Vagabond

Community Update 6
Die Community hat überlebt und erstrahlt in neuem Glanz. Mehr Informationen
Solltest du Fehler finden, verwende bitte den Feedback und Hilfe Bereich.
  • 7df075f6496e4e260a121a3f1476ef64.jpg

    Titel: Vagabond
    Originaltitel: Bagabondo (バガボンド)
    Zeichnungen: Inoue Takehiko (nach dem Buch "Miyamoto Musashi" von Eiji Yoshikawa)
    Genre: Historisch, Abenteuer
    Erscheinungsjahr: 2002 (Deutschland); 1998 (Japan)
    Publisher: EMA (Deutschland); Kodansha (Japan)
    Bände: Bisher 36 (Deutschland); bisher 36 (Japan) – nicht abgeschlossen

    Story:

    Zitat von anisearch.de

    17. Jahrhundert, Sengoku-Ära in Japan. Shinmen Takezou wird aufgrund seiner wilden und gewalttätigen Natur von den Dorfbewohnern gemieden und als Teufelskind bezeichnet. Mit 17 läuft er gemeinsam mit einem anderen Jungen von zu Hause weg und tritt der Toyotomi Armee bei, um mit ihr in der Schlacht von Sekigahara gegen den Tokugawa-Clan zu kämpfen. Die Schlacht endet jedoch mit einem überwältigenden Sieg der Tokugawa, was drei Jahrhunderte Shogunat zur Folge haben wird. Takezou und seinem Freund gelingt es zu überleben und sie schwören sich von nun an große Dinge zu vollbringen. Nachdem sich ihre Wege getrennt haben, wird aus Takezou jedoch ein gesuchter Verbrecher, der seinen Namen und seine Natur ändern muss, um einen unehrenhaften Tod zu entgehen.

    Vagabond basiert auf dem Buch "Musashi" von Eiji Yoshikawa und ist eine fiktionale Erzählung des Lebens von Miyamoto Mushashi, der oft als "Heiliger des Schwerts" bezeichnet wird und vielleicht der bekannteste und erfolgreichste Schwertkämpfer in Japans Geschichte ist.

    ~*~*~

    Eigene Meinung:
    Vagabond war mein erster Samurai-Manga (glaube ich zumindest *gg*) und hat mich mit seinem recht eigenwilligen aber schönen Zeichenstil und der mitreißenden Story auch sofort in seinen Bann gezogen.
    Für sanfte Gemüter ist dieser Manga definitiv nichts, denn hier wird gemetzelt was das Zeug hält ;) Trotz allem stellt Takehiko alles mit seinem Zeichenstil sehr besonders dar und gerade die Tuschezeichnungen, die mit dem Pinsel angefertigt wurde, gefallen mir hier total - das bringt einfach eine ganz andere Stimmung in die Szene =)

    Von mir bekommt der Manga eine klare Lese-Empfehlung ;) Und ab hier mach ich mit der genaueren Rezension weiter =)

    Bis Kapitel 21:

    Spoiler anzeigen

    Es geht ja gleich von Anfang an ordentlich zur Sache - Takezo wehrt die fremden Samurai ab, die die Überlebenden töten wollen, er und Matahachi setzen sich gegen Tsujikaze Tenma und seine Bergsamurai zur Wehr und als er dann endlich in das Dorf Miyamoto zurückkehrt wird er dort auch noch angefallen und muss sich verteidigen. Japp, an Blut mangelt es den ersten zwei Bänden schon mal nicht xD

    Storytechnisch gibt es jedoch noch nicht so~ viel zu sagen, denn bisher lernt man eben die Protagonisten - oder eher den Protagonisten - kennen und einige Gegner/Nebencharaktere. Im Falle von Tsujikaze Tenma hatte dieser sein Pulver schnell verschossen und gehört der Vergangenheit an - aber er hat ja noch seinen Bruder Kohei, der prompt an Takezos Fersen hängt und ihn lynchen will *gg* Doch irgendwie gerät Kohei schnell in Vergessenheit, sobald Takuan Musashi mit aus dem Dorf nimmt - aber er wird ein Comeback haben, soviel ist sicher ;)

    Was Baba, Matahachi und Okou angeht, so finde ich sie alle samt unsympathisch bis nutzlos... Akemi und Otsu hingegen mag ich eigentlich recht gern, auch wenn man von denen am Anfang noch nicht so viel mitbekommt. Takuan zählt hingegen sogar zu meinen Favouriten - er ist einfach cool und hat eine sympathische Art an sich; außerdem hat er einen positiven Einfluss auf Takezo ;)

    Bis Kapitel 49:

    Spoiler anzeigen

    Gleich am Anfang des dritten Bandes erfährt man, dass Takuan Takezo seinen neuen Namen - Miyamoto Musashi - verpasst hatte und kurz drauf gibt es gleich einen Zeitsprung von vier Jahren und Musashi sucht sich in Kyoto starke Gegner. Der Zeitsprung kommt mir persönlich zwar etwas zu plötzlich, aber man findet sich doch recht schnell ab damit.
    Die weiteren knapp 30 Kapitel füllen sich dann eigentlich recht schnell und man kann die drei Bände in einem Rutsch weglesen - zumindest geht es mir immer so *gg* Musashi misst sich mit Yoshioka Denshichiro, weil Seijuro keine Lust hat und der jüngere Bruder die Ehre des Dojos aufrechterhalten will - so wirklich spannend ist der Kampf jedoch nicht...
    Seijuro selber stehe ich recht neutral gegenüber - ich finde ihn weder besonders toll noch lästig/dumm, aber er ist mir auch irgendwie egal O.o Denshichiro hingegen mag ich recht gern - er versucht seinem Bruder zwar nachzueifern, aber IMO hat er (was Schwertkunst und Ehre angeht - was zur damaligen Zeit eben wichtig war) das Herz und den Verstand am richtigen Fleck. Damit will ich nicht sagen, dass Seijuro diese Sachen egal wären - dem ist sicher nicht so - aber auf mich wirkt er oft teilnahmslos und schaut eher nach seinem eigenen Vergnügen.
    Die beiden "Schüler" Ueda Ryohei und Gion Toji finde ich ebenfalls beide sympathisch und auf gewisse Art auch cool - bei denen spürt man auch, dass sie noch mal vorkommen werden, weil ihre Rollen nicht ganz winzig ausfallen =)

    Matahachi und sein... Getue... geht mir jedenfalls auf den Zeiger. Erst dass er es sich bei Okou und Akemi quasi bequem macht und zu wenig Motivation hat, was aus seinem Leben zu machen, aber eigentlich viel mehr die Tatsache, dass er sich ja selbst nach seinem Dorf und Otsu sehnt, aber irgendwie nie dorthin zurückkehrt - ziemlich bescheuert IMO, aber jeder ist seines eigenen Glückes Schmied *shrugs*

    Der fünfte Band widmet sich ja komplett dem Kampf zwischen Musashi und Inshun und ist auch recht spannend und gut gemacht - vorallem was die Angst und die Selbstzweifel von Musashi angeht.
    Inshun ist ein toller Charakter! Ich mag ihn sehr gern und finde auch, dass er äußerst sympathisch, wenn auch teilweise etwas infantil rüber kommt =)

    Jotaro - Musashis "Schüler" - finde ich sehr goldig und ich habe irgendwie auch Mitleid mit ihm, weil er keine Familie mehr hat (ja, das trifft auch auf andere Charas zu, aber er ist eben noch ein Kind und schafft sich mit Musashi einen persönlichen Helden, dem er nacheifern will)

    Soweit keine schlechten Kapitel, wenn es sich auch mit den Kämpfen teilweise etwas zieht ;)

    Bis Kapitel 78:

    Spoiler anzeigen

    Ab Kapitel 50 dreht sich ja fast alles nur noch um die Kämpfe zwischen Musashi und Inshun vom Lanzen Hozoin.
    Dass Musashi mal eine Niederlage erlebt tut ihm ganz gut - er war wirklich etwas zu sehr von sich überzeugt gewesen zu dem Zeitpunkt - dass er aber sogar davon läuft, das passt nicht wirklich zu ihm, aber er hat wohl zum ersten Mal seine Sterblichkeit und/oder die Kostbarkeit des Lebens erkannt.
    Seine Genesung bei Opa-Inei *grin* und sein Training danach zieht sich zwar etwas, ist aber nicht uninteressant - schade fand ich jedoch, dass Jotaro sich von ihm abgewandt hat =/

    In der Zwischenzeit hat Matahachi ja auch wieder seine Problemchen - die er sich IMO meist selbst erschafft - und die er nicht gerade souverän löst... Dass er endlich versuchte zu arbeiten finde ich gut, dass er dann aber die Sachen des getöteten Samurai an sich nimmt (wenn auch zuerst aus ehrenwerten Zwecken) und auf der Suche nach Sasaki Kojiro sich selbst zu diesem erhebt und das Geld des Samurai ausgibt finde ich... traurig - ja ich denke so kann man das nennen. Ich will nicht sagen, dass er das Geld sinnlos veschleudert hat, er hat ja wirklich versucht Kojiro und Kanemaki Jisai zu finden, aber als er sich dann gut einkleiden lässt übertreibt er es. Und dass er eben einfach mal den Namen von Kojiro annimmt finde ich mehr als mies - verlogener kleiner... *grummel*
    Nein, ich mag Matahachi nicht sonderlich.

    Doch kommen wir zu den Geschehnissen des achten Bandes und dem finalen Kampf zwischen Musashi und Inshun.
    Ich muss schon sagen, ich war etwas beeindruckt - von beiden. Es war zwar erst eher ein mentaler Kampf, aber als es dann richtig los ging, war es ja echt knackig - und zack! war Inshun besiegt.
    Der erste Gedanke, dass dieser tot sei - was durch die Geisterscheinung unterstrichen wird - machte mich echt traurig, weil ich dachte "Mensch, der hatte Potential zum Nochmal-vorkommen!" Dann wird man ja aber eines besseren belehrt, jedoch erst nachdem man seine Vorgeschichte und die von Inei erfahren hat <3 Tolle Story, echt! Auch wenn es mich ein wenig an die Vorgeschichte von Kenshin erinnerte *gg*
    Tja und als man dann endlich erfährt, dass er es doch überlebt hat und dass er und Musashi bei Inei genesen, das war für mich eine schöne Szene - und auch die Szene danach, als Inshun Inei die Kreuzlanze (eigentlich ist das doch ein Yari... oder?) zurückgibt, das fand ich toll =)

    Tja und als Musashi sich dann auf zu Yagyu macht, da taucht auch Jotaro wieder auf - irgendwie niedlich =)

    Und dann taucht auch Matahachi wieder auf - und Baba dazu... Immerhin Onkel Gon ist ein lustiger und netter Geselle =) Aber trotz allem stört mich einfach Matahachis Verlogenheit... Mehr will ich zu dem Kerl echt nicht sagen.

    Allgemein war ich von diesen Kapiteln wieder sehr begeistert und freue mich auf weiteres Gemetzel ;)

    Bis Kapitel 107

    Spoiler anzeigen

    Band 9 handelt ja komplett davon, dass Musashi zu Yagyu will - ebenso wie Denshichiro *gg* - und dass dieser ja niemanden zu sich lassen will. Auch Hyogonosuke, den Enkel von Yagyu, lernt man kennen und ich muss sagen ich mag den Kerl - der scheint ja echt ein ordentlicher Samurai zu sein und ehrt das Erbe seines Großvaters =) Yagyu selber ist eher so ein bisschen mysteriös angehaucht, aber er ist ein netter Kerl und er kümmert sich liebevoll um Otsu, das mag ich besonders an ihm =)
    Dass Musashi es quasi mit einem Trick in das Schloß geschafft hat und dort mit den Meisterschülern (?) redet finde ich eher langweilig, als spannend, aber okay sowas gehört auch mal dazu - immerhin ist er drin *gg*

    Als sie dann endlich kämpfen wird das ganze schon spannender und man sieht wie Musashi an seinen Gegnern wächst und wie er sich ihre Schwächen zu nutze macht (z.B. die Reizbarkeit des einen *gg*)
    Das Wiedersehen mit Otsu am Ende des 10. Bandes gefällt mir sehr gut und auch dass Musashi in den Schutz des Schlosses schlüpfen kann =)
    Interessant und... ich nenne es mal traurig zugleich finde ich, dass Musashi wirklich einen Moment vorhatte Yagyu im Schlaf zu töten - hätte er das getan hätte ich an seiner Ehre gezweifelt.
    Die Flashbacks in seine Kindheit finde ich immer sehr interessant, auch wenn ich seinen Vater irgendwie unheimlich finde *lol*

    Tja und bei der Abreise, nach dem mental verlorenen Kampf gegen Yagyu, lässt Musashi Otsu und Jotaro mal einfach zurück - auch wenn ich es bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann - und begegnet sogar erneut Hyogonosuke im morgendlichen Nebel.

    Witzig und interessant gleichermaßen finde ich, wie Takuan wieder seinen Weg in die Story findet - hier kennt er wieder Yagyu und erfährt natürlich auch, dass Musashi bei Yagyu war. Ach, ich mag diesen Mönch einfach :D

    Auf ihrer Suche nach Musashi gehen Otsu und Jotaro spuren von Samurai nach, die gegen ihn verloren haben und dann switcht die Geschichte mal wieder zu Matahachi um, der sich den Fragen seiner Mutter und seines Onkels stellen muss und mal wieder die Flucht antritt *gg*
    Er sieht dann schon das Mädchen, das - wenn man weiter liest - den nächsten Arc einläutet - und auch Musashi ist gerade auf dem Weg dort hin; wie könnte es auch anders sein ;)

    Diese Kapitel waren mir teilweise zu viel Gerede und etwas zu tiefgründig, aber gut, ich will ja nicht meckern :D

    Bis Kapitel 127

    Spoiler anzeigen

    Im Zeitraffer sieht man wie Musashi einige starke Gegner besiegt und dennoch beim Erklimmen eines Berges seine eigene Unwichtigkeit und noch kleine Größe, im Vergleich zu anderen, erkennt. IMO eine wichtige Erkenntnis für ihn, da er sonst meist recht überzeugt von sich ist, wenn er auf Gegner trifft.

    Auf der Suche nach seinem Taugenichts-Neffen mischt sich Onkel Gon in einen Kampf ein und muss sein Leben lassen - das fand ich sehr schade, denn Gon war ein sympathischer und bodenständiger Charakter =(
    Auf der Flucht trifft Matahachi auf Baiken und dieser zwingt ihn, die Leichen der Toten zu verscharren - so findet er auch die Leiche seines Onkels und und will sich dann auf die Suche nach seiner Mutter machen, weil er vermutet, dass auch sie tot ist. Doch Baba, die Gon nicht so schnell folgen kann, fällt in den Fluss und ertrinkt beinahe - ihr Glück ist, dass sie von Jotaro und Otsu gefunden wird.

    Auf der Suche nach Baiken trifft Musashi auf eine alte Frau, die erzählt, dass Baiken längst tot ist und dass alle Samurai wohl gegen seinen Geist kämpfen - doch als er Baiken findet stellt sich heraus, dass es sich um Tsujikaze Kohei handelt, der Musashi schon früher töten wollte um sich für den Tod seines Bruders zu rächen.
    Um die Kraft der Kusarigama kennenzulernen kämpft Musashi gegen Baiken und stellt fest, dass es keine Waffe ist, die man unterschätzen sollte.
    Den Kampf der beiden finde ich recht spannend gestaltet und gerade Baiken, den ich als Kohei nicht sonderlich interessant oder sympathisch fand, erntet jetzt meine Sympathie und Zuneigung - allein schon wegen seiner Vergangenheit mit seinem Bruder Tenma. Jetzt macht auch sein Auftritt vor Takezo, der damals am Baum des Shippo-Tempels hing, einen deutlich besseren Sinn als schlichte Rache für den Mord an Tenma. Und auch die Vergangenheit die er mit Rindo teilt finde ich toll - Rindo scheint ab und an zwischen Abscheu und Bewunderung zu schwanken, aber ich glaube ihr Vater hatte sie nicht gut behandelt, so dass sie ihn zwar erst, der Ehre wegen, rächen will, sich dann aber doch mit Kohei "anfreundet". Die beiden leben gewissermaßen in einer Art Symbiose, denn sie ist einfach noch zu jung und zu schwach um sich selbst vor erwachsenen Männern schützen zu können, aber sie lehrt ihn auch den Umgang mit der Kusarigama. Dieses Verhältnis der beiden finde ich interessant und such schön
    Schön finde ich, dass Kohei dann aus der "Spirale der Gewalt" aussteigt und Musashi sogar um Hilfe bittet - einer der wenigen der einen Kampf mit ihm überlebt, aber das finde ich sehr gut =)

    Gerade der 13. Band ist IMO einer der besten überhaupt, aber ich bin eben ein Kohei/Baiken-Fan - außerdem ist der Kampf zwischen ihm und Musashi einfach gut gemacht und spannend gewesen =)

    Soweit mal, sonst wird's zu viel :D

  • Auch einer meiner ersten Mangas und auf jeden Fall bislang mein Lieblingsmanga (naja soviele kenn ich aber auch nicht XD).

    Der Zeichenstil ist hoch artistisch und sicher nicht für die 0815 Fans, aber zeigt eine immense liebe zum Detail, hohen Realismussgrand und ist einfach in seiner Form einzigartig.
    Die Story ist extrem interessant. Wer jemals nach Charakterentwicklung in einem Manga sucht, wird sie hier im extremen Mass finden. Man begleitet den Hauptcharakter über viele Jahre seines Lebens hinweg und erlebt mit, wie er zu dieser historisch bekannten Figur des Miyamoto Musashi wird, mit all seinen Zielen, Ängsten und Gedanken.
    Aber auch die Nebencharaktere kriegen hier viel Zuwendung und unabhängig davon, ob man sie mag oder nicht, zeigen sie eine Vielzahl von menschlichen Emotionen und spielen unersetzbare Rollen in der Story des Mangas.

    Besonders für Fans von Martial Arts, die mehr als nur etwas hübsch inszenierte Aktion sehen , sondern auch tiefer und philosophischer in die Materie eintauchen wollen, bietet Vagabond eine Platform.
    Es steht grundsätzlich nicht der einzelne Kampf im Vordergrund, sondern viel mehr die Gründe und Emotionen, die zu dem Kampf geführt haben und die nach dem Kampf verbleiben. Trotzdem sind die Kämpfe zwar meist relaistisch kurz gehalten, aber sehr spannend und vielseitig.

    Ein Manga, der definitiv an ein etwas reiferes Publikum gerichtet und auf jeder Fall lesenswert ist. Wenn ich überhaupt einen Kritikpunkt hätte, dann wäre es das immens langsame und unwirkürliche Tempo, in dem neue Kapitel erscheinen XD (dafür sind sie dan aber auch sehr aufwendig gezeichnet)

  • @Greed Freut mich, dass noch jemand dieses gewaltige Epos liest =) Der Manga ist in seiner ganzen Art einfach einzigartig und IMO unübertrefflich =) Dennoch bin ich gespannt wann und wie Takehiko den Manga enden lässt ^^

    Aber weiter mit meiner persönlichen Rezension zu dem Manga ;)
    Nachdem Band 14 in der Zeit zurück springt und sich der Fokus weg von Musashi auf Sasaki Kojirou legt, mache auch ich hier einen Schnitt in der Rezension.

    Bis Kapitel 143

    Spoiler anzeigen

    Man lernt den abgewrackten und lebensmüden Kanemaki Jisai kennen, einen Mann der mir erst recht unsympathisch erscheint, bzw. unsympathisch ist nicht das richtige Wort, aber irgendwie erscheint er uninteressant und durch seine Haltung zum Leben einfach irgendwie negativ.
    Mit dem Auftauchen des Baby-Kojirou wandelt sich das zum Glück und er sieht in der Erziehung des Jungen seine neue Lebensaufgabe - zwischen drin will er ein paar Mal aufgeben und ich denke ich kann ihn zu einem gewissen Grad verstehen. Er hat mit Kindern oder Menschen allgemein nicht viel am Hut und soll jetzt ein Kind großziehen? Kein Wunder, dass er oft an sich zweifelt und das Kind der einen Familie geben will - doch zum Glück ist die immer gewillt ihm auszuhelfen und so kann er Kojirou mit deren Hilfe doch großziehen.
    Dass der Junge taub ist, erfährt er ja erst durch Ito Ittosai und ich finde es bewundernswert wie er versucht anhand von Hiragana dem Jungen das Sprechen, oder zumindest das Verstehen einzelner Wörter beizubringen =)
    Auch Takuan taucht wieder auf und lernt so Kojirou flüchtig kennen ;)
    Schnell wird klar, dass der Junge eine Liebe fürs Schwert und ebenso Talent dafür hat.

    Toll finde ich, dass Tenki/Kamekichi sich mit Kojirou anfreundet - IMO tut er das erst, weil dieser ihn besiegt hat und weil er sich so erhofft, dass er von ihm was lernen kann, aber über die Zeit hinweg entwickelt sich zwischen den beiden doch so eine Art Männerfreundschaft *gg*

    Spannender wird es, als der Dorfälteste Jisai darum bittet den Fiesling Fudo zu töten und er eigentlich absagen möchte. Tenki, der Rache an Fudo für seinen verletzten Vater nehmen möchte, ist wild entschlossen diesen zu töten und irgendwie schließt sich auch Kojirou diesem Abenteuer an.
    Wie sie ihn gemeinsam aus dem Haus locken und angreifen finde ich für so kleine Pimpfe doch recht beeindruckend - und dank Kojirous Schwert können sie ihn sogar ordentlich verletzen. Doch zum Glück kommen Jisai und die Dorfbewohner noch dazu, sonst wäre das wohl nicht nur mit ein paar Narben im Gesicht für Tenki ausgegangen.
    Schön ist, dass dadurch das Ansehen von Jisai wieder etwas gestiegen ist und die Leute ihn mit mehr Respekt behandeln - sogar seine Schwertkampfschule besuchen sie am Ende des 15. Bandes =) Und auch das inzwischen viel innigere Verhältnis mit der kinderreichen Familie gefällt mir hier sehr gut - sie sind IMO für Jisai und Kojirou auch zu einer Art Familie geworden =)

    Bis Kapitel 157

    Spoiler anzeigen

    Der älter werdende Kojirou interessiert sich immer mehr für den Schwertkampf und beobachtet die Schüler vom Jisai beim Training, jedoch wird er von dem Alten immer verjagt *gg*
    Dass Kojirou nicht aufgibt und jeden Abend vor der Hütte auf Jisai lauert um ihn um Lektionen zu bitten und ihn angreift, das finde ich bemerkenswert - ich hätte wohl irgendwann keinen Bock mehr gehabt immer zu betteln :D Doch trotz allem, dass Jisai immer sagt, dass er ihn nicht unterrichten will, lehrt er Kojirou doch, indem er seine Angriffe pariert, wie man zu kämpfen hat - na ja, teilweise wenigstens =)

    Das erneute Auftauchen von Ittosai und sogar Denshichiro und Ueda bringt wieder etwas Schwung in die Geschichte und Ittosai zeigt Kojirou so, dass der Kampf nicht nur Spaß ist. Besonders den Kampf gegen Denshichiro finde ich gut gemacht, da dieser teilweise Selbstzweifel zu hegen scheint und in seinen eigenen Hemmungen, jemanden zu töten, gefangen ist. Aber genau deswegen ist mir Denshichiro sympathischer als sein Bruder Seijuro =)

    Tja und das Ende des 17. Bandes wird dann damit beschlossen, dass Kojirou mit Ittosai auf Reisen geht um stärker zu werden, oder was auch immer in Kojirou vorgehen mag *gg*
    Schade für den alten Jisai, aber es war klar, dass der Tag kommen würde - und nachdem er Tenki mit dem Diplom hinter Kojirou herschickt ist auch endlich klar welcher arme Kerl damals getötet wurde und von wem Matahachi die Sachen hatte... Schade um Tenki, ich mochte ihn ;(

    Bis Kapitel 179

    Spoiler anzeigen

    Als nächstes lernt man Muso Gennosuke kennen, den ich persönlich recht gern mag, und er schließt sich nach einem kurzen Kampf mit Kojirou ihnen an. Kojirou bekommt auch mit einem anderen Ronin noch die Gelegenheit zum Kampf auf Leben und Tod und siegt überragend.
    Danach schleppt Ittosai die zwei Jungs auf das Schlachtfeld von Sekigahara, wo sie zwischen den Leichen Musashi - damals noch Takezo - kennenlernen und gemeinsam gegen Leute der Armeen kämpfen; dabei scheint es egal zu sein welcher Armee die Krieger angehören, Ittosai hetzt sie alle auf die Jungs *gg*
    Erst kam mir das etwas fies vor, vor allem nachdem Kojirou bei den Ochiudo-Jägern zurückgelassen wird, aber das ist schlichtweg das beste Training - überlebt er das nicht, kann er auch kein guter Krieger mit Kampferfahrung und Instinkt bekommen.

    Dann switcht die Story ja mit dem letzten Kapitel des 18. Bandes auf eben solche der Ochiudo um und man lernt die Kehrseite kennen.
    Wie Kojirou sich gegen diese jagenden Bauern durchsetzten kann, die ihm zahlenmäßig weit überlegen und auch nicht so hungrig und müde sind, finde ich klasse dargestellt und zeigt was für ein guter Kämpfer er bereits ist und wie ausgeprägt seine Instinkte bereits sind =)
    Ich gebe zu, der restliche Teil des Manga - mit den Überlebenden - finde ich nicht ganz so prickelnd, aber trotzdem hat mir der dramatische Einschlag mit deren Verlusten und Verletzungen und ihrem Ziel, das sie vor Augen haben, sehr gefallen. Der Kampf mit Kojirou war IMO jedoch unnötig - ich fand es schade, dass Sadakore sich geopfert hat... Aber wie er selber schon sagt, wenn sie einfach vorbei gegangen wären, dann wäre kein Kampf entstanden, aber das konnte er ja offenbar selbst nicht. Gut war der Kampf zwischen ihm und Kojirou, das gebe ich zu, aber eben unnötig =/
    Nun ja und nachdem die anderen drei dann auch zurückkommen und erst Ichizo und dann Koun jeweils zwar einen sehr guten und spannenden Kampf abliefern, aber dann sinnlos sterben müssen, das betrachte ich mit gemischten Gefühlen - zwar waren sie und die anderen Ochiudo nur Nebencharaktere, aber gerade die beiden und Sadakore mochte ich irgendwie...
    Schön fand ich aber, dass man einen kurzen Einblick in Sadakores Vergangenheit und einen etwas größeren in die Vergangenheit von Shinjiro und Ichizo bekommen hat =)
    Tja und dass Shinjiro dann Seppuku begeht... das betrachte ich auch widersprüchlich - klar, er kann nicht kämpfen, wenn er nicht aufstehen kann, aber so sehe ich das, als hätte er aufgegeben =/

    Na ja, keine schlechten Bände, die 18 bis 20, aber storytechnisch gab es IMO gewaltigere und bessere ;)

  • Da Takehiko Inoue sowieso zu meinen Favoriten unter den Mangakas gehört, bin ich grosser Fan seiner Werke. Vagabond gehört zu den Werken, die durch eine Vielzahl von besonders herausragenden Elementen zu etwas wirklich besonderem wird. Zum einen gehört da der Zeichenstil, der wirklich hervorsticht. Der Zeichenstil weist eine aussergwöhnliche Technik auf, die bewusst so gewählt wurde und normalerweise nicht oft in Mangas eingesetzt wird.
    Der Zeichenstil macht nicht nur optish etwas her, sondern gibt der Story und den philosophischen Gedankengängen die darin vorkommen, bei denen einige davon wirklich äusserst tiefgründig sind, eine einzigartige Dynamik.
    Nebst dem Zeichenstil, stechen besonders die Charaktere heraus, welche die Handlung durch Ihre Taten und Entwicklung regelrecht formen. Selten schafft es ein Manga, so authentische Charaktere wiederzugeben, die durch ihre Entwicklung impressionieren. Der Manga weist im Allgemeinen doch recht komplexe Themen auf, welche aber faszinierend wiedergegeben werden, und für den Lesefluss in keinster Weise beeinträchtigen.

    Die Story an sich dreht sich um das Leben des legendären Samurais Miyamoto Musashi. Die Handlung des Mangas bezieht sich auf dessen Vorlage, der Roman namens "Musashi" von Yoshikawa Eiji, hierbei leistet Inoue grandiose Arbeit, ob nun Schlacht, oder philosophisches Innehalten, grafisch ist das Werk einfach richtig gut, und die Spannnung bleibt ständig erhalten.

    Leute, welche sich für Kampfkünste, Samurai und dem feudalen Japan interessieren, sollten sich unbedingt über Vagabond erkundigen. Einziges Kriterium, welches evtl. Leser etwas abschrecken könnte ist, dass es sich um einen Seinen Manga handelt. Somit also gezielt an erwachsene Leser gerichtet ist, sind dementsprechend auch z.B. Kämpfe auch sehr real und echt dargestellt, dennoch, sollte dies kein Hindernis darstellen.

    Für mich persönlich gehört Vagabond zu den ganz grossen Namen, und sticht durch seine Einzigartigkeit wirklich aus der Masser heraus.
    (Als kleine Nebenbemerkung gewann Vagabond im Jahre 2002 den renomierten Osamu-Tezuka-Kulturpreis.)

  • Das Vagabond von Egmont in Form von (ich glaube) Doppelbänden neu aufgelegt wird haben ja sicherlich schon alle die es interessiert mitbekommen.

    Falls es hier aber einige gab die darauf hofften das Band 38 trotzdem auch als Singlevolume erscheint, muss ich euch enttäuschen.

    Hab gerade auf Facebook von verlässlicher Quelle gelesen das dem nicht so ist. Mir wurde freundlicherweise auch der Chat gezeigt in dem Egmont dies bestätigt. Da ich aber (noch) nicht das ok hab diesen zu teilen und das ungern ohne Erlaubnis machen möchte habt ihr erstmal nur mein Wort das besagte Person vertrauenswürdig ist. Sie hätte selbst ja auch nichts davon Falschinformationen zu teilen.

    Ich selbst sammel die Reihe nicht, aber es würde mich persönlich ja schon extrem ankotzen.

  • Unter dem Beitrag auf Facebook meinte jemand das der Mangaka wohl beim aktuellsten Interview (wann auch immer das war) meinte er würde noch daran arbeiten. Was auch immer diese Aussage wert ist. Ich hab ja keine Ahnung wie alt der gute Mann z.b. ist und selsbt in jungen Jahren kann ja leider viel passieren. Und wenn dann schon länger nicht mehr dran gearbeitet wurde...uff

  • Ich zähle noch zu den Neulingen unter den Manga-Lesern und bin mehr oder weniger by accident auf Vagabond gestoßen. Genauer gesagt, ist es mein erster Manga den ich auf Japanisch zu lesen versuche, womit ich leider noch ziemlich zu kämpfen habe (stehe noch am Anfang dieses linguistic adventures :lernen: ). Auch kann ich noch nicht auf einen großen Fundus an anderen Mangas zurückgreifen, die sich mit dem gleichen oder ähnlichen Sujet beschäftigen, weshalb ich keine Referenz habe, was in diesem Genre als state of the art gilt. Dennoch spricht mich als Fan des feudalen Japans die realistische Ästhetik und die Detailverliebtheit von Takehiko Inoue Bildsprache :wow2: sehr an, was das Frustpotenzial beim Lesen durch mein sprachliches Unvermögen in Grenzen hält.

    Zwar kenne ich die Romanvorlage von Yoshikawa Eiji (noch) nicht, aber die Einzelgänger Thematik der Story mit seinem Protagonisten, dem Ronin Miyamoto Musashi, die komplexe Charakterzeichnung und der philosophische Einschlag hat mich von Anfang an gehookt. Freue mich jedes Mal, wenn ich wieder ein paar Seiten geschafft habe, da kommt mir das pacing der Geschichte sehr entgegen.

    "Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away." (Philip K. Dick) :kappathinking:

    Einmal editiert, zuletzt von Jazu (30. Dezember 2024 um 16:09)