Seid ihr Menschen die schnell aufgeben oder kämpft ihr um Sachen?

  • Das hängt ganz davon ab, wie wichtig mir etwas ist oder wie lohnenswert mir die Mühe erscheint.

    "The floor is lava!"
    ~ Everyone, Pompeii, 79 A.D.

    "Die Beethovens hatten keinen Fernseher,
    trotzdem wurde der Sohn sehr berühmt,
    was heutzutage fast nur noch mit Fernsehen möglich ist.
    Die Leute saßen trotzdem damals schon in ihren Wohnstuben
    und haben in die Ecke geguckt."
    ~ Konfuzius

  • Ich stimme Erika zu, es sollte sich lohnen.

    Persönlich habe ich in drei Fälle gehabt, wo es sich gelohnt hat:

    -Einfordern von Fluggastrechten, die Fluggesellschaft (Iberia) hatte eine miese Kommunikation und wollte nicht zahlen,

    nach einer Klage mussten sie es aber doch => 2400 Euro

    -Wir hatten eine Wasserschadensanierung und mussten ewig im einem Hotel wohnen, nach langen hin und her habe ich die Hotelkosten

    für den Zeitraum der Sanierung bekommen (etwas mehr als 3300 Euro, von der Gebäudeversicherung der WEG).

    -Aus Versehen haben meine Mieterin und ich einen Gartenbauer um 500 Euro überbezahlt. Hier wusste ich eindeutig, dass ich recht hatte, aber die Erfolgsaussichten waren ungewiss. Nachdem E-Mails und Anrufe von mir und ihr nichts geholfen hatten und meine (total nette) Mieterin als nervig beschimpft wurde, habe ich den Gartenbauer mit einem Mahn- und Vollstreckungsbescheid beglückt, via Anwalt. Er hat dann tatsächlich gezahlt, in Endeffekt mehr als 1000 Euro, wegen der ganzen aufgelaufenen Kosten für z.B. die Gerichtsvollzieherin.

    Selbst wenn ich das Geld nicht wiederbekommen hätte, in diesem Fall war ich bockig. Hätte er angerufen und gesagt, ich kann die 500 Euro nicht sofort zurückzahlen, okay. Aber nicht zu reagieren und die Mieterin zu beschimpfen, da hat es aufgehört. Hoffentlich ist seine Schufa erstmal ruiniert :cursing:

    Also es sollte sich immer um eine Mischung aus Nutzen und Erfolgsaussichten handeln. Selbst bei kleineren Sachen sollte man es zumindestens versuchen, ggf. funktioniert es ja.

  • Ich tendiere oft zum Abbruch oder Aufgeben.

    Meistens liegt es an der verschwundenen Interesse/Begeisterung. Manchmal auch an einer zu geringen Selbstsicherheit.

    Je nach Situation macht es einfach mehr Sinn etwas loszulassen anstatt verkrampft weiterzumachen. "Um etwas zu kämpfen" klingt ganz nobel ist aber manchmal einfach nur kontraproduktiv.

    Wenn sich aber eine Idee oder ein Gedanke erst einmal so richtig in meinem Kopf eingebrannt hat und mich nicht mehr loslässt, dann gebe ich nicht auf bis das Ziel erreicht ist.

  • Es gibt nur sehr wenige Dinge, wo ich Feuer und Flamme bin und die mich so fesseln, dass ich nicht locker lasse.
    In der Regel ist es aber so, dass ich vieles gar nicht erst Anfange (bzw. schon vorher Aufgebe), das liegt aber weniger daran, dass ich es mir nicht zutrauen würde, sondern einfach, weil ich bei dem meisten keinerlei Interesse empfinde.
    Das ist allerdings etwas, wofür ich mittlerweile in Behandlung bin, denn eine partielle Anhedonie, sehr wahrscheinlich ausgelöst durch Burnout und Depressionen über viele Jahre hinweg sorgt halt genau dafür. Die Freude und das Interesse ist dabei massiv gedämpft, so dass die aller wenigsten Dinge so viel Antrieb erzeugen, dass ich dran bleibe. Ich bin hier froh, dass Thema Arbeit, Beziehung und diverse kleinere Dinge doch noch so ausgeprägt sind, dass ich mehr empfinde und dort auch dran bleiben will.

    Allerdings empfinde ich es tatsächlich als schon starke Einschränkung, da die Erkenntnis dahin zwar vorhanden ist, aber der Antrieb einfach nicht zu Stande kommt, wenn ich dann bspw. höre was andere sich alles noch für Skills aneignen, würde ich mir schon wünschen, dass ich es irgendwann schaffen würde, so viel Interesse zu entwickeln, dass für ein paar mehr Dinge der Hoirzont erweitert wird.