Das was du behauptest ist wenn dann eher ein Problem für das persönliche Empfinden und beschreibt das immer weitere Streben nach einer Vollkaskomentalität. Früher war das recht einfach geregelt: Wenn man etwas nicht aushalten kann, dann sollte man sich davon fernhalten. Wie bereits gesagt ist das Internet nicht für jeden geeignet.
Im übrigen ist deine Definition von Hatespeech bzw. Hetze viel zu schwammig um für Straftatbestände herzuhalten. Es hat schon Gründe, warum in der Justiz keine Gefühlsthemen verfolgt werden. Jeder empfindet das anders und das macht es zu einem Problem wenn man es bestrafen möchte.
Da irrst du dich leider sehr, auch wenn du hier Daumen hoch bekommst. Es gibt sehr wohl eine klare strafrechtliche Linie und offizielle Partner*innen des BKA zur Meldung. Das ist ziemlich ernst - ich würde dir nicht empfehlen, es auszutesten. Außerdem: Wo habe ich denn eine Definition gegeben? Schau doch dafür bei Gelegenheit in das Strafgesetzbuch.
Darüber hinaus: Wenn man "etwas nicht aushalten kann", kann man auch, sofern die Bedingungen erfüllt sind, einfach eine Behörde einschalten, statt das Gesetz des Dschungels zu aktzeptieren. Das halte ich für einen zivilisatorischen Gewinn.
Naja wie soll ich es dir beibringen, nur weil es Behörden gibt, die Informationen sammeln bzw. wo man entsprechend melden kann heißt das noch lange nicht, dass es hier eine Strafbarkeit gibt. Im Endeffekt gibt es keine Paragraphen im StGB für Hatespeech oder Hetze. Es werden maximal Hilfsparagraphen benutzt wie Beleidigung oder ggf. Nötigungsparagraphen. Diese werden aber gerne auf den Zivilklageweg verwiesen weil dort ggf. das öffentliche Interesse verneint wird. Kannst ja mal gucken was dabei rauskommt wenn du deinen Nachbarn wegen Beleidigung oder Nötigung anzeigst.
Unabhängig davon gibt es ja diese "Aktionstage gegen Hass und Hetze", an denen Hausdurchsuchungen bei Beschuldigten zu entsprechenden Delikten vorgenommen werden. Bei diesen Delikten handelt es sich meistens um zulässige Meinungsäußerungen oder ggf. Beleidigungen gegen Personen des öffentlichen Lebens (Majestätsbeleidigungsparagraph, siehe Habeck Schwachkopf-Fall). Die meisten Fälle, wenn nicht sogar alle, werden vor Gericht dann spätestens in zweiter Instanz kassiert. Allerdings geht es hier darum die Beschuldigten vorab mit einer Hausdurchsuchung und der Beschlagnahme der Tatwerkzeuge (Handy, Laptops, Speichermedien) zu bestrafen. Dies ist eine direkte Aushebelung des Rechtsstaatsprinzips und ist ein Zeichen für totalitäre Strukturen.
Im Grundsatz heißt das einfach, dass du mit diesen (Straßen)Kampfbegriffen totalitäre Strukturen forderst, förderst und befürwortest.
Was du allerdings nicht auf dem Schirm haben wirst (wie so viele Forderungen die aus linkslastigen Lagern kommen) ist, dass man diese Strukturen auch gegen sie einsetzen kann (wie bereits passiert im "Pimmelgate"-Fall mit dem Hamburger Innensenator Andreas Grote. Dies kann auch dir entsprechend drohen, wenn sich der Wind politisch dreht.
Was du hier als "Gesetz des Dschungels" bezeichnest ist die Lächerlichmachung von Eigenverantwortung und Konsequenzen für das eigene Handeln. Die Fragen die hierbei im Raum stehen sind: "Bin ich bereit für mein Handeln die Verantwortung zu übernehmen?" "Bin ich bereit die möglichen negativen Konsequenzen für mein Handeln zu tragen?".
Es ist natürlich leichter im sinne der Vollkaskomentalität zu hoffen, dass jemand anderes sich darum kümmert.
Weiterhin steht hier auch die Frage der Diskriminierung im Raum. Es gibt nunmal Menschen die kognitiv nicht in der Lage sind ihre Kritik eloquent oder ggf. nicht Strafrechtsrelevant zu formulieren. Diese Menschen werden durch die Hatespeech-Strukturen gegebenenfalls systematisch diskriminiert und verfolgt. Es gibt ja vorher keine Prüfung, ob der IQ niedrig genug ist um ggf. die Konsequenzen des Handelns abschätzen zu können. Und das ist doch etwas, was man nicht möchte.
Und voran machst Du fest das dass Internet früher - zumindest laut deiner Auffassung - besser war?
Das Internet war individueller und vielfältiger. Das Internet bestand größtenteils aus Seiten, die von Inhabern liebevoll gepflegt wurden. Heute gibt es diese Seiten so gut wie nicht mehr. Dazu gab es meistens auf jeder Seite Linklisten, wodurch man mehr entdecken konnte ohne die Steuerung durch Suchmaschinen wie sie heute Stattfindet. SEO gab es nicht. Communitys wie wer-kennt-wen sind verschwunden und somit hat man einen Platz verloren der sich an deutsche Datenschutzgesetze halten musste im Gegensatz zu den Großkonzernen wie Meta, Google oder X. Das sind jetzt nur kleine Beispiele, die Liste der verlorenen Dinge ist noch viel Länger.
Ich frage mich übrigens wie Du dich als Frau fühlen würdest wenn notgeile Männer dich mit ihren Blicken förmlich ausziehen würden.
Ich für meinen Teil wäre mir der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Also wäre ich in deinem Beispiel damit einverstanden bzw. könnte damit leben, dass das passiert. Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.
Im übrigen ist das Internet ein grenzenloser Ort. Was bedeutet: Selbst wenn man hier in Gesetz mit drakonischen Strafen gegossen hätte, dass sowas strafbar ist, heißt das nicht, dass dies grenzenlos gilt. Es gibt ja länder außerhalb der EU, die für diese Belästigungen bekannt sind, dem wird man trotzdem nicht beikommen, egal wie drakonisch man hier bestrafen will. Also hängt es letztendlich wieder an der Eigenverantwortung, die so außer Mode gekommen ist.
80% sind deine Schätzung, aber hast du reale Zahlen? Schon hier fängt es an dass deine Aussagen rein auf deine persönliche Vermutung und Schätzungen beruhen und leider nicht auf realistische Zahlen und Werte.
Ich hatte nie etwas anderes behauptet, außer dass es meine Schätzung ist. Ich sehe dies trotzdem so, dass es ca. 80% sind die nicht mit dem Internet umgehen können.
Wer war den "Früher" im Internet? Das waren in erste Linie Wissenschaftler, Universitäten und Firmen. Private Anschlüsse waren noch eher selten und noch am Ausbau.
Die weltweite Internetnutzung war deutlich höher wie in Deutschland. 2003 (auf das Jahr beziehe ich mich) waren private Internetanschlüsse bei weitem keine Seltenheit. In jedem Laden konnte man sich die AOL-CD holen und hatte mit einem PC mit Modem selbst an einem normalen analogen Festnetzanschluss Internet. Die PCs die damals z.B. bei Aldi verkauft wurden, hatten sogar von vorneherein ein Modem eingebaut. Selbst davor ende der 90er Jahre wurden Modems in Fertigcomputer eingebaut. Dies sieht man noch an alter "Vobis" Werbung. Die massive Verbreitung von Modems fand nach der Privatisierung der Bundepost (Telekom) statt, da die PTZ-Zulassung von Modems entfiel, davor war die eigentlich billige Hardware eine scheissteure Extrawurst. Hier kann ich die Lektüre der "Datenschleuder" des Chaos Computer Clubs aus der Zeit empfehlen (online verfügbar)
Deine Zahlen vom statistischen Bundesamt unterstützen sogar meine Aussage, dass 80% der Menschen nicht fürs Internet geeignet sind. Ich bezweifle allerdings die brauchbarkeit der Statistik, da die Smartphone-Peaks aus 2008 nicht so deutlich vorkommen.
Die Menschen, die du hier als Rülpser und Denkpechvögel beleidigst, denken das Gleiche über sich und würden das Gleiche über sich sagen. Man könnte also sagen: Du unterscheidest dich gar nicht so sehr von Ihnen wie du gerade denkst.
Ach ja, der Klassiker wenn man sonst inhaltlich nichts findet 🤡 Ich weiß du kannst das besser.
Da ich zu den alten Menschen gehöre die schon vor dem Internet (in Deutschland) schon seit Ende der 80er im Fidonet unterwegs waren, und die Anfänge des Internet miterlebt haben, kann ich deinen "Früher war alles Besser" Ausführungen sowieso nicht zustimmen. Beleidigungen und dumme Aussagen gab es von Anfang an. Das Internet war auch von Anfang an ein Hort von Verschwörungstheoretikern. Wenn man es genau nimmt, wurde es sogar von Ihnen erschaffen.
Ich interpretiere anhand deiner Aussage, dass du nur einen Teil des Internets gesehen hast. Was ist denn mit den Mailboxen? Sind die auch an dir vorbei gegangen? Ich war damals natürlich zu jung und kann nur aus Berichten von dieser Zeit erkenntnisse gewinnen. Gerade die Mailboxen waren vor den Zeiten der Internetforen der wichtigste Austauschpunkt. Dass das Internet auch damals schon ein Hort für zweifelhafte Dinge war, habe ich nie bezweifelt oder bestritten. Aber damals wusste man schon, dass man nichts glauben sollte was so im Internet steht. Wenn du allerdings nur auf solche Seiten gestoßen bist, dann bist du möglicherweise über die falschen Linkseiten gefallen. Es lag natürlich an einem selbst, welchen Links man folgt und welchen nicht. Je nachdem war das Erlebnis natürlich individueller, ganz im Gegensatz zu heute.
Außerdem: Wie man von Freiheit reden kann und gleichzeitig fordert, Menschen diese Freiheit zu nehmen, weil sie beim Ausleben ihrer Freiheit angeblich die Freiheit anderer einschränken ist mir unverständlich. Klingt nach der gleichen Argumentation die Autokraten verwenden wenn sie alle, die nicht für sie sind, ausweisen oder wegsperren wollen.
Ich hatte nie gesagt, dass man den Leuten das Internet wegnehmen sollte sondern nur die Zugriffshürde erhöhen um von vorneherein die auszufiltern die nicht den nötigen Aufwand für die zu erlangende Freiheit aufbringen wollen. Darunter fallen natürlich auch die Vollkaskomentalitätsanhänger.
Wenn wir es aus gesundheitlichen Aspekten betrachten, dann kann es aber durchaus sinn machen manchen Menschen das Internet "wegzunehmen".
Drogen (außer Kaffee) sind auch nicht Frei verfügbar weil sie nachweislich Schaden. Dopaminfördernde Benutzungsmuster (Instagram, Tiktok etc) kann man durchaus als eine Art Droge sehen, da sie messbar den Dopaminhaushalt schädigen, mal abgesehen von den psychischen Konsequenzen
Dein Autokratieargument ist leider im hinblick auf unter anderem deplattformingbestrebungen relativ hinfällig. Ein digitales Beispiel ist hierfür Reddit.


oar bin ich genervt.