Man hat ja schon im Kindergarten die ersten Wunschberufe. Eventuell liegt es ja in der menschlichen Natur aufzusteigen, sich eben so ein Ziel zu setzen. Trotzdem finde ich denn Gedanken, dass unser Leben schon grob aufgebaut ist bevor wir überhaupt geboren sind, wie schon gesagt etwas merkwürdig (oder ne Mischung aus merkwürdig und traurig?). Denn dein einziges Ziel ist es in der Gesellschaft aufzusteigen, zu arbeiten, dich in die Gesellschaft nützlich zu integrieren und deswegen finde ich es sinnlos, da mein Leben eben auf diesen groben Plan beruht. Verständlich?
Also ich hatte im Kindergartenalter noch keinen Berufswunsch. Ich verstehe aber nicht, was daran schlimm sein soll. Kinder sehen Dinge noch ganz anders. Sie sehen z.B. Feuerwehrmänner und stellen es sich richtig spaßig vor, mit langen Schläuchern zu hantieren, auf Leitern zu klettern, ein Feuer zu löschen und eventuell ne Katze vom Baum zu retten. Eltern sagen ihren Kindern in dem Alter für gewöhnlich nicht, "Jetzt bist du schon 4, wird Zeit, dass du dir nen Beruf aussuchst, nach dem du die nächsten 20 Jahre streben wirst.". Wenn Kinder dann in seltenen Fällen bei an ihrem Wunsch festhalten, haben sie es aus freien Stücken gemacht.
Und wie ich schon vorher sagte, wenn man kein Bock darauf hat, zu arbeiten, gibt's auch andere Möglichkeiten, um über die Runden zu kommen und sein Leben nach seinen Wünschen zu leben. Es zwingt dich keiner dazu, dass du als kleiner Büroarbeiter dich hocharbeitest, um womöglich irgendwann die Firma zu übernehmen. Derjenige, der einen eventuell dazu zwingt, ist niemand anderes außer man selbst. Aus welchen Motiven dies geschieht, ist bei jedem anders; und vielleicht magst du nun sagen, dass das aus gesellschaftlichen Druck geschieht. Aber dann liegt die entgültige Wahl trotzdem bei dir: möchtest du das machen, was andere von dir erwarten, oder möchtest du einen anderen Weg einschlagen?
Dass du dein Leben deswegen anscheinend als sinnlos erachtest, verstehe ich nicht, nein. Aber wenn dem so ist, dann schwimme eben nach der Schule gegen den Strom, und mache das, was dich glücklich macht (solange du dabei niemand anderem schadest).
