Freundschaft und Geschäft

Sicherlich kennt jeder die erbitterte Feindschaft von Plankton und Mr. Krabs aus der Zeichentrickserie "Spongebob Schwammkopf". Was erst Jahre später nach dem Start der Serie enthüllt wurde und ich sehr interessant fand (daraus wurde sogar ein Special gemacht) war, dass beide einst mal beste Freunde waren.

Als beide in jungen Jahren noch auf sich allein gestellt waren und andere Mitschüler noch auf sie eingehakt haben haben sie zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt. Wodurch ist denn nun diese tolle Freundschaft zerbrochen? Natürlich, wegen dem Krabbenburger. Genauer gesagt gab es interne Differenzen zwischen Plankton und Krabs. Das Geschäft lief zu Beginn nicht gut und so gaben sich beide gegenseitig die Schuld dafür.

Durch Zufall kriegte Krabs die perfekte Geheimformel heraus und hatte damit Erfolg. Plankton hatte hingegen Pech und entwickelte einen ziemlichen Neid auf seinen einstigen Freund. Das Ende einer schönen Freundschaft und sogleich auch die Geburt einer langjährigen Feindschaft.


Warum erzähle ich nun diese Geschichte. Nun diese Spongebob Episode zeigt an sich eine interessante Fragestellung auf. Sollten gute Freunde miteinander ein Geschäft aufmachen? Was macht das mit der Freundschaft, wenn der beste Freund zugleich auch der Geschäftspartner ist? Und so weiter und sofort.


Diese Fragen sind nicht gerade leicht zu beantworten. Denn zunächst einmal liegt es nahe, dass man eine tolle Geschäftsidee mit einem guten Freund oder mehreren Freunden aufzieht. Wer ein Unternehmen ungerne alleine aufzieht, der versucht als erstes seine Freunde ins Boot zu holen. Wen denn auch sonst, außer die Familie. (';

Wenn es gut läuft, dann läuft es gut. Dann freut man sich untereinander darüber und hat eine tolle Zeit miteinander. Problematisch wird es erst, wenn es nicht so gut läuft. Schlimmstenfalls ist nicht nur das Geschäft kaputt, sondern auch die Freundschaft. Sei es, dass man sich gegenseitig die Schuld für gibt oder aufgrund des Stresses und den Geldsorgen die Freundschaft leidet.

Oftmals können auch inhaltliche Differenzen über die Firma oder unterschiedliche Arbeitshaltungen negative Auswirkungen auf die Freundschaft haben. Bekanntestes Beispiel dürfte die einstige Freundschaft der beiden Youtuber Gronkh und Sarazar sein. Hierzu kursieren wie ich in den letzten Jahren vernommen habe unterschiedliche Geschichten. Gronkh selbst hat sich nie offen darüber geäußert, wodurch man auf dritte angewiesen sein musste, was nicht gerade ideal war.

Jedenfalls hatte der Bruch ihrer Freundschaft auch Auswirkungen auf den geschäftlichen Teil bzw. die Probleme beim geschäftlichen Teil hatten zum Bruch der Freundschaft geführt . Nicht nur, dass sie seitdem nie wieder auf Youtube oder anderen Plattformen miteinander kooperierten, auch ihre geschäftliche Beziehung ging in die Brüche. Gronkh verließ die Playmassive GmbH, nahm seine Leute mit und gründete ein eigenes Unternehmen.

Ein anderes bekanntes Motiv, was auch in Hollywoodfilmen beliebt ist ist Gier. Man gründet mit seinen Freunden ein Unternehmen, was sehr erfolgreich wird. Einer aus der Gruppe kriegt den Hals nicht voll und drängt sich immer mehr in den Vordergrund. Verschafft sich durch linke Tricks immer mehr Einfluss und bootet die anderen einen nach dem anderen aus. In dem Fall stellt einer Macht und Geld höher als die Freundschaft zu seinen einstigen Freunden. Für diese stellt dies einen erheblichen Verrat da. Das sind dann auch leider die Momente wo sich der wahre Charakter eines Menschen offenbart und das kann eine sehr schmerzliche Erfahrung sein, da dies mit einem Vertrauensverlust einhergeht.


Um es nochmal zusammenzufassen: Ein Unternehmen mit seinen Freunden aufzuziehen hat durchaus gewisse Vorteile. Man kennt sich schon. Das Vertrauen ist schon da und man kann alle Energie für die Gründung und Führung des gemeinsamen Projektes fokussieren. Wenn das alles erfolgreich wird und man seine Arbeit gut aufeinander abstimmt läuft alles wunderbar. Wenn aber alles schief läuft und die Differenzen im gemeinsamen Unternehmen zu groß werden hat man nicht nur das gemeinsame Unternehmen verloren, sondern sogleich auch die Freundschaft. Das kann man meinem Eindruck nach nicht wirklich voneinander trennen. Entweder man geht das Risiko ein seine Freundschaft im schlimmsten Fall aufs Spiel zu setzten oder man trennt strikt Privates vom Geschäftlichen. Heißt, man geht keinerlei geschäftliche Beziehungen mit seinen Freunden ein.


Dazu fällt mir eine kleine Episode aus der Story vom Videospiel GTA 4 ein. Der Hauptprotagonist Niko Bellic arbeitet da u.a. für Bruce Kibbutz. Einem steroidnehmenden Fitnessenthusiast. Im laufe der Zeit ist Nico mit Brucies Einstellungen und den Gründen für die Aufträge, die er ausführen soll nicht einverstanden. Da macht Nico schließlich etwas, was ich durchaus bemerkenswert finde. Er beendet die geschäftliche Beziehung zu Bruce, was Bruce ganz gut verstehen kann. Beide bleiben am Ende ganz gute Freunde. Ich bin mir sicher, dass diese Freundschaft andernfalls völlig zerbrochen wäre, hätte Nico noch weiter mit Bruce zusammengearbeitet.

Womöglich hätte auch die Freundschaft zwischen Gronkh und Sarazar noch weiterhin fortbestanden hätten beide geschäftlich viel früher einen Schlussstrich gezogen. Dies ist aber nur eine Theorie meinerseits.


Um meinen ersten Blogeintrag nicht völlig ausarten zu lassen hier mal mein Fazit zum Thema, um das mal abzuschließen: Ich finde es durchaus in Ordnung, wenn gute Freunde auch gemeinsam ein Unternehmen aufziehen und zusammenarbeiten. Wichtig ist, dass man rechtzeitig einen Schlussstrich zieht, wenn man merkt, dass man geschäftlich nicht mehr gut miteinander auskommt. Denn ansonsten greift dies schnell auf die Freundschaft über. Das Geschäft kann durchaus auch die Beziehung zu den Freunden verändern. Nicht zuletzt, da das Geschäft Ansichten, Begierden und Verhaltensweisen an den Tag hervorruft, die man im privaten Rahmen so bisher bei einem noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Das kann die Freundschaft entscheidend beeinflussen und darauf sollte man durchaus auf der Hut sein.


Hoffe mein erster Blogeintrag hat euch gefallen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen, aber auch wie ihr dieses Thema so sieht. Vielleicht könnt ihr selber Erfahrungsberichte zu beisteuern. Bis zum nächsten Blog. :saint:

Kommentare 2

  • Huhu! :) Ein schön verfasster Blogeintrag zu einem interessanten Thema. Auch deine Beispiele gefallen mir gut.


    Mir persönlich wäre es sogar schon zu heikel, enge Freunde als Kollegen zu haben. Etwas anderes ist es, wenn ich jemanden auf der Arbeit kennenlerne, mit dem ich mich dann mit der Zeit anfreunde. Da ist die Arbeit dann eine Basis, die von Anfang an da war.


    Wie du sagst, kann es für manche auch schön sein, etwas geschäftliches mit einer vertrauten Person aufzubauen; man kennt sich, weiß wie der andere tickt, fühlt sich geborgen. Würde ich so etwas machen, wäre mir wichtig, nicht allzu nah an der Person dran zu sein. Eine gute, oberflächliche Bekanntschaft wäre ideal. Mit Personen, deren tiefstes Inneres ich kenne und die mich ebenso gut kennen, könnte ich niemals professionell arbeiten.


    Ich finde es wichtig für sich selbst zu erkennen, dass selbst bei einer sehr tiefen Freundschaft manche Dinge nicht passen würden. Als Beispiel fällt mir da eine sehr enge Freundin ein, die ich seit der Schulzeit kenne. Sie redete früher oft davon, dass sie und ich später in eine WG ziehen sollten; das würde ja soo toll passen und wir hätten ganz sicher eine tolle Zeit. Mir war damals schon klar, dass es tausend Reibungspunkte geben würde, würden wir zusammenleben, und dass unsere Freundschaft früher oder später darunter leiden würde. Das fängt schon bei Sachen wie Mahlzeiten und Kochen an - während sie jeden Tag ein üppiges Gericht mit ganz viel Geschnippel zubereiten muss, esse ich auch gern mal 2 Tage nichts warmes und freue mich auf meine Käsebrote. :'D Ich habe ihr das aber nie so gesagt, und zum Glück verlief sich der Gedanke dann irgendwann von selbst.


    Mein Beispiel hat jetzt nichts mit Arbeit zutun, ist aber finde ich eine ähnliche Thematik. Manche Freundschaften halten einem gemeinsamen Arbeitsalltag oder einem gemeinsamen Haushalt nicht Stand, was aber nicht bedeutet, dass diese Freundschaften weniger innig oder tief sind. Auf manchen Ebenen passen zwei Persönlichkeiten perfekt zusammen, auf anderen dann wieder nicht.

    • Danke für deinen schönen Kommentar, wo du auch einige interessante Denkanreize gesetzt hast.


      Zitat

      Etwas anderes ist es, wenn ich jemanden auf der Arbeit kennenlerne, mit dem ich mich dann mit der Zeit anfreunde. Da ist die Arbeit dann eine Basis, die von Anfang an da war.

      In die Richtung hab ich mir auch schon meine Gedanken gemacht und musste irgendwie an die sogenannten "Youtube-Freundschaften" denken. Das überschneidet sich dann auch noch mit dem Aspekt von geschäftlichen Partnerschaften, weil Youtuber für mich in dem Sinne keine Angestellten, sondern Selbstständige sind. Ich kenne mich damit aber nicht gut genug aus, um da einen großen Blogeintrag dazu zu schreiben. Ich weiß nur, dass solche "Freundschaften" problematisch sein können, wenn sich privates und geschäftliches zu stark miteinander vermischt, weil es eben schnell öffentlich wird und wenn es da ein Problemchen gibt es ganz schnell schmutzig sein wird.


      Dein Beispiel mit der WG finde ich übrigens auch ganz nett. Auch wenn es mit Arbeit da nichts direkt zu tun hat ähnelt es sehr den Problemen, die ich zu meinem Artikel geschrieben habe. Auch da lernt man neue Aspekte der jeweils anderen Person kennen, die für ordentlich Konfliktstoff sorgen können und auch da wäre es am Ende das beste Frühzeitig die Reißleine zu ziehen bevor es zu spät ist. Nur weil man miteinander befreundet ist heißt das nicht automatisch, dass man auch gut miteinander in einem Haushalt zusammen leben kann. ;)