Seit einer Woche philosophiere ich gedanklich über Inhalte von Videospielen. Ich bin was Inhalte von Videospielen angeht immer recht offen, liberal und selten kritisch eingestellt. Letztendlich läuft ein Großteil der erhältlichen Videospiele auf das Vernichten oder ausser Gefecht setzen von Gegnern hinaus. Wie im echten Leben eigentlich auch. Manches wird abstrakt dargestellt und manches realistisch. Bisher war ich weit davon entfernt Videospiele wegen Inhalten zu verurteilen, aber nun habe ich vor einer Woche ein Videospiel in die Hände bekommen, dass mich echt zum Nachdenken gebracht hat: "Whiplash" auf der PS2. Ich habe auch eine Rezension dazu bei Amazon.de verfasst, die ich hier mal selbstreferenziell zitieren möchte:
Zitat1.0 von 5 Sternen Unterhaltungsfaktor hat seine Grenzen!, 22. Mai 2009
Von MathiasGocek (Garbsen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen Ich bin alles andere als ein Tierschützer. Ich bin auch dem Genre JumpnRun nicht abgeneigt. Aber für meinen Geschmack hat dieses Spiel die Grenzen des guten Geschmacks thematisch weit überschritten. Zwar spielt man zwei Tiere, die aus einem Versuchslabor ausbrechen und unterwegs so viele Tiere befreien wie es geht, allerdings täuscht das nicht über den Sachverhalt hinweg, dass dieses Thema als Aufhänger für ein Unterhaltungsspiel zu sensibel ist, um es derartig durch den Kakao gezogen zu werden.
- Ein Wiesel (dem ein Operationsdraht aus dem Kopf hängt) benutzt einen an seine Pfote gefesselten Hasen als Waffe. Der Hase wird permanent hinter ihm hergeschleift, schrappt über den Boden und hängt beim Besteigen von Kisten herunter und zappelt sich einen ab.
- Die Wissenschaftler spielen in ihrer Freizeit Hamster gegen die Wand klatschen.
- Ein Affe wird auf seine Zähigkeit getestet, indem er in einem Wasserbecken sitzt, in das man der Reihe nach immer schwerere Elektronik-Geräte fallen lässt.Das Ganze ist dann noch völlig cartoonhaft und durch drollige Musikuntermalung ins Lächerliche gezogen worden. Ich habe durchaus etwas für schwarzen Humor übrig. Aber für meinen Geschmack ist hier eine Grenze überschritten worden. Nicht nur, dass man im "Dienste einer guten Sache" einen Hasen als Peitschenende verwendet, wird hier meines Erachtens nach mit diesem Thema zu salopp und entwürdigend umgegangen. Wie gesagt, ich bin kein Tierschützer, WWF- und Greenpeace-Fritzen oder gar Veganer sind mir ein Greuel, aber dieses Spiel hat mich innerlich nach wenigen Minuten dermaßen aufgewühlt, dass ich mich als Freund des Genres JumpnRun fremdschämen muss, dass so ein Machwerk überhaupt existiert.
Für alle, die sich darunter nichts vorstellen können, hier ein Video zum Gameplay:

Ihr seid gefragt! Darf ein Spiel so etwas? Was darf ein Spiel inhaltlich? Ab wann wird das Vernichten der Gegner in Videospielen ethisch untragbar? Welche Titel sind Eurer Meinung und Begründung nach berechtigter oder unberechtiger Weise auf dem Index und welche gehören dort noch hin?!
Fragen über Fragen und ich bin sehr auf Eure Antworten gespannt und hoffe, dass wir wieder in eine interessante Diskussion kommen werden! :)