Ich konsumiere seit etwa zwei Jahren auch regelmäßig True Crime, allerdings nur in Form von Podcasts. Ich hab schon seit meiner frühen Jugend ein Interesse an Krimis, Thrillern u.Ä., so dass ich jetzt lediglich von der Fiktion zu den wahren Fälle gerutscht bin. Das verdanke ich meiner besten Freundin die schon seit gefühlten Ewigkeiten Podcasts hört und mir immer wieder von Fällen erzählt hat, bis ich mir dachte "das muss ich mir doch endlich mal anhören."
Meist nutze ich die Zeit während ich Sport mache dazu ein oder zwei Folgen zu hören, je nach Länge. Manchmal lass ich es aber auch laufen, wenn ich in der Küche beschäftigt bin oder andere Dinge tu, bei denen ich zuhören kann, ohne abgelenkt zu sein, oder - was eher der Fall ist - nichts vom Podcast mitzubekommen.
In anderer Form, also YT, Netflix, Mediatheken, etc., konsumiere ich das aber nicht, weil ich dann parallel nichts anderes tun kann.
Die meisten der Podcasts, die ich höre, waren auch Empfehlungen meiner Freundin und damit fahre ich ganz gut. Dazu zählt allen voran:
- "Mordlust" bei dem ich auch seit etwa Anfang des Jahres endlich auf dem aktuellen Stand bin. Die nehmen i.d.R. Fälle aus Deutschland durch, was ich durchaus etwas präferiere. Aber auch ein paar Fälle aus dem Ausland haben sie durchgenommen, z.B. 9/11.
- "Verbrechen der Vergangenheit" von Geo Epoche nimmt, wie der Titel sagt, historische Verbrechen auf's Korn. Hier höre ich phasenweise mehr oder weniger, je nach dem welches Thema gerade dran kommt.
- "Die Spur der Täter" vom mdr höre ich seit ein paar Wochen, hier habe ich noch eine Menge aufzuholen (bin jetzt bei Mitte 2023, was die Folgen angeht). Einige Fälle kenne ich bereits aus "Mordlust", andere wiederum waren mir neu. Hier werden überwiegend Fälle aus Mittel- und Ostdeutschland durchgenommen, so kommen da auch einige Fälle aus der DDR vor, was ich spannend finde.
- "Justitias Wille", das Nebenprojekt von den beiden Damen von "Mordlust", habe ich damals auch aktuell gehört; der Podcast beschäftigte sich mit einem Fall von Sterbehilfe und dem Arzt, der dafür vor Gericht ist. Das war super interessant.
Auf meiner Warteliste sitzt jetzt noch "Schuld und Unschuld" vom bayerischen Rundfunk, aber erst möchte ich die anderen auf den aktuellen Stand bringen; zu viele Sachen parallel hören mag ich eigentlich nicht.
Gibt es einen Fall, der euch bis heute nicht loslässt?
DEN einen Fall gibt es da wohl nicht, aber ich hänge gedanklich doch immer wieder an manchen grausamen Taten. Besonders wenn Kinder involviert waren, finde ich das ganz schlimm - es gab z.B. eine Frau die mit ihrem Neugeborenen überfordert war und dann ein Wochenende lang feiern gegangen ist, während ihr Baby daheim verhungert ist - da fuq!? In solchen Fällen frag ich mich aber auch, hörte denn niemand das Baby weinen? Die wohnte in einem Mehrparteienhaus ... So was geht mir nicht runter.
Fälle, in denen jemand verschwunden ist und einfach nie wieder auftaucht, finde ich auch interessant; man stellt sich schon Fragen. Oder eben der "typische" Cold Case, wo man den Täter einfach nicht ermittelt kriegt, oder noch schlimmer: keine Beweise gegen ihn hat.
Wie hier schon geschrieben wurde, es ist eine Art morbides Interesse an so etwas. Allerdings sensibilisieren mich manche der Fälle auch dafür, was im Fall der Fälle zu tun wäre; ich meine, die Angst eines jeden Elternteils ist wohl, dass dem Kind was passieren könnte ... Deswegen machen mich so Fälle mit Kindesentführungen, Vergewaltigungen und anschließendem Mord auch immer so so wütend! >;(
Die meisten Sachen stecke ich aber gut weg - irgendwie schon komisch, aber vermutlich, weil es einen eben nicht selbst betrifft -, wobei bei Podcasts eben "nur" erzählt wird, auch wenn das manchmal echt bildlich ist; das macht es etwas harmloser gegen eine Doku etc.
Im Übrigen finde ich es auch sehr interessant, was man durch True Crime alles lernt, nicht nur wie man jemanden am effektivsten um die Ecke bringen könnte, sondern vor allem was das Rechtssystem und die Arbeit der Polizei etc. angeht.
