Beitrag von Thorgan Hammerfall (3. Oktober 2026 um 12:58 )
Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (5. Oktober 2026 um 20:07 ).
Ich kann deine Frustration nachvollziehen. Und es freut mich, dass du ihn mit uns teilst.
Auf der einen Seite werden die meisten Spiele nicht mehr aus Leidenschaft entwickelt, sondern für den Markt. Je größer ein Unternehmen wird, desto weniger Risiko kann es sich leisten vom Mainstream abzuweichen. Der Mainstream-Spieler ist mittlerweile hyper-profiled und kriegt tatsächlich das, was er verlangt. Ob ihm wirklich schmeckt, was er bestellt hat, ist eine andere Frage. Bei großen Entwicklerstudios stirbt zumindest die Originalität zunehmend, trotz ihrer Meisterwerken in der Vergangenheit. Nostalgie ist eine Illusion und sie wird ausgenutzt. Außerdem waren nicht alle nostalgischen Spiele wirklich so, wie man sie im Kopf hatte. Oft waren wir nur einfach zu beeindrucken oder es diente unserer, zu der Zeit bestandenen Gefühlswelt.
Und auf der anderen Seite ist der Konsument abgöttisch übersättigt. Summer-Sales und geschenkte Spiele, haben dazu ihren Beitrag geleistet. Zu viele Optionen lähmen. Das führte dazu, dass der Konsument nun ständig seine wertvolle Zeit wichtet: Es wird ein Spiel gestartet aber dann wieder geschlossen, weil eventuell ein anderes Spiel mehr Spaß in der kurzen Zeit bringen könnte. Die Uhr tickt, die Verantwortungen warten. Dieses Micro-Management des Zeit/Spaß-Ratio steht einem selbst im Weg. Es kommt dem erzwungenen Einschlafen unter Zeitdruck nahe.
Ist das das Ende der Spielära? Ich denke nicht; es wird zur Renaissance führen. Zumindest im Indie-Bereich. Vorallem jetzt im KI-Zeitalter, wo Qualität immer mehr droppen wird. Spieleentwickler und Künstler dürfen nur nicht resignieren. Bis dahin wird es aber noch eine kleine Durststrecke. Also Kopf hoch!
Welche Spiele haben dich in letzter Zeit enttäuscht? Und welche haben dich sogar positiv überrascht?
Hat beides seine Vor- und Nachteile. Man muss auch bedenken, dass es anders, als zum Beispiel beim Schreiben oder Zeichnen, vor 30 Jahren noch nicht dieselben Möglichkeiten wie heute gab, was die Spielentwicklung angeht (Grafik etc). Bei Spielserien, die über viele Jahre erscheinen, fällt mir das natürlich am stärksten auf. Oft denke ich dann "Ach, das wollte uns das Entwickler-Team also zeigen. Aber sie hatten damals keine bzw nur begrenzt Möglichkeit dazu." Doch Grafik ist natürlich nicht alles, gibt immer wieder Pixel-Spiele, die mich stark begeistern. Ich denke spontan an "The Friends of Ringo Ishikawa" und "Undertale" (und ja, die haben nun auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel
).
Insgesamt kann man also sagen, dass neue(re) Spiele mich immer wieder staunen lassen, was den Umfang und das Detailreichtum angeht, aber auch ältere Spiele wissen zu überzeugen. Ich hole immer mal wieder Titel nach, die ich als Kind nicht gespielt habe und bin oftmals beeindruckt. Und gerade in Titel wie "Pokemon" oder "Harvest Moon" kann man ja teilweise hundert und mehr Stunden investieren.
Und auf der anderen Seite ist der Konsument abgöttisch übersättigt.
Oh ja, das bemerke ich auch immer wieder. Ich sehs mittlerweile so, dass ich mich damit "abfinden" muss, niemals alles spielen zu können, das mich interessiert. Und das ist voll in Ordnung. Früher als Kind/Jugendlicher hatte man ja auch 2-4 neue Spiele im Jahr, mit denen man sich dann intensivst beschäftigt hat. Und manche Spiele erfordern das ja auch ~ Wenn ich an die MMO SpielerInnen in meinem Umfeld damals denke, da wurden echt 1000e Stunden in "WoW", "Flyff", "Metin 2" und wie sie alle hießen gesteckt. Aber auch RPGs wie "Final Fantasy" und "Kingdom Hearts" boten dutzende Stunden Spaß.