Ähnlich erging es mir auch bei Another, wobei die letzten Episoden dieser Serie für mich klar und deutlich zeigen, dass zu viel Gewalt die Atmosphäre, wenn nicht sogar die ganze Story ins Lächerliche ziehen kann.
Es kommt halt auch darauf an, wie die Gewalt dargestellt wird. Mancher Anime der letzten Jahre - wie beispielsweise "Blood-C" - überdreht die Brutalitätsschraube so sehr, dass es letztlich einfach nur lächerlich wirkt, allen voran die Szenen mit den weißen, menschenfressenden Karnickel-Monstern... Man sieht zwar Blut, Innereien und Ähnliches... Aber die gewisse Härte bleibt trotz der Gewalt vollends auf der Strecke, ebenso wie die dünne Story für zwischendurch. Für einige Schmunzler hat die Serie aber allemal getaugt! :D
Ältere Titel wie beispielsweise "M.D. Geist", deren Story noch weit unter der von "Blood-C" liegt, sind ähnlich brutal, jedoch von der Darstellung und dem Setting her wesentlich "härter". An dieser Stelle kann ich gar dem guten @Envy
in gewissem Maße Recht geben... "M.D. Geist" wird nur durch die Gewaltexzesse gestützt und einen anderen Grund, sich diesen "Gore-Klassiker" erneut reinzuziehen, gibt es kaum. Jedoch sehe ich dies eher als Ausnahme an. Es gibt viele "brutale" Anime, die ich mir nicht unbedingt wegen den Gore- und Splatter-Animationen an sich reinziehe, sondern wegen anderen Aspekten (Story, Setting, Design, etc.), welche die gezeigte Gewalt überdecken.
Ein weiterer Punkt, der letztlich zeigt, ob die Gewalt im Anime XYZ eventuell ins lächerlich-überzogene abschweift oder nicht, ist die Frage: "Wogegen richtet sich die Gewalt und wie wird sie ausgeführt?"... Wenn bei "Blood-C" irgendwelche fiktiven Monster abgemetzelt werden, noch dazu mit meterhohen Blutfontänen oder in dem Crime-Klassiker "A Kite" einfach jemandem ohne Vorwahrnung in den Kopf geschossen wird, setzt sich die Härte vom Lachhaften klar ab.