Eigentlich wollte ich mich dem ganzen Thema enthalten. Aber ich kann das hier geschriebene nicht bestätigen und sehe mich mehr oder weniger verpflichtet jetzt auch die andere Seite zu beschreiben. Denn sonst habe ich Sorge, dass es für Leute, welche gerade mit Depressionen oder ähnlichem zu kämpfen haben und vielleicht noch bei keinem Psychotherapeuten waren, absolut abschreckend wirkt einen aufzusuchen.
Ich möchte gar nicht abstreiten, dass es Psychotherapeuten, Psychiater und andere Ärzte gibt, welche nur anhand der Abfrage von Symptomen eine Depression oder ähnliches diagnostizieren. Es gibt wie in meinem Fall aber auch kompetente Fachleute, die voll und ganz auf Ihren Patienten eingehen, sich mit seinem Hintergrund beschäftigen und anhand dessen eine Diagnose erstellen.
ZUDEM sei gesagt, dass man in Deutschland keine Überweisung für einen Psychotherapeuten braucht. Hinzu kommt, dass man so viele Erstgespräche führen kann wie man will. Also ist niemand gezwungen den erst besten Psychotherapeut zu nehmen und dessen Diagnose blind zu vertrauen.
Wenn man also feststellt, dass einem das Gegenüber nur anhand von einem Fragenkatalog einordnet ... kann man das Therapieangebot von diesem immer noch dankend ablehnen und ein weiteres Erstgespräch bei einem anderen Psychotherapeuten vereinbaren.
Ich weiß, die Wartezeiten sind lang, aber es lohnt sich den richtigen zu finden. Denn die Therapie hat keine wirklichen Erfolgschancen, wenn man nicht miteinander harmoniert.
Falls das hier gerade jemand lesen sollte, der denkt, dass er vielleicht eine Depression, Burnout oder Ähnliches hat, dem empfehle ich Folgendes vorgehen.
1. Melde dich bei der 116117, das ist der Patientenservice der kassenärztlichen Vereinigung
Diesen sagst du dann am Telefon, dass du ein Erstgespräch bei einem Psychotherapeuten brauchst.
Sie werden dich fragen, wo du wohnst, ob du mobil bist und in welchem maximalen Radius sie für dich suchen dürfen.
Binnen von 2 Wochen melden sie sich wieder bei dir telefonisch und schlagen einen Therapeuten für ein mögliches Erstgespräch vor.
2. Nimm den Vorschlag an.
3. SUPER WICHTIG GOOGLE NICHT NACH EINER BEWERTUNG DES THERAPEUTEN. Denn erstens nutzen überwiegend Menschen mit negativen Erfahrungen die Möglichkeit der Bewertung. Zweitens handelt es sich sehr oft um Menschen, die nur ganz schwer mit der direkten Konfrontation von Problemen umgehen können. Wenn nun ein Therapeut ein Problem anspricht, kommt es nicht allzu selten vor, dass der Patient dies nicht wahrhaben möchte und sich persönlich angegriffen fühlt. Es ist manchmal echt Wahnsinn, was man so in den Rezensionen liest.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass du dir selbst ein Bild machst.
4. Wenn du nach dem Erstgespräch denkst, dass es nicht zwischen euch passt oder dir die Diagnose merkwürdig erscheint, dann rufst du einfach erneut bei der 116117 an oder organisierst dir selber ein neues Erstgespräch. Dafür kannst du einfach den Ärztefinder der 116117 nutzen https://arztsuche.116117.de/ (erweiterte Suche anklicken und Psychotherapeut wählen)
Jetzt aber noch zu meinem Fall. EDIT: Habe den Teil wieder entfernt da mir doch irgendwo zu Privat ist um ihn in einem öffentlichen Beitrag stehen zu haben :) Wen e s interessiert kann mich ja Privat ansprechen.
Was ich eigentlich sagen möchte ist, nehmt diese in Deutschland gegebene Chance wahr. Das System dahinter ist bei weitem nicht perfekt.
Aber wir können wirklich froh sein, dass uns die Behandlung in Deutschland "kostenlos" möglich ist. Davon können andere Länder nur träumen.
Ich verstehe auch, was
@Aloy für Personengruppen meint. Ich selbst habe genügend Leute kennengelernt welche sich dermaßen dagegen gesträubt haben etwas zu verändern. Aussagen wie "Der Seelenklempner kommt mir wieder mit seinem Hokus Pokus und weg sind meine Sorgen, pff." oder Ähnliches sind leider keine Seltenheit.
Allerdings denke ich auch sollten wir nicht diejenigen sein, die beurteilen, ob die Person generell nicht gewillt ist etwas zu ändern oder ob etwas Bestimmtes in ihrer Psyche sie daran hindert.
Das war auch der Grund, weshalb ich nach einigen Gruppentherapiesitzungen sagte, dass ich die Gruppentherapie abbrechen muss. Da mich deren Art an meinem eigenen Bewältigungsprozess hinderte.