Ich kann die Fragen nicht wirklich beantworten, da ich im Prinzip bis jetzt keinen Bürojob habe. Aber ich bin generell ein Befürworter des Homeoffice.
Sicherlich ist die Arbeit von zu Hause aus nicht für jeden etwas. Ich kann absolut verstehen das es durchaus viele Leute gibt, die Arbeit und Privatleben strikt von einander trennen möchten. Auch kann ich jene verstehen die "mal raus" möchten und denen die direkte soziale Interaktion mit den Kollegen wichtig ist. Da möchte ich auch nichts gegen sagen.
Aber die Anzahl der Jobs die theoretisch gänzlich von zu Hause aus erledigt werden können wächst immer weiter. Natürlich gibt es nicht überall die entsprechenden Möglichkeiten. Deutschland ist ja bekanntlich eher ein Entwicklungsland was Digitalisierung betrifft, die weißen Flecken auf der Karte, in denen die Internetversorgung eher mau ist und man vermutlich via SD Karte und Brieftaube schneller die Daten übermitteln könnte, werden nur zaghaft weniger. Aber wenn die Möglichkeit gegeben ist, steht eigentlich oftmals nur noch der Arbeitgeber im Weg. Gerade bei diesen verbreitet sich der Gedanke, das man seine Angestellten nicht zwangsläufig im Büro haben muss, auch nur sehr zögerlich, wenn überhaupt.
Dabei sehe ich eigentlich überwiegend Vorteile. Zum Beispiel entfällt der Arbeitsweg, die Angestellten haben dadurch weniger Stress, sind dadurch evtl entspannter und produktiver. Auch für die Umwelt wäre dies von Vorteil: weniger Pendler > weniger Verkehr und Stau auf den Straßen > weniger Belastung für die Umwelt. Auch die Busse, Züge und Stadtbahnen wären zu Stoßzeiten nicht mehr so voll, was wiederum für andere, die nicht zu Hause arbeiten können, von Vorteil wäre. Einige davon, die die überfüllten Nahverkehrsmittel sonst deswegen oder wegen möglicher Verspätungen gemieden haben, würden diese dann evtl nutzen. Auch für die Firmen bzw Arbeitgeber sehe ich Vorteile. Sie würden weniger große Büroflächen benötigen, das spart je nach Gegend nicht unerheblich Kosten ein. Auch würde sich dadurch die Wohnraumsituation mittel- bis langfristig sicherlich entspannen, das ist ja besonders in den Ballungsräumen ein zumnehmend schwieriges Thema.
Die Coronakrise zeigt uns nun das es durchaus funktionieren kann. Sicherlich gab es mancherorts einen etwas holprigeren Start in das Zwangshomeoffice, man befand sich ja teilweise auf Neuland, aber mittlerweile dürften viele Probleme gelöst sein. Also warum nich weiterhin, auch wenn die Krise irgendwann mal vorbei sein sollte, auf Homeoffice setzen. Oder zumindest teilweise. Der Arbeitgeber könnte schauen welche Stellen er (optional) zum Homeoffice ausschreibt und sie dann entsprechend besetzen. Auch andere Möglichkeiten, wie z.B. Rotation - eine Woche Homeoffice, eine Woche vor Ort - wären denkbar. Auf jeden Fall aber sollten Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber in Zukunft offener sein wenn es um das Thema Homeoffice geht. Wichtig ist doch eigentlich nur das die anfallende Arbeit gemacht wird, wo das getan wird, ist eher nebensächlich.