Nein, da mein Kopf dann noch voller wäre als sowieso schon. Außerdem hätte ich auch keine Lust, mich unnötig selbst zu belasten, gerade wenn es um Erinnerungen geht, die negative Gefühle auslösen. Natürlich sind auch solche Gefühle richtig und wichtig, allerdings bezweifle ich, dass es der Psyche zugute kommt, negative Dinge nicht mehr vergessen zu können, gerade wenn es sich um Erinnerungen handelt, die mit traumatischen Erlebnissen in Verbindung stehen und die einen, aufgrund des nicht-vergessen-könnens potenziell immer wieder retraumatisieren könnten.
Stell dir vor, es gäbe eine Methode, mit der man Depressionen zu 100 % heilen könnte, ganz unabhängig von deren Ursache. Die Betroffenen müssten dafür lediglich an einigen Sitzungen teilnehmen, in denen das Gehirn einer Elektrostimulation unterzogen wird. So etwas gibt es bereits, aber mit eher mäßigem Erfolg. Aber mal angenommen, diese Methode würde tatsächlich funktionieren:
Wäre es aus deiner Sicht vertretbar, Menschen mit Depressionen sozusagen zur Heilung zu zwingen, beispielsweise mit dem Ziel, deren dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu beenden, so dass auch das Sozialversicherungssystem entlastet wird? (Wie hoch/niedrig müsste die Wahrscheinlichkeit, mögliche Schäden (zB dauerhafter Gedächtnisverlust, Verschlimmerung der Depression, andauerande Verwirrtheit) von dieser Therapie davonzutragen sein, damit du dafür oder dagegen wärst?)
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