Ich habe ein sehr elitäres Verständnis von Freundschaft. Freundschaft betrachte ich als etwas sehr seltenes, mystisches. Freundschaft entsteht nicht einfach so, weil man sich mal begegnet und versteht. Freundschaft entsteht im gemeinsamen Leid. Wenn man gemeinsam durch die Hölle geht und in solcher Situation Treue zu einander beweist. Freundschaften entstehen vor allem im Krieg, aber nicht nur. Ich habe keine Freunde. Ich habe Bekannte, auch sehr gute Bekannte, die ich seit vielen Jahren kenne und zu denen ein höheres Maß an Loyalität besteht - aber Freundschaft ist etwas anderes, etwas höheres.
Also sind Freunde erst dann Freunde für dich wenn ihr beide gemeinsames Leid erfahren musstet?
Das ist aber etwas paradox und verständlich dessen wenn du dann schreibst das du keine Freunde hättest?
Damit man an dem Punkt kommt gemeinsam durch schwere Zeiten zu gehen muss man doch vorher in irgendeiner Form eine Verbindung zueinander haben die über der Bekanntschaft hinausgeht.