Kleines League-of-Legends-Spirit-Blossom-Fanfiction-Zeugs :3

  • Kapitel 21


    Gesprochen hatte ein junger Mann mit braunen Haaren. Er bedeutete ihnen mitzukommen. Sie hatten keine andere Wahl und folgten ihm durch die Straßen zu einem Campus, dem ein gigantisches Gebäude folgte. “Hier sind sie, Professor Heimerdinger.“, sagte der braunhaarige Student. “ Danke, Jacob. Willkommen an der Universität von Piltover.“, sagte ein kleiner Yordle. Er trug eine große Brille und hatte sehr langes gelbliches wildes Haar - Darqueria fragte sich wirklich wie zur Hölle die Frisuren bei ihm und Yasuo nur halten konnten. “Sie müssen Miss Victoria Verlgard sein, nicht wahr? Natürlich - diese Ausstrahlung kann nur die Tochter eines ...“, Professor Heimerdinger verhaspelte sich, als hätte er schon zu viel gesagt. Jinx klopfte Darqueria auf die Schulter: “Aber ja, unsere Vicky hat eine gaaaaanz noble Ausstrahlung!“ Vicky? Darqueria warf ihr einen vernichtenden Blick zu. “Na-natürlich. Und Sie sind... demnach die Tochter von Baronin Hargreaves, richtig? Alice Hargreaves?“ Jinx machte einen umständlichen Knicks. Heimerdinger musterte die anderen: “Dann sind sie Cousins von Fearwell, Gilbert und Wilbur, richtig?“ Er deutete auf Yasuo und Kayn. Beide schwiegen. Sie schienen ihre Namen nicht besonders gut zu finden. Jinx trat Kayn unbemerkt. “...ja...“, erwiderte er genervt. Aber das schien Heimerdinger nichts auszumachen, denn er stand freudestrahlend vor Gnar: “AH! Professor Ewald von Büttstedt! Es ist mir eine große Ehre Sie hier Willkommen zu heißen!“ Gnar schien außerordentlich verwirrt, als Heimerdinger ihm umschwänglich die Pfote schüttelte. Er brauchte einen Moment, ehe er sich an Ziggs wandte: “Und Sie sind... Professor Doktor Tress von der noxianischen Eliteuniversität! Welch Ehre!“ Heimerdinger schien außer sich vor Freude. Er räusperte sich und schien sich zusammenreißen zuuu müssen: “Nun denn, wenn Sie mir bitte folgen würden... ich führe sie etwas herum und zeige ihnen woran wir derzeit arbeiten.“ Der kleine Yordle mit dem großen Kopf ging vorraus. Jinx eilte hinterher: “Uuuuh, Professor, ich habe gehört, dass sie an neue Hextech Kristalle mit ner MEEEEEENGE ENERGIE gekommen sind?!“ Heimerdinger schien erfreut über ihren Wissensdurst: “Ja in der Tat, meine Liebe! Wir verwenden grade nur Teile davon, um seine Kraft auf kleinere Projekte umzuleiten!“ Sie verwickelte ihn in ein Gespräch über Hextech und so bemerkten sie gar nicht, dass die anderen sie allein mit Ziggs weiter marschieren ließen. “Okay - was jetzt?“, Yasuo lehnte sich gegen eine Wand, “Sieht aus, als wären wir in einen Plan von Jinx verwickelt worden...“ Darqueria seufzte: “Wenn wir abhauen, verraten wir sie. Ich schätze, wir müssen uns irgendwie die Zeit vertreiben bis der Unterricht vorbei ist. Wahrscheinlich haben sie dann auch die Alarmbereitschaft runter gesetzt.“ Es stimmte - Sicherheitsdrohnen flogen am Himmel, suchten jeden Zentimeter der Stadt nach Ihnen ab. “...wenn das so ist... weckt mich, wenn wir abhauen.“, mit diesen Worten verschwand Kayn in einem leeren Hörsaal. ...zumindest tötete r niemanden wenn er schlief... Yasuo zuckte die Schultern und begab sich mit Gnar in die Bibliothek. Darqueria sah sich um. Das Gebäude schien schon sehr alt zu sein, doch es war gut instand gehalten. Sie hörte Schüler eifrig reden, sonore Lehrerstimmen in den Fluren und hin und wieder das Krachen und Knallen von schief gelaufenen Experimenten. “Solltest du nicht im Unterricht sein, süße?“, sagte ein Student. Er hatte blondes Haar und sein Blick erstickte vor Arroganz. Sie ignorierte ihn und setzte ihren Streifzug durch das Gebäude fort. Er folgte ihr: “Böses Mädchen... das gefällt mir.“ Wie gern würde sie ihm jetzt das Gesicht abreißen! Der Schmerz würde seine arrogante Visage wesentlich besser aussehen lassen. Sie dachte daran, wie Miss Fortunes hochmütiger Blick zerplatzte und der Verletzung Platz machte. Das hatte ihr gefallen. “Hey! Ich REDE mit dir!“ Reiß dich zusammen, Darqueria... “Hier steckst du also.“, sie spürte wie sich Kayns Arm um ihre Taillie legte, “Ich hatte mir schon Sorgen gemacht... komm, der Professor wartet schon.“ Er warf dem Typen noch einen finsteren Blick zu und führte sie weg. “...danke...“, sagte sie leise. “Nicht der Rede wert... Ihr habt mich aufgeweckt.“ Sie kicherte: “Entschuldige. Hast du Jinx gesehen?“ Kayn verdrehte die Augen: “Was an 'ich hab geschlafen' hast du nicht verstanden?“ “Schon gut...“

    “Jeder normale Mensch ist wohl von Zeit zu Zeit versucht, in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und anzufangen, Kehlen aufzuschlitzen...“

    (Lucanus 39-65n.Chr.):cat:

  • Kapitel 22


    Er führte sie in die Bibliothek, zurück zu Gnar und Yasuo. Gnar schien ganz begeistert von einer Skizze, die die großen weißen Yordle zeigten. Kayn setzte sich, zog wahllos ein Buch aus dem Regal und bedeckte damit seine Augen. Darqueria seufzte. Es war seltsam, dass er keine Anstalten machte, abzuhauen... Aber gut. Sie sollte sich daran wohl ein Beispiel nehmen. Sie durchstreifte die Regale, bis ihr ein Einband in den Blick fiel: “Gefangener der Schatteninseln“. Der Autor war nur mit “S.“ angegeben. Neugierig geworden, suchte sie sich eine Ecke und schlug das Buch auf. Es handelte von den Erzählungen einer Frau... die Thresh begegnet war. Er hatte sie in seiner Laterne mit abertausenden anderen Seelen gefangen genommen... und gefoltert... Darqueria richtete sich auf. Hatte sie etwas anderes erwartet? Das war es also, was er ihr verheimlicht hatte... Wahrscheinlich wäre sie als nächstes dran... obwohl, er hätte mehr als genug Möglichkeiten gehabt, sie zu fangen... womöglich war sie einfach weniger interessant für ihn... Dieser Gedanke stimmte sie traurig. Was war eigentlich los mit ihr? Sie wusste kaum etwas über ihn und dennoch kam es ihr vor, als würde sie ihn seit Jahren kennen...selbst seine Stimme kam ihr bekannt vor... aber... Plötzlich nahm ihr jemand das Buch aus der Hand: “Die Schatteninseln? Planst du einen Kurzurlaub in den schwarzen Nebel?“ Gesprochen hatte ein anderer Student. Er wirkte etwas überheblich, hatte braunes Haar und trug einen modifizierten Hextech-Hammer bei sich. “Mich interessiert es einfach.“, gab Darqueria grob zurück. Der Student zuckte die Schultern, “Wenn du meinst... kannst du kurz Platz machen? Ich muss an das Regal hinter dir.“ Darqueria rückte widerwillig ein Stück weg. “Danke.“, sagte er. Er stutzte einen Moment, “...du und deine Freunde... ihr seid nicht von hier, stimmts?“ Hatte er bemerkt, dass sie nicht hierher gehören? “Das ist unhöflich, Jayce. Ein Gespräch sollte man mit einer formellen Begrüßung beginnen, sofern man die angesprochene Person nicht kennt.“ Gesprochen hatte... eine Frau? Nein... ein ... Roboter? Es war eine junge Frau die komplett aus mechanischen Teilen bestand. “Hallo. Ich heiße Orianna.“, sagte sie mit einem roboterhaften Lächeln. Freundlich aufgesetzt.... doch kühl...

    “Jeder normale Mensch ist wohl von Zeit zu Zeit versucht, in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und anzufangen, Kehlen aufzuschlitzen...“

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  • Kapitel 23


    “Orianna und ich arbeiten grade an einer verbesserten Hextech-Prothese für die Arbeiter von Zhaun.“, erklärte Jayce beiläufig. “Verwendet ihr zufällig auch den neuen Hextech-Kristall den ihr gefunden habt?“, fragte Darqueria. Jayce sah plötzlich böse aus: “Woher weißt du davon?“ Orianna hielt ihn zurück. “Professor Heimerdinger hat uns davon erzählt.“, sagte Kayn, der immer noch das Buch als Augenblende benutzte. Tat er immer nur so, als würde er schlafen? Jayce beruhigte sich langsam. “Sich vor Fremden zu verplappern... sieht dem Professor ähnlich...“, murmelte er genervt. “Eigentlich habt ihr keinen Anspruch auf derartige Informationen. Die Universität von Piltover versucht seine Existenz so gut wie möglich geheim zu halten, um Diebstahl zu vermeiden.“, erklärte Orianna ruhig. Sie blickte zu Jayce und schwieg anschließend. “...ist so etwas denn schonmal vorgekommen?“ Jayce antwortete nicht auf die Frage und begab sich schweigend in ein Labor. “Jayce spricht nicht gern darüber. Ein ehemaliger Student hat einst einen Kristall geklaut und ihn für Zwecke genutzt, die viele für Unmoralisch halten. Er war ein Freund von ihm.“, sagte Orianna, “Jayce macht sich noch immer schwere Vorwürfe deswegen.“ “HEEEEEY!“, erschall Jinx Stimme durch die Bibliothek, was ihr viele böse Blicke einbrachte. “Ich empfehle mich.“, sagte Orianna und folgte Jayce. Jinx trat zu Darqueria. “Und? Hast du was du wolltest?“ “Nnnnnoooooooch nicht ganz! Wir müssen morgen noch mal wieder kommen!“, erwiderte sie. “Du solltest uns hier raus bringen. Das war der Deal.“, Yasuo klang genervt. Jinx zog eine Schnute: “Och kommt schooooon! Nur einen Tag!“ “Nein.“ - ““Bitteeeeee!“ - “NEIN.“ - “BITTEBITTEBITTEEEE!“ Wenn Jinx noch lauter bettelte, würde sie sie definitiv verraten. “Schon gut.“, sagte Darqueria. “YAY!“, Jinx fiel ihr schon wieder um den Hals, “Wir werden es nicht bereuen! Glaub ich zumindest!“


    Die Nacht verbrachten sie in Jinx Versteck. Hin und wieder zerriss ein markerschütterndes Heulen die Stille. Gab es hier Wölfe? “Keine Sorge, das ist nur eins von Singeds Experimenten.“, meinte Jinx, während sie an ihrer Werkbank arbeitete. “Singed? “Er ist ein Wissenschaftler aus Zhaun. Ein Alchemist, der gern an Menschen experimentiert.“,zum ersten mal sprach Ziggs - er schien dies aber eher im Halbschlaf zu tun , “Es gibt viele die die Arbeit anderer nicht zu würdigen wissen...“ Dann ertönte ein Schnarchen. Verrückte Wissenschaftler... Hextech-Kristalle die für unmoralische Zwecke entwendet werden... irgendwann sollte sie sich den Zhaun-Distrikt ansehen...

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  • Kapitel 24


    Am nächsten Tag, trieb Jinx sie schon früh in den Wahnsinn. Sie hatte eine Art explodierenden 'Wecker' gebaut, der nur ausging, wenn man innerhalb von zehn Sekunden den richtigen Draht durchschnitt, drei Knöpfe in der richtigen Reihenfolge drückte und die Basiseinheit zertrümmerte. “Hopp, Hopp! Los kommt schon! Partytime!“, rief sie entzückt. In der Universität angekommen, führte Jinx sie zu einer Art Werkstatt. Dort stand... “- ein Zeppelin? Dein Ernst ?“ Irgendwie hatten sie etwas spektakuläreres erwartet. Jinx öffnete die Tür - der Zeppelin war über und über mit Geldscheinen und blauen Kristallen beladen. “Pssst!“, machte sie grinsend. So viel Geld... hatte sie wirklich noch die Bank von Piltover ausgeraubt? “Ich brauche nur noch den Orginalkristall! Dann können wir abhauen!“ “Und den finden wir...wo...?“ Jinx schlug schnell die Zeppelintür zu, denn jemand näherte sich ihnen. “Ah, da sind sie ja! Kommen Sie, kommen sie! Unsere Studenten möchten der Welt ihre neueste Erfindung präsentieren!“, sagte Heimerdinger freudestrahlend. Sie wechselten einige Blicke und folgten dem Yordle auf den großen Platz. Jayce und Orianna standen auf einem Podest, neben etwas, das selbst unter dem Tuch blau leuchtete. “Meine werten Damen und Herren! Es ist so weit! Heute, am Tag des Fortschritts, präsentieren Ihnen unsere besten Schüler eine SENSATION in der Geschichte der Technologie!“, Heimerdinger sagte das mit einer gradezu ansteckenden Begeisterung in der Stimme und bedeutete Orianna das Tuch zu lüften, “den HEXTECH-BETRIEBENEN-“ Seine Rede wurde von einem Tumult unterbrochen. Eine Armee von Robotern griff die Menschenmenge an. War das Jinx Werk? Diese schnappte sich die Erfindung und riss den blauen Kristall heraus, während Orianna dabei half die Zuschauer zu evakuieren. Jayce hatte seinen Hammer gezückt. Sein hasserfüllter Blick war auf einen Mann mit braunen Haaren gerichtet, der die Roboter zu befehligen schien. “Viktor!“, hörte sie ihn rufen, als Kayn sie mit sich zog. Sie folgten Jinx zurück zum Zeppelin. “Gut, das war nicht geplant - Aber Hey! Wir haben dieses Dings!“, rief sie entzückt und startete den Zeppelin. Sie ließ Ziggs steuern und versuchte den Kristall in ihren Raketenwerfer “einzubauen“ - wobei sie eher ein paar mal dagegen trat, um den Kristall in eine kleine Luke zu bekommen. Plötzlich knallte es und das Luftschiff kam in eine Schräglage. “Uh-oh. Wir müssen Ballast abwerfen!“, sagte Ziggs und kurbelte das Steuer herum. “Okay! Wer springt freiwillig?“, fragte Jinx. Darqueria blickte auf den großen Haufen Geld. Yasuo hatte es geschafft, Ziggs das Steuer zu entreißen und Darqueria öffnete die Ladeluke. Tausende Geldscheine flatterten durch die Luft, direkt in die Slums von Piltover und Zhaun. “Seid ihr IRRE?“, rief Jinx verzweifelt. Selbst Kayn schien... etwas bestürzt. “Wolltest du lieber springen?“ “Ich glaube da werden wir nicht drum rum kommen.“, meldete sich Yasuo. Das Schiff verlor stetig an Höhe und steuerte direkt auf eine Lagerhalle zu. Darqueria beschwor einen Schild herauf, der ihren Sturz dämpfte, bevor die Explosion alles um sie herum dunkel werden ließ.

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  • Kapitel 25


    Sie erwachte unter großen Schmerzen in der Brust. “...wo...bin...ich...?“, fragte sie. Ihre Stimme klang schwach. “Du solltest noch nicht aufwachen.“, der Mann, den Jayce 'Viktor' genannt hatte, stand neben ihr. Sie war auf einen Tisch gefesselt. Es sah aus wie in einer Art Lagerhalle... nur dass dies wohl ein Lager für Roboter mit menschlichen Gehirnen war. Sie sah überall Elektroteile herumliegen. Viktor hielt eine kleine Maschine in der Hand. Seine Stimme klang emotionslos und irgendwie mechanisch. “Was... tust... du da...?“, fragte sie. Sie bemerkte plötzlich eine große offene Wunde in ihrer Brust. “Ich versuche deinen Körper zu optimieren. Aber leider ist die Regenerationskraft deines Körpers ungewöhnlich hoch.“ Darqueria verstand nicht. “optimieren?“ Viktor zupfte ein paar Drähte an dem Gerät zurecht und erklärte: “Die glorreiche Evolution. Die nächste Stufe der Menschheit. Menschen die weder Angst noch Schmerz spüren und stets Gehorsam leisten. Menschen die ein vielfaches ihrer Arbeit leisten können. Ganz einfach, indem man ihre Teile durch Maschinen ersetzt.“ Er nahm ein Messer und vergrößerte das Loch in ihrer Brust. Darqueria schrie vor Schmerz auf. Schnell versuchte er den Apparat in ihre Brust zu setzen, doch es war zwecklos - ihre Wunde war schon fast wieder verheilt. Doch der Schmerz blieb. Er versuchte es nochmal und nochmal und nochmal. Immer wieder bis sie vor Schmerz ohnmächtig wurde. Und der Schmerz blieb. “Zwecklos...“, murmelte Viktor schließlich. Er legte das Messer und den Apparat endlich weg. “Du bist unoptimierbar. Es tut mir leid. Ich werde dich verkaufen. Vielleicht kann Singed etwas mit dir anfangen, bis Noxus den nächsten Feldzug gegen Ionia startet.“ Endlich tat er ihr nicht mehr weh... doch er schickte sie durch einen starken Elektroschock zurück ins Land der Träume. Nur verschwommen hörte sie Stimmen. Sie sprachen über einen Auftrag. Von einem Dorf, das als Warnung ausgerottet werden sollte.


    “...komm, wach auf mein Kind. Für dieses Experiment musst du wach sein, damit ich deine Hystaminwerte messen kann.“, sagte eine Stimme. Der Sprecher nuschelte etwas, als ob er irgendwas im Mund hätte. Darqueria versuchte sich zu bewegen. Wieder gefesselt. Sie lag auf einer schmutzigen Patientenliege und das grelle Licht einer OP-Lampe blendete sie. Kurz erhaschte sie einen Blick auf das Gesicht des Sprechers. Er war kahlköpfig und sein Gesicht war teilweise nur von Bandagen zusammengehalten. Sein linkes Auge war milchig weiß und starrte wahnsinnig auf sie. “Ah. Gut. Dann können wir ja fortfahren.“ Sie bemerkte, dass einer ihrer Arme abgetrennt neben ihr lag. Nein... nicht nur ihr Arm... sämtliche ihrer Gliedmaßen... doch sie wuchsen in Sekundenschnelle nach. Der Arzt, bei dem es sich unweigerlich um Singed handeln musste, trennte mit einem Skalpell eine ihrer Venen durch. Dann kippte er eine rauchige Flüssigkeit in ihre offene Wunde. Sie schrie auf. Es brannte und schien sich durch ihren Körper zu fressen. Sie verfluchte sich für ihre Regenerationskraft. Sie wollte nur sterben... Singed testete an ihr verschiedene Flüssigkeiten und Gase aus. Der Schmerz ... er verbrannte verschiedene Stellen ihres Körpers, hackte Teile ab , nur um zu sehen wie sie nachwuchsen. Schließlich öffnete er ihren Schädel und versuchte ihr Gehirn zu 'verbessern'. Jedes mal wenn sie vor Schmerz ohnmächtig wurde, betete sie dafür, dass sie nicht mehr aufwachte. Dass sie einfach starb. Es gab nichts außer ihr und dem Schmerz. “Nein...nein... So können wir dich nicht verkaufen... wir müssen dich verbessern....“ Singed hatte schließlich ihr Blut abgezapft, als ein Heulen ertönte. Es war so nahe... Singed drehte sich grade um, als eine Wolfsbestie die Tür aus den Angeln riss. Der Wolf hob Singed mit seiner Pranke hoch und schmetterte ihn gegen ein Regal voller Reagenzgläser. Der Wolf schnupperte, schien dem Blutgeruch zu folgen. Seine Augen waren auf Darqueria gerichtet. Er kam näher. Plötzlich sah sie etwas vor ihrem geistigen Auge. Einen Mann, gekleidet wie ein gewöhnlicher Gauner... und ein kleines Mädchen... eine Erinnerung seiner Seele? Der Wolf stutzte, obwohl er vor einer Sekunde noch zum Sprung angesetzt und die Zähne gefletscht hatte. “...War...wick...“, sie sagte seinen Namen. Ihre Stimme klang wie die des Mädchens und für einen Moment schien der Wolf wieder seiner Menschlichkeit bewusst zu sein. Doch nicht lange. Darqueria zerrte an ihren Fesseln, doch sie gaben nicht nach. Plötzlich riss der Wolf ihre Fesseln entzwei. Er warf ihr einen finsteren Blick zu. Darqueria schaffte es irgendwie aufzustehen. Sie war wackelig auf den Beinen. Auf dem blutverschmierten Tisch lag ein Brief. Der Plan dieses eine Dorf zu zerstören.... sie steckte ihn ein und wankte nach draußen. Die kühle Luft fühlte sich unheimlich gut an. Sie schaffte es sich zu verwandeln und zu fliegen. Wo hin wusste sie jedoch nicht. Sie hatte sämtliche Orientierung verloren. Auch ihr Zeitgefühl war abhanden gekommen. Irgendwann landete sie vor den Toren einer kleinen Stadt. Vielleicht gab es jemanden, der sie anhören würde...

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  • Kapitel 26


    Menschen... so viele Menschen... so viel Gedränge... Darqueria blickte nur zu Boden, um ihre Aufmerksamkeit bloß nicht auf sich zu ziehen. Was sollte sie tun? Was konnte sie tun? Wo sollte sie hin? Einen Moment belustigte sie der Gedanke. Woher sollte sie wissen, wohin sie gehen sollte, wenn sie nicht einmal wusste, wo sie war? Womöglich war sie komplett verloren... aber... Nein. Sie musste dieses Dorf finden und die Leute warnen. Leider schien ihre Kraft weiter nachzulassen...vielleicht hätte sie doch etwas schlafen sollen... Sie war müde geworden, seit sie Singed entkommen ist... sie biss sich auf die Zunge. Vielleicht könnte der Schmerz ihr helfen, wach zu bleiben. Sie sah verschwommen. Eigentlich wäre ein Nickerchen jetzt nicht schlecht... -NEIN. Komm schon, reiß dich zusammen! Plötzlich rempelte sie jemand an - “Oh, Verzeihung. Ist dir was passiert?“ Sie kannte diese Stimme... doch... jetzt wo sie einmal auf dem Boden lag... schlief sie auf der Stelle ein.


    Stunden später schreckte sie hoch. “Bist du wach? Du hast mir einen ziemlichen Schreck eingejagt.“, sagte Yasuo. “W-wo sind wir?“ Sie zitterte am ganzen Körper. “Hey.... ganz ruhig. Du bist in Sicherheit.“ Darqueria blickte sich nervös um. Sie bemerkte, dass sie sich in einer Hütte befand - weg von den Menschenmassen. Yasuo sah sie besorgt an: “Was ist mit dir passiert? Du siehst...“, er suchte nach einem passenden Wort, “... naja. Ziemlich mitgenommen aus.“ Nun, da er es sagte, kehrte die Erinnerung zurück - sie zuckte heftig zusammen. “Hey.“ Sie blickte zu ihm: “...sie... sie haben mich gefasst... der Typ mit den Robotern... Viktor... hat versucht mich durch Ma-maschinenteile...zu ersetzen... Stück für Stück.. aber es...es ging nicht... darum... hat er mich an Singed verkauft... der Doktor... Er hat... an mir Ex-Experimente vorgenommen... aber meine Wunden heilten zu schnell! Da-dann... Er hat... mir immer weitere Wunden zugefügt... mir... Körperteile...abgeschnitten... aber... s-sie kamen immer zurück... dann... dann...“, ihr Blick war wahnsinnig und vollkommen verängstigt, “...Er hat... mir ... Flüssigkeiten injiziert... und... mich giftigen Dämpfen ausgesetzt.... und...“ ihr versagte die Stimme. “Das wierd wiedär. Gib ihr etwas Zeit.“, sagte Zerusha. Darqueria starrte sie nur an. Schicksal... Plötzlich fiel ihr der Plan wieder ein. Sie zog das Schriftstück hervor, “Ya-yasuo, weißt du wo dieses Dorf liegt? Ich -ich habe gehört wie sie davon gesprochen haben... N-noxus.. plant es als Warnung für Ionia... zu zerstören...“ Yasuo laß sich den Brief durch. “Das ist nicht weit von hier...“ Er stand auf, “Vielleicht kann ich sie warnen.“ Darqueria versuchte aufzustehen, doch Yasuo hielt sie ab, “Komm erst wieder zu Kräften.“ Sie schüttelte den Kopf: “Ich will helfen!“ Er lächelte. “Du nützt uns am Meisten, wenn du dich erholt hast. Ich schaff das schon.“ Sie seufzte: “...bitte... versuch so viele wie möglich zu retten... “ Er nickte nur und verließ sie. “Aaaaaaw ich wussten du haben guttes 'Erz.“, sagte Zerusha. “Habe ich nicht. Aber diese Schmerzen im Fall einer Gefangennahme wünsche ich niemandem.“ Zerusha lachte: “Abär sicher!“ Darqueria ließ sich zurück in ihr Kissen sinken. “Ich bin eine Dämonin. Nichts anderes.“ “Eine Dämonin die grade gebettelt 'at, Menschen su retten.“ Darqueria schwieg.

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  • Kapitel 27


    Zerusha lächelte wissend. Es ging Darqueria ziemlich auf die Nerven. Zerusha setzte sich auf einen Schemel neben ihr, die Hände auf ihren Stock gestützt, “Was du getan 'aben, war sähr ehren'aft für eine Dämonin.“ “Nein. Ehrenhaft wäre es, wenn ich selbst hätte helfen können, statt hier meine Wunden zu lecken und vor Angst zu ersticken.“ Sie war zornig auf sich selbst. Ja - sie wollte nie wieder etwas mit Menschen wie Singed zu tun haben. Sie verzehrte sich vor Angst... zumal sie sich nicht einmal wehren konnte. Zerusha wirkte nachdenklich: “Isch gann dich ein paar Dingäh lehren...“ Darqueria sah auf. Was meinte sie damit? “Du sein stärker als du wissen. Du 'aben nicht einmal Bruchteil deinär eigentlichen Krafte eingesetzt. Was 'ast du getan? Das Leben und die Magie von anderen gebannt und neu aufgeteilt? Die Liedär von Seelen gesungen? Du gannst mähr. Ich gann lehren dich wie man Tote zurück bringt. Seelän heilt und kontrolliert.“ Darqueria blickte auf, “Das ist zu viel Macht für eine Person.“ “Aaaah, fruher odär spätter 'ättest du es ohnehin rausgefunden. Gomm!“ Die kleine alte Frau führte sie in den Wald. Sie schien etwas zu suchen... vor einem Fuchsbau blieb sie stehen. Sie deutete auf die Füchse, “Erzähl mir, was diesen Fuchsen in ihre Läben geschehen ist.“ Was? “Ich soll... ?“ Zerusha wirkte ungeduldig: “Mach schon! Stelle eine Verbindung zu ihren Seelän 'er!“ Darqueria war sich nicht sicher was sie tun sollte. Sie blickte die Füchse an. Einer davon erwiderte ihren Blick. Sie sah ihm in die Augen. Die ihren begannen hell zu leuchten und schienen eine Verbindung einzugehen. Sie sah Jäger und Füchse. Ein ganzes Rudel, das verjagt und erlegt worden war. Sie spürte Angst, Misstrauen und Trauer. “Gutt. Nun befehl ihm etwas!“, hörte sie Zerushas Stimme in weiter ferne. Etwas befehlen? “'...Tanze für mich.“, ihre Stimme klang weit weg. Doch der Fuchs tat nichts. “Zwing ihm deinän Willen auf! Sei stärker als er!“ Sie versuchte es nochmal, etwas energischer: “Tanze!“ Sie spürte eine Blockade im Geiste des Fuchses. Einen Widerstand. “TANZE!“, sagte sie mit ihrer ganzen Willenskraft. Etwas schien zu zerbrechen. Sie bemerkte, dass sie sich zurück gezogen hatte. Der Fuchs stand auf den Hinterbeinen und hopste von einer Pfote auf die andere. “Gutt. Trainiere das.“, sagte Zerusha. Dann erschlug sie den Fuchs mit ihrem Stock. Darqueria sah sie entgeistert an. “Du gannst ein Läben surück gebän. Tu es.“ Wiederbelebung? So stark waren ihre Heilkräfte definitiv nicht. Oder? Das letzte mal hatte sie fünf Leute geheilt... Aber sie war danach geschwächt gewesen... Selbst wenn. Warum sollte Zerusha einer Dämonin wie ihr so etwas beibringen? Das konnte doch nur bedeuten... “...muss ich unbedingt die Lebensenergie eines anderen kanalisieren, um jemanden wiederzubeleben?“ Zerusha lächelte, “Auf dem jetzigen Niveau deiner Kräfte schon.“ “Gut.“, mit diesen Worten entzog sie dem Dämon der Zerushas Geist befallen hatte das Leben. “NEIN!“, die Stimme ihres Vaters? Wie war das möglich? Er versuchte die Kontrolle über sie zu erlangen, doch Darquerias Wille andere zu schützen war stärker. Je mehr sie kanalisierte, desto größer wurde ihre eigene Macht. Val'Garoth verließ Zerushas Geist und erschien als Schatten seiner selbst vor ihr: “Duu...“, er wirkte außer sich vor Wut. Dann lächelte er, “Das wird noch ein Nachspiel haben...“ Dann verschwand er. Darqueria half Zerusha auf die Beine. “Aah, danke Liebes.“, sagte sie, “Dieser Dämon 'at mich schon lange gequält.“ Darqueria lächelte. “Gomm. Du musst dich ausru'en. Dein Körper ist noch immär geschwächt.“, sagte Zerusha und begleitete sie zurück.

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  • Kapitel 28


    Drei Tage vergingen. Darqueria machte sich Sorgen um Yasuo, doch Zerusha ließ sie noch nicht gehen. Das Nichtstun machte sie noch wahnsinnig! Aber Zerusha schien ihr Unmut nicht zu stören. “Du mussen lernen im Gleichgewicht su bleiben.“, pflegte sie zu sagen. Wahrscheinlich meinte sie, dass sie sich gedulden sollte - aber worauf sollte sie denn noch warten? Sie fürchtete vor allem, dass sie Yasuo gradewegs in den Tod geschickt haben könnte...

    Wieder einmal stand sie auf. Zerusha drehte sich nicht einmal mehr um: “Du gähst nischt.“ Darqueria war sauer: “ Ich kann doch nicht die ganze Zeit hier rumsitzen, verdammt!“ Doch Zerusha wirkte einen Zauber, der Darqueria an Ort und Stelle hielt. Sie wirkte verzweifelt. “Warum darf ich nicht helfen?“ “Weil sie deine Hilfe nischt mähr benötigen.“, erwiderte Zerusha, als Yasuo endlich zurückkehrte. Er war unversehrt - abgesehen von ein paar Kratzern. Auf Darquerias drängenden Blick hin, erklärte er: “Es ist alles gut. Wir haben sie da raus gekriegt.“ Darqueria atmete erleichtert aus. Er lächelte. “Es war nicht leicht... Die Leute haben mir zunächst misstraut...“, sagte er. “Was meinst du mit 'WIR haben sie da raus gekriegt'?“, fragte Darqueria, während sie versuchte sich von Zerushas Lähmzauber zu befreien. Yasuo half ihr aufzustehen, “Yone ist noch dort. Er sichert die Umgebung... Die Ältesten wollen auch dich sehen und dir dafür danken. Komm mit.“ Yone war dort? Darqueria wurde rot. Sie freute sich darauf ihn wiederzusehen... doch was sollte sie ihm sagen? Schließlich... war sie eine Dämonin... er... hatte besseres verdient... Sie wurde nervös, doch sie verabschiedete sich von Zerusha und folgte Yasuo durch die Wälder bis sie in ein Dorf gelangten. Seine Bauweise war sehr naturell gehalten, wie eigentlich alle Bauten in Ionia. Yasuo führte sie zu einem großen Gebäude im Ortskern. Sie sah sich aufmerksam um, hoffte wohl Yone zu erblicken... doch er war nirgends zu sehen. In dem großen Gebäude gab es eine Art Versammlungshalle. Dort hatten sich einige der Dorfältesten und jene die hier wohl das Sagen hatten, versammelt. Sie blickten zu ihr. Darqueria verbeugte sich nervös vor ihnen. “Du bist die Dämonin die Schmerzen in Kauf nahm, um unser kleines Dorf zu schützen?“ Darquerias Stimme versagte, doch Yasuo kam an ihre Seite, klopfte ihr beruhigend auf die Schulter und antwortete an ihrer Stelle: “Das ist sie.“ Darqueria traute sich nicht, aufzublicken. “Wie bist du an deren Pläne gelangt?“, fragte ein älterer Herr mit sehr langen buschigen Augenbrauen und finsterer Miene. “Ich wurde in Zhaun entführt und von Singed gefoltert. Er wollte meinen Körper... verändern... und mich anschließend als Waffe... an eure Feinde verkaufen. Sie sprachen darüber.“ “Und wie bist du entkommen?“ Darqueria atmete tief durch. Die Erinnerung war verschwommen und sie begann zu zittern, wenn sie an Singeds Labor zurück dachte, “...der Geruch meines Blutes... hat eine von Singeds Bestien angelockt... eine Wolfskreatur namens Warwick... er griff Singed an...ich... konnte... seine...seine Erinnerungen sehen... und... er befreite mich...“ Warum sollten sie ihr glauben? “Woher konntest du die versteckten Schattenrunen auf dem Brief lesen?“, fragte ein kahlköpfiger kleiner Mann mit freundlichem Gesicht. Darqueria blickte auf: “Schattenrunen?“ “Auf dem Schriftstück das uns übermittelt wurde, stehen in Schattenrunen geschrieben, die weiteren Angriffspläne. Nur mit einer speziellen Technik kann man sie lesen.“ Darqueria wandte ab: “Davon.... wusste ich nichts...“ Stille trat ein. Dann trat eine bekannte Gestalt hervor: “Dennoch 'ast du und gerettet und disch kaum bändigen lassen, um selbst 'ersukommen.“ “Meisterin Zerusha!“, sagte einer der Anwesenden mit ehrfürchtigem Blick. Meisterin? Die alte verwirrte Omi soll eine Meisterin sein? Zerusha lächelte angesichts Darquerias ungläubigen Blicks, “Im Namen unseres Dorfes, danke ich dir. Du wirst 'ier immer Willkommen sein.“ Willkommen... nein... Sie durfte nicht bleiben... früher oder später würde sie wieder die Kontrolle verlieren und jemanden töten... so wie den Poro-Hirten... Darqueria verneigte sich und verließ das Gebäude. Was nun? Ehe sie sichs versah, stand Yone plötzlich vor ihr. Er lächelte, “Wie es aussieht, kreuzen sich unsere Wege erneut...“ Sie blieb wie angewurzelt stehen und blickte ihn nur an. “Hm? Alles in Ordnung?“, fragte er. Sie sah aus, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen und wandte sich ab. “...ich muss gehen...“, sagte sie mit gebrochener Stimme, als Zerusha wieder ihren Lähmzauber auf sie wirkte, “Sie muss sich ausru'en.“ “NEIN! - Ich-ich... wenn ich bleibe, bin ich nur eine Gefahr für euch!“, Darqueria zitterte, “...Ich kann... mich nicht... beherrschen... Meine Kräfte... ich... ich bin ein Dämon...“ “Es ist nicht der Dämon in dir, der dich schwach macht, sondern das ständige Alleinsein.“, sagte Yone und reichte ihr die Hand.

    “Jeder normale Mensch ist wohl von Zeit zu Zeit versucht, in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und anzufangen, Kehlen aufzuschlitzen...“

    (Lucanus 39-65n.Chr.):cat:

  • Kapitel 29


    Es dauerte, bis sie sich wieder beruhigt hatte. '...ich bringe euch nur in Gefahr'...Yasuo kannte diese Worte. Sie erinnerten ihn sehr an seine ehemalige Schülerin... Taliyah...


    “Ich kann nicht hier bleiben.“, Darqueria blieb stur. Zerusha hatte sie zurück in ihre Hütte bringen lassen und versuchte schon seit Stunden sie umzustimmen. “Wenn du gehst, läufst du nur vor dem Problem davon.“, sagte Yone ruhig. Er hatte sie die ganze Zeit über nicht mehr aus den Augen gelassen. Machte er sich Sorgen um sie? “Wenn ich bleibe, bringe ich euch alle in Gefahr. Allein weiterzuziehen wäre sicherer. Zum Wohle aller.“, entgegnete sie beharrlich. Da hatte sie nicht ganz unrecht. Dennoch... “Deinäh Kräfte werden stärker, je öfter du sie einsetzt. Wenn du disch alleine durchschlagen, du werden nur bedrohlichär. Du 'ast nur deine Kräfte um dich zu verteidigen und verteidigen musst du dich da draußen.“, erklärte Zerusha in einem gelangweilten belehrenden Tonfall, “Abär du 'ast auch recht. Das Risiko ist zwar geringer wenn du bleiben, abär solltest du deinäh Kräfte auch nur einmal 'ier einsetzen, gönnte das in einer Katastrrrophe enden.“ Darqueria murmelte niedergeschlagen: “Dann schick mich in den Abgrund und der Unsinn hat ein Ende.“ - “Nein.“, sagten Yone und Zerusha gleichzeitig. “Du bist bereits stark genug um selbst aus däm Abgrund zu entgommen.“ “Außerdem kannst du lernen den Dämon in dir im Zaun zu halten.“, sagte Yasuo, den Blick auf Yone gerichtet. Schließlich hatte er es bereits geschafft, dem Azakana zu trotzen. “...Bei mir ist es anders. Ich bin nicht von irgendeinem herrenlosen Dämon angefallen wurden - ich BIN der Dämon.“, Darqueria wirkte ungeduldig. “Und du versuchst die ganze Zeit über, alles daran zu setzen, deine Freunde zu retten! Du bist bereits auf einem guten Weg.“, Yasuo wandte sich an Yone, “Und wenn ihr jemand beibringen kann, mit seinen inneren Dämonen klar zu kommen...“ Yone schien nicht sonderlich überzeugt. Allerdings... einen Versuch war es vielleicht wert. Noch ehe Darqueria erneut protestieren konnte, stand Zerusha selbstzufrieden auf und wirkte einen Schweigezauber auf Darqueria. “Gutt. Dann 'ätten wir das geklärt. 'Ier kümmert euch um sie. Gäht zur Ruine in Richtung Norden. Bringt ihr bei, sich su kontrollieren. Oh und sisch ohnä ihr Kräfte verteidigen su gönnen!“ Dann schob sie die drei zur Tür hinaus und löste den Schweigezauber. Darqueria sah aus, als wolle sie jemanden umbringen, als jemand ihr die Hand auf die Schulter legte. Verwundert sah sie zu Yone. “...Komm mit. Wenn dir wirklich etwas daran liegt... werde ich dir helfen.“ Es klang so, als würde er noch immer an ihr zweifeln. Sie folgte ihm und Yasuo in die Richtung in die Zerusha gewiesen hatte. Je näher sie der Ruine kamen, desto stiller wurden die beiden Brüder. Beinahe ehrfürchtig betraten sie das Gebäude. Trauer spiegelte sich in ihren Blicken. “...ist... alles in Ordnung mit euch?“, fragte Darqueria zaghaft. “Wir wurden früher an diesem Ort trainiert...“, sagte Yone. Sein Blick streifte durch verfallene Flure und verlassene Hallen. Es sah aus, als hätte sich die Natur vollkommen mit diesem Ort vereint. Auch Darqueria sah sich um. Yasuo hatte die Waffenkammer entdeckt und überprüfte die Klingen der alten Schwerter. Die meisten waren noch immer scharf. Yone war in ein leeres Zimmer gegangen und Darqueria war ihm unbemerkt gefolgt. Er blickte lächelnd auf ein gealtertes Portrait, das eine schöne Frau und ihre zwei Söhne zeigte. “...ist das deine Familie?“, fragte sie. Er wandte sich um. Hatte er sich erschreckt? Seine Miene war undurchschaubar. “Ja.“, erwiderte er nur. Sie betrachtete das Bild näher. Die Frau, die unweigerlich ihre Mutter sein musste, hatte Sorgenfalten im Gesicht. Was war mit ihrem Mann geschehen? Im Vordergrund stand ein kleiner bockiger Yasuo, der mürrisch dreinblickte und die Arme verschränkte. Daneben war Yone - der wie es aussah, seinem Bruder eine Standpauke hielt. Darqueria lächelte: “Gut getroffen.“ “Yasuo war an dem Tag an dem es gemalt wurde nicht grade glücklich darüber still stehen zu müssen. Er wollte lieber kämpfen.“, erklärte Yone und zeigte ein bei ihm seltenes Grinsen. “Habt ihr was gefunden'“, fragte Yasuo als er die beiden entdeckte. Yone reichte ihm das Portrait. Auch er lächelte, als die Erinnerung hochkam. Es war vielleicht das erste Mal, dass Darqueria die beiden Brüder zusammen lächeln sah.

    “Jeder normale Mensch ist wohl von Zeit zu Zeit versucht, in die Hände zu spucken, die schwarze Flagge zu hissen und anzufangen, Kehlen aufzuschlitzen...“

    (Lucanus 39-65n.Chr.):cat: