Ja es stimmt, dass persönliche Präferenzen durch soziokulturelle Prägung und ethische Haltungen beeinflusst werden können. Das bedeutet aber eben nicht, dass diese Präferenzen zu einer ethischen Position werden. Es ist möglich, Neutralität in einer Präferenz zu haben, ohne dass dadurch die eigene moralische Einstellung "beeinträchtigt" wird.
Ich würde zustimmen, dass die Frage danach, ob Cola oder Fanta besser schmeckt, weitestgehend auf neutrale persönliche Präferenzen abzielt. Allerdings halte ich Neutralität für eine Luftblase, wenn es um politische Themen geht, wozu Diversität und Sichtbarkeit ohne Zweifel gehören. Hier kann nur innerhalb eines bestehenden Bezugsystems gedacht werden, womit selbst ein 'Egal' oder eine angebliche Neutralität einen politischen Charakter erhält, da die eigene Person nicht außerhalb des Bezugsystems gedacht werden kann.