Findet ihr euch hübsch?

Unsere Würfelliga ist umgezogen!
Werfe fünf 100-seitige Würfel und versuche zu den besten Würfelanten der ACG zu gehören und in den Ligen aufzusteigen.
ACG Würfelliga
  • Ich bin groß, kräftig und sehe mit Bart und Zopf auch recht kernig aus. Ich selbst würde mich als attraktiv bezeichnen aber wohl nur für Leute die diesen Typ Mann auch mögen.

    Wenn ich mich in Gesellschaft anderer Leute in meinem Alter bewege (erst recht hier auf dem Land), bin ich im Vergleich zu Anderen auf jeden Fall stilsicher und gepflegt unterwegs und man kann sich überall mit mir sehen lassen.

  • Wer weiß, vielleicht bin ich am Ende des Tages auch nur ein Opfer unserer oberflächlichen Gesellschaft, ohne dass mir das wirklich bewusst ist.

    Sartres "Die Hölle, das sind die anderen" umfasst ja, dass diese Hölle erst dann entsteht, wenn man sich zu abhängig von den Urteilen anderer macht. Gleichwohl zeigt das Gedankenexperiment eines einzelnen Menschen, der niemals andere Menschen gesehen hat oder von ihnen weiß, dass jede Form der Idenität aus dem Spiel zwischen Sehen und Gesehen werden besteht - in unserem Sinne hätte der völlig vereinzelte Mensch wohl gar keine Identität. Kurz: Selbstverständlich sind deine Gefühle das Produkt der anderen. Dennoch bleibt leider wahr, dass sich die intellektuelle Erkenntnis nicht zwangsläufig in emotionale Ausgeglichenheit verwandelt. Es ist eher ein Kampf gegen den Blick der anderen. Konzepte wie der "male gaze" usw. umfassen ja insofern diesen Ansatz, als dass sie erkennen, dass die Blicke der anderen (und leider auch die eigenen) sich nach männlichen Ästhetikkriterien richten. Das alles ändert nichts daran, wenn man den anderen einfach schlicht gefallen will und denkt, das wäre nicht der Fall. Das eigene Gefallen spiegelt das Gefallen der anderen.

    Edit:

    Hübsch ist mir als Mann ein zu feminines Wort um sich selbst zu beschreiben, ich ersetze es in meinem Fall mal mit schön:

    Mein Beileid.

  • Sartres "Die Hölle, das sind die anderen" umfasst ja, dass diese Hölle erst dann entsteht, wenn man sich zu abhängig von den Urteilen anderer macht.

    Ich verstehe deinen Punkt. Natürlich beeinflusst uns das Urteil der anderen, aber das bedeutet nicht, dass eigene, persönliche Empfindungen immer nur ein Spiegel dessen sind, was die Gesellschaft will.

    Sartre zeigt zwar, wie unser Selbstbild durch den Blick der anderen geprägt wird, er spricht aber auch von der Freiheit des Individuums und der damit verbundenen Verantwortung, das eigene Leben und Selbst zu gestalten. Ich denke, es sind weniger fremde Blicke, die ich auf eine Weise interpretiere, die mich in meinem Aussehen zweifeln lassen, sondern mein eigener (unvermeidlicher) Blick auf mich selbst.

    Für Sartre ist der Mensch dazu verurteilt, frei zu sein, und das bedeutet für mich auch, die Verantwortung dafür zu übernehmen, mein äußeres Erscheinungsbild so zu gestalten, dass ich den Konflikt, den ich mit mir selbst habe, bewältigen kann. Auch wenn gesellschaftliche Vorstellungen wohl immer irgendwie mit hineinspielen, geht es mir letztlich um meine eigene Freiheit, mit mir selbst im Einklang sein zu können. Äußerliche Veränderungen würden ein Schritt in die für mich "richtige" Richtung bedeuten. Ich sehe es als einen Versuch, endlich mit mir selbst ins Reine zu kommen, und nicht, vor gesellschaftlichen Normen zu kapitulieren (die mir übrigens nur selten gefallen).

    "The floor is lava!"
    ~ Everyone, Pompeii, 79 A.D.

    "Die Beethovens hatten keinen Fernseher,
    trotzdem wurde der Sohn sehr berühmt,
    was heutzutage fast nur noch mit Fernsehen möglich ist.
    Die Leute saßen trotzdem damals schon in ihren Wohnstuben
    und haben in die Ecke geguckt."
    ~ Konfuzius

  • Ehrlich gesagt mache ich mir darüber nicht mehr so viele Gedanken. Früher habe ich mich ungeschminkt kaum vor die Tür getraut. Ich bin sogar zwei Stunden früher aufgestanden, nur um mich für die Schule fertig zu machen. Heute wäre das für mich undenkbar, dafür bin ich mittlerweile viel zu faul, jede zusätzliche Sekunde im Bett ist mir heilig.

    Inzwischen gibt es Tage, an denen ich mich hübscher fühle und andere, an denen das weniger der Fall ist. Manchmal habe ich richtig Lust, mich zurechtzumachen und zu schminken, aber dann mache ich das ganz bewusst für mich selbst. Und am Abend heule ich dann wieder rum, weil ich mich noch abschminken muss, obwohl ich mich eigentlich einfach nur ins Bett hauen möchte. :keineahnung: