Welche Erfahrung habt Ihr bereits mit dem Umzug gemacht?
So einige. Das erste Mal in eine eigene Wohnung (2 Zimmer) bin ich im Januar 2013 gezogen - 263 Kilometer von der Heimat entfernt. Dann bin ich nach ca. 2 Jahren innerhalb derselben Stadt noch einmal umgezogen, weil ich es mit meiner Nachbarin (wohnte unter mir) nicht mehr aushielt. In der neuen Wohnung (1 Zimmer) verbrachte ich dann allerdings nicht ganz ein Jahr, weil ich nach Beendigung meiner ersten Ausbildung mit meinem Freund nach 2,5 Jahren Fernbeziehung in eine Wohnung (3 Zimmer) nach Hannover gezogen bin. Und hier lebe ich nun seit Mitte 2015 glücklich und zufrieden. :)
Wann war für euch der Zeitpunkt gekommen eine eigene Wohnung zu suchen?
Als mir immer bewusster wurde, wie sehr meine Selbstständigkeit im Haus meiner Mutter auf der Strecke blieb. Ich liebe meine Familie und meine Heimat. In jeder Lebenslage war und ist meine Mutter immer für mich da. Doch das Kümmern meiner Mutter wurde zu viel; ich musste "ausbrechen" aus alten Gewohnheiten. Zudem ist meine Heimat mit schwierigen Zeiten verknüpft - Ängste, Therapien, Zusammenbrüche... Auch meine Freunde lebten mittlerweile recht verstreut in Deutschland.
Es war mir wichtig, so weit weg zu ziehen, dass ich nicht einfach nach Hause flüchten konnte, sollten Komplikationen auftreten. Gleichzeitig wollte ich trotzdem nicht ewig weit weg wohnen - also zog ich von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen (wo ich eine Ausbildung bekommen hatte), was sich als die beste Entscheidung meines Lebens herausstellen sollte. Die Anfangszeit war hart, keine Frage (dazu mehr im letzten Punkt), doch durch den Umzug kam ich mit meinem Freund zusammen, lernte in der Berufsschule viele tolle Leute kennen und wuchs in so vielen Situationen über mich hinaus. Ich hätte wohl niemals derartiges Selbstbewusstsein erlangt, wenn ich in meiner Heimat geblieben wäre.
Seid Ihr ggf. schon öfters umgezogen und seht einen Umug eher locker an?
Ich bin inzwischen dreimal umgezogen (die Male mit meiner Familie ausgenommen); zweimal war der Umzug ziemlicher Stress, beim dritten Mal hat er dann sogar Spaß gemacht. Beim ersten Mal musste ich aus diversen Gründen sehr schnell und unvorbereitet umziehen, was dazu führte, dass ich zunächst sehr provisorisch gelebt habe. Beim zweiten Mal bin ich aus unschönen Gründen weggezogen, da ich mit meiner Nachbarin nicht auskam. Dementsprechend war dieser Umzug durchzogen von vielen negativen Gefühlen, und es lief auch vieles schief bei der Planung. Der dritte Umzug hingegen war das Zusammenziehen von meinem Freund und mir nach einer längeren Fernbeziehung - es war aufregend, wir hatten Spaß, alles lief gut. An diesen Umzug denke ich immer noch gerne zurück.
"Locker" sehe ich Umzügen trotzdem nicht entgegen. Irgendwo sind sie immer mit einem gewissen Nervenkitzel verbunden, den ich mag (sofern man aus freien Stücken in eine neue Wohnung zieht), doch ich weiß auch wie fürchterlich sie sein können. Und an einen Auszug aus unserer aktuellen Wohnung will ich gar nicht denken - wir haben mittlerweile so viel in die Wohnung gesteckt und investiert, dass es der absolute Megastress werden wird. XD"
Was haltet Ihr von WG's?/Seid Ihr schon in eine WG gezogen?
Gar nicht mein Ding. Ich brauche meine eigene Küche und mein eigenes Bad. <D" Und da ich nun auch nicht der offenste und extrovertierteste Mensch bin, würde ich mich
wohl allgemein unwohl dabei fühlen.
Wie waren es für euch das erste Mal umzuziehen? (Hattet Ihr Probleme euch einzugewöhnen (Essen/Wäsche/Einkäufe)
Ich habe mich extrem allein gefühlt. Nie vergessen werde ich, wie 2013 mein altes Samsung Handy (kein Smartphone) den Geist aufgab und gleichzeitig Internet und Telefon länger nicht funktionierten. Ich konnte niemanden erreichen, saß da in einer kalten, halbleeren Wohnung und habe mich hundeelend gefühlt. Zudem kannte ich noch niemanden in der neuen Stadt - abgesehen von meiner Nachbarin (eine ältere Dame mit Alkoholproblem) unter mir, die mich bei jeder Gelegenheit runterputzte. Also nein, das war nicht schön. xD In dieser Zeit gab mir die frische Beziehung zu meinem Freund sehr viel Kraft (die Power der Verliebtheitsgefühle! >D) und sorgte wohl auch dafür, dass ich nicht geknickt nach Hause zurückgekehrt bin. Im Endeffekt weiß ich wirklich nicht, ob ich ohne ihn wieder zurückgegangen wäre. Fakt war aber, dass die Entfernung von meiner Heimat aus für unsere Fernbeziehung zu groß für uns beide gewesen wäre.
Wäsche war auch so ein Ding. Ich hatte zuerst keine eigene Waschmaschine, konnte meine Wäsche aber auch nicht einfach zu meiner Mutter bringen. Also habe ich über einen längeren Zeitraum meine Wäsche mit der Hand gewaschen. Noch heute weiß ich den Luxus einer Waschmaschine zu schätzen xD"
All diese Erfahrungen möchte ich heute aber nicht missen. Durch diese durchaus schwierige Erfahrung meines ersten Umzugs weiß ich viele kleine Dinge wirklich zu schätzen. Und es hat sich alles zum Positiven entwickelt. :3