ψέμα

Und ich rannte. Die Nacht schien in dem Moment mein Schleier zu sein, welcher von tanzenden Regentropfen begleitet wurde. Ich war glücklich, dass es regnete. Die schweren Regentropfen, welche ihren Tanz auf meiner Haut vollendeten, versteckten die Tränen, die doch nur mit tanzen wollten.



Es war so viel zwischen ihm und mir passiert. Ich erinnere mich noch ganz genau, an den Tag, als ich ihn kennen gelernt habe. Ich weiß, es klingt doof, aber es war im Internet. Wir redeten und ich durfte in dieses Gesicht schauen. Gott, ich glaube es gibt nichts schöneres. Ich wüsste nicht, wie man sowas bezauberndes beschreiben sollte; dafür gibt es einfach keine Worte. Diese stundenlangen Gespräche fühlten sich nur noch an wie wenige Minuten. Es war so komisch, dass ich über solche Witze wie seine lachen konnte. Oder hab ich nur gelacht, weil er es auch getan hat? Ich weiß nicht mehr.



Seine Liebe zu mir war eine kleine Unendlichkeit für mich, denn jeder Moment ließ mich unsterblich fühlen. Als wäre ich unverwundbar und sicher, wenn er in meiner Nähe war. Für einen Augenblick schien unsere Liebe unheimlich surreal zu sein, denn seine rosaroten Lippen beteuerten mir haufenweise schöne Dinge, die mein Herz erwärmten, die mich zurück in die Welt holten und mich aus meinem schwarzen Loch zogen.



Ich fühlte mich so wohl im Regen, in der Dunkelheit und in der Kälte der Nacht. Nach einer Zeit kam ich an einer Gasse an. Langsam sank mein Körper auf den Boden nieder. Es fühlte sich so an, als würde ich auf einer Eisplatte sitzen, die kurz vorm Einbrechen war.



Seitdem du weg bist, fühlt sich alles so falsch an. Jeder Atemzug. Jeder Schritt. Selbst das Einschlafen. Deine Stimme geht mir nicht mehr aus dem Kopf und in Menschenmengen höre ich noch immer dein Lachen. Dein wunderschönes Lachen. Wie viel würde ich hergeben, nur um dich noch einmal zu spüren.

Noch einmal.

Ein einziges Mal
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