgrund der fehlenden Hinweise nicht politisch gewertet werden. Jedoch findet das auf beiden Seiten statt. Zu behaupten, dass die Statistik der links motivierten Straftaten beschönigter ausfällt, ist damit eine reine Unterstellung. Auch dein Einwand mit dem angeblichen Schutz innerhalb der Gruppe ist obsolet. Schließlich gilt es ebenfalls für Extremisten jeglichen Couleurs.
Wie du sagst, das ist eine reine Unterstellung. Ich behaupte, dass gerade Straftaten wie Sachbeschädigung nur sehr schwer ein politisch motivierter Hintergrund zugeordnet werden kann, wenn es der Täter nicht gerade wünscht. Das ist aber auch definitiv kein Punkt, auf dem ich herumreiten würde. Es ist unmöglich zu Beweisen, nur eine Vermutung. Die Art, wie sich Linksextremisten in der Masse Verstecken, ist aber kein Argument, dass du widerlegen könntest. Keine derartige Masse Rechtsextremer geht vermummt und gewaltbereit auf die Straße mit dem Wissen, dass die Ordnungskräfte dem beinahe hilflos entgegen stehen. Der Schutz durch Anonymität ist unverkennbares Merkmal von linksextremen Ausschreitungen.
Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mir mit diesen Quellen aussagen willst. Die Inhalte widersprechen weder meinen Worten, noch wird Anarchie als eine Form des Linksextremismus definiert. Ist ja auch schwer, da Anarchie eine Gesellschaftsform darstellt. Mit einfachen Worten - es wird angesehen, dass Autonome anarchistisch veranlagt sind. Nicht anders herum.
Darf ich aus meinen Quellen Zitieren?
1. "Linksextremisten wollen unsere Staats- und Gesellschaftsordnung überwinden und unsere Demokratie soll durch ein kommunistisches oder anarchistisches System ersetzt werden."
2. Der moderne Linksextremismus bezieht sich sozial-, ideologie- und ideengeschichtlich auf den Marxismus im engeren Sinne, insbesondere den daraus weiterentwickelten (orthodox) kommunistischen Strömungen Leninismus, Stalinismus (bzw. Marxismus-Leninismus), Trotzkismus, Maoismus und Luxemburgismus sowie den Anarchismus.
Folglich sind natürlich nicht alle Linksextremen gleich Anarchisten, alle gewalttätigen Anarchisten bedienen sich aber linksextremistischer Taten.
Natürlich ist Anarchismus eine Gesellschaftsform. Diese wird aber durch linksextremistische Handlungen ausgelebt und angestrebt.
Meine Zahlen entstammen dem offiziellen Bericht des Verfassungsschutzes 2016. Auf der Seite des BMI. Möchtest du gerne einen Link zur Seite des Bundesministeriums des Innern haben?
Deine Quelle betrachtet die Zahlen von 2015. Jedoch wird mit keinem Wort differenziert, wie die einzelnen Tatbestände sich verteilen. Schließlich fällt auch Landfriedensbruch ebenfalls unter Gewaltdelikte.
In Anbetracht der Straftaten zu behaupten die "Rechten" kommen besser weg, ist purer Zynismus und reine Impertinenz gegenüber den Opfern rechtsextremer Gewalt. Alleine die Tatsache, dass es seit der Wiedervereinigung über 150 Menschen sterben mussten.
Ist natürlich geschickt, sich die einzige Statistik der letzten Jahre rauszusuchen, in der die Rechten weniger gut wegkommen und die dann auch nur allein Körperverletzungen einbezieht. Hier ist die Übersicht an Gewalttaten der letzten 6 Jahre insgesamt. Natürlich gibt es mehr Mordversuche und Morde auf rechtsextremer Seite, warum das so ist und warum das im Gesamtbild annähernd vernachlässigbar ist findest du auf den vorherigen Seiten.
| PMK Gewalttaten |
2011 |
2012 |
2013 |
2014 |
2015 |
2016 |
| PMK-rechts |
828 |
842 |
837 |
1029 |
1485 |
1698 |
| PMK-links |
1809 |
1291 |
1659 |
1664 |
2246 |
1702 |
Erschreckend eindeutig, wenn man bedenkt, wie viel Aufruhr die Flüchtlingswelle ausgelöst hat. Nach unserem G-20-Paradebeispiel kann ich mir die Statistik für dieses Jahr nur ausmalen. Wir betrachten aber in diesem Thread tatsächlich nicht nur Gewaltdelikte, sondern ebenfalls alle Straftaten, die einen negativen Einfluss auf die Bürger ausüben. Sachbeschädigung und auch Landfriedensbruch gehören definitiv dazu. Ich verharmlose rechte Opfer nicht, es gibt nur definitiv mehr Opfer von linken Taten. Die Morde sind, wenn du die vorherigen Seiten lesen würdest, von ihrer Häufigkeit in den letzten 10 Jahren her absurd selten und kaum von Bedeutung für die heutige Gesellschaft. Aber wir reiten ja wieder auf politischen Situationen herum, die viele von uns ausdatiert.
Anarchie ist keine Form von Linksextremismus. Anarchie ist eine Gesellschafts- bzw. Staatsform, so wie Kommunismus, Sozialismus, Demokratie, Diktatur, etc.
Es ist lediglich so, dass viele (nicht alle) Linksextremisten Anarchie als ihre Gesellschaftsform der Wahl ansehen würden. Daneben gibt es unter den Linksradikalen allerdings auch viele Kommunisten (Marxisten) und Demokraten.
Außerdem hat Anarchie nichts mit dem zu tun, was am Wochenende in Hamburg geschehen ist. Anarchie ist kein Synonym für Chaos. Die SItuation in Hamburg würde man eher als leichtes Stadium einer Anomie bezeichnen.
Natürlich sind nicht alle Linksextremisten Anarchisten, das impliziere ich auch zu keinem Moment. Linksextremismus ist jedoch ein Werkzeug von Anarchisten. Was in Hamburg passiert ist, ist das geplante Angreifen, Zerstören und Plündern. All dies auf der Basis davon, dass es in aller Wahrscheinlichkeit keine Folgen für das jeweilige Individuum hat. Ob man das jetzt als Anarchie oder Anomie bezeichnet ist eigentlich Haarspalterei, da beides unter dem Präfix von linksextremer Gewalt geschieht.
Hamburg als Hochburg linker Aktivisten? Als schwer zu sichernder Ort, mit guter Anbindung für alle Verkehrswege?
Sorry aber ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie man irgendeinen schlechteren Ort hätte wählen können.
Wie ich sagte, keine Ahnung, warum Hamburg ausgewählt wurde. Ich habe aber auch persönlich keine Ahnung von links- und rechtsextremen Nestern.
Was ist denn die "gleiche politische Orientierung"? Die SPD und die Linke sind links - haben die deswegen "die gleiche politische Orientierung"?
Der Begriff erscheint mir ziemlich schwammig. Und wenn Linke oder Mitte-Menschen gegen Nazis oder für mehr Arbeitslosengeld demonstrieren - inwiefern ist das die gleiche Orientierung, wie wenn Autonome für Anarchie randalieren? Ist es nicht. Das sind völlig verschiedene Dinge.
"links" und "rechts" sind extrem grobe Richtungseinteilungen. Und genau genommen sowieso völlig unzureichend um ein politisches Spektrum abzubilden. Wenn man genau hinschaut, kann man vermutlich verschiedene, teils verfeindete Gruppen unter den Linksextremen und analog den Rechtsextremen ausmachen... Bei den Linken streiten sich Mao, Marx und Anarchisten - bei den Rechten prügeln sich die Hooligans und Rocker darum, wer dem besserem Club angehört.
Wir vergleichen hier zwei Gegenpole, Links- und Rechtsextremismus. Diese sind relativ klar definiert, auch wenn es unterschiedliche Realisationen dieser gibt. Und ja, stark verallgemeinert zielen SPD und die Linke in die gleiche Richtung. Das es durchaus Mischungen bei Demos gibt ist kein Geheimnis, die "normalen" Linken, Rechten und Normalos sind aber in dieser Situation absolut nicht von belang. Rechtsextremisten identifizieren sich mit rechten Motiven, Linksextremisten mit Linken. Dem entsprechend sind sie in diesen Gruppierungen zu finden. Ein Rechtsextremer wird harmlose rechte Motive gut heißen, ein Linksextremer ebenso harmlose linke Motive. Das sie diese Motive überschreiten heißt nicht, dass sie von der Ursprünglichen Ideologie loszusagen sind. Die individuelle politische Ansicht ist etwas außerhalb des Kontexts, wenn man sich die Motive anderer zunutze macht.
Ok... wie will man sowas seperat prüfen? Ich meine, welche zusätzlichen Ermittlungen kann die Polizei neben der Suche nach dem Motiv anstellen?
Übrigens: Rechte sind wesentich gewalttätiger. Gewalt gegen Personen wird aber nur selten zu Anzeige gebracht - weil die Opfer Angst haben. Angst davor, dass die Täter später wieder zuschlagen oder deren Kumpels sich rächen. Selbst wenn die Anzeige zu einer Verurteilung führen würde, wären die Opfer den Tätern später ausgeliefert. Zumal gerade für leichte Körperverletzungen die Strafen relativ gering sind und damit auch keine abschreckende Wirkung erzielt wird - sofern es überhaupt zu einer Verurteilung kommt, mangels Beweisen und so.
Migranten und Flüchtlinge stellen dann vermutlich gleich nochmal weniger Anzeigen, weil die das Rechtssystem nicht kennen oder eingeschüchtert sind.
Auch problematisch ist natürlich, die Opferwahl. Die Polizei ermittelt in der Regel in der sozialen Nähe der Opfer, weil man sonst keine Anhaltspunkte hat - außer man hat verläsliche Zeugen.
Deswegen konnte die NSU so viele Morde begehen: die Polizei hielt es lange Zeit für Aktionen der Mafia oder andere Streitigkeiten - dass es überhaupt ein rechtes Motiv gegeben haben könnte, war beinahe bis zum Auffliegen der Gruppe kein Thema.
Worauf ich hinaus will: beide Statistiken haben große Dunkelziffern.
Das man so etwas nicht überprüfen kann, oder unbedingt sollte, habe ich nicht behauptet. Dunkelziffern gibt es natürlich in beiden Fällen. Deine Darstellung ist definitiv nicht verkehrt, was aber wieder auf der Anonymität der Täter beruht. Rechten Gewalttätern traue ich definitiv die Dummheit zu, mehrfach zuzuschlagen. Linksextremisten werden sich kaum zu einer weiteren Tat motivieren lassen, wenn ihre Anonymität auf dem Spiel steht. Natürlich kann auch für Körperverletzung, die nicht gerade im Kontext einer riesigen Demo stattfindet, um einiges sinnvoller recherchiert werden, als bei eben dieser. Das gleiche gilt für Sachbeschädigung, da es häufig reine Willkür ist.