[Spiel 116] Hinrichtung 3

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  • Katsu | Raeken  SelY  Fullbuster  Nox  Haggard  Ex4mp1e  Ivy  tonguecat  ErzaTheLight

    KopierteLeertastenFürEuch: :>

                                                                                                                                                                                                                                                


    [Spiel 116] Hinrichtung 3

    Ob das so klug war?


    Informationen folgen morgen.

    [Katsu] [Se-chie] [Fully] [Nox❤] [Haggy] [Ikuto] [Ex4] [Ivy] [tongy] [Erza]

    24h & so.

    Quo usque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?

  • KopierteLeertastenFürEuch: :>

    Danke! <3

    Und Fullbuster... ich weiss es bedeutet dir womöglich nicht viel wenn ich das sage; Aber es tut mir Leid.

    Und du warst ein Hase, was das über dich aussagt weisst du ja... ...

    Nox ... zieh dich für die nächste Runde warm an... ... ...

    Und liebes Tagebuch, um dich kümmere ich mich morgen, ich habe dir einiges zu erzählen.

    Wherever we are, it is but a stage on the way to somewhere else,

    and whatever we do, however well we do it,

    it is only a preperation to do something else that shall be different.

    Robert Louis Stevenson

  • Diesmal im Spoiler, da lang... und irrelevant ->

    Haggards Tagebuch, Part 1

    Mein liebes Tagebuch!

    Ich bin noch so gefangen von den seltsam verworrenen Ereignissen des heutigen Tages, dass ich nicht weiss wie ich dir davon erzählen soll, denn wo sollte ich beginnen? Bei Hoffnung? - oder bei Tränen? Bei Vertrauen? Bei Verrat?

    ...

    Ich weiss schon, was du sagen würdest: Wenn du ein Knäuel entwirren willst - beginn damit am Anfang des Fadens;

    Hachja, du bist einfach immer so weise... Aber weise zu sein ist für ein blödes Buch ja auch kein Kunststück! :<

    ...

    Entschuldige, ich bin wütend und enttäuscht, und sollte meinen Unmut nicht an dir auslassen. Und du wirst ja Recht haben... also will ich dir vom Anfang erzählen.

    Als ich heute morgen die Stadt in Richtung der Felder verliess war ich guter Dinge, ich erreichte mein Ziel unbeschadet, und auch rechtzeitig. Denn bei dem kleinen Ulmenhain vor der Seufzerwiese (dem Treffpunkt aller, die nach einem Tagwerk auf den Feldern suchen) war ich nicht allein, und das bedeutete, das man die Arbeit noch nicht begonnen hatte. Die gute Laune dieser positiven Überraschung verflog aber allmählich, als sich unserer Reihen nach und nach lichteten. Denn anders als ich hatten meine Mitbewerber Erfahrung im Karottenanbau, mit welchem sie auch wenig zurückhaltend prahlten und auftrumpften. Aber während ich noch dabei war, mich über diesen Umstand in meine Zerknirschung hineinzusteigern hörte ich jemanden hinter mir meinen Namen sagen. Oder besser gesagt: Fragen...

    "Haggard? Haggard Hase?"

    Als ich mich überrascht umwandte blickte ich in die erstaunte Miene der Witwe Gotthaas, die mich mit vor ihrer Brust verschränkten Armen und zu Schlitzen verengten Augen ungläubig musterte.

    "Tatsächlich..." begann sie, als sie mir ins Gesicht sah, und presste ein spöttisches Lachen durch ihre Lippen, ehe sie fortfuhr. "Du hier, bei den Ulmen? Welche wildgewordene Steinnatter hat es fertiggebracht, dass sich ein stadtbekannter Windhase wie du seine schmierigen, klebrigen Samtpfötchen in ehrlicher brauner Erde schmutzig machen will?"

    Meine Backen blähten sich schon in Vorbereitung auf den Protest, aber ich erinnerte mich, dass auch Witwe Gotthaas hier draussen einige Morgen Land bewirtschafte, und aufgrund dieses Umstandes entliess ich die aufgestaute Luft in meinen Lungen mit einem Seufzen, ehe ich ihr kleinlaut die Umstände erklärte, die mich hier hergebracht hatten.

    Witwe Gotthaas schien mir nicht sonderlich zu glauben, wie mir ihre Miene verriet, aber sie hörte zu, und als ich zu Ende erzählt hatte legte sie ihre Stirn in nachdenkliche Falten und rieb sich kurz ihr Kinn.

    "Na gut..." begann sie nach einer Weile, "Ich werde es vermutlich bereuen, aber komm mit! Viel Schaden wirst du mit Unkraut jäten ja nicht anrichten können..." Ich nickte dankbar, und zuversichtlich, dass sie damit wohl Recht haben würde.

    Als sie mich um die Mittagszeit mit Eselsgespann und Wagen zurück in die Stadt mitnahm hatte sich diese Ansicht aber bei uns Beiden offensichtlich drastisch geändert, wir wechselten während der ganzen Fahrt kein einziges Wort. Bei der Ankunft hob ich gebrochen, aber doch dankend für die Möglichkeit der raschen Rückreise die Pfote zum Gruss und wollte schon von der Ladepritsche springen um mich zu verziehen - als sich Witwe Gotthaas nach mir umwandte. "Hey du! Warte mal."

    Verwundert hielt ich inne und drehte mich zu ihr um, um ihren Blick zu suchen - als der Meine von ihrem ausdruckslosen Gesicht auf zwei Bund Frühkarotten und ein kleines Stück in Baumwolltuch eingewickelten Honigkuchen wanderte, das sie mir, eins in einer Pfote, eins in der Anderen, entgegen hielt.

    "Du hast keine Ahnung vom Karottenanbau... " begann sie mit einem Seufzen, während ich sie noch verdutzt ansah. "Aber du bemühst dich.... und wenn du unbedingt willst, kannst du morgen wiederkommen."

    "Öhh... hö?!" stammelte ich nur, während sie mir den Inhalt ihrer Pfoten grob in die meinen drückte.

    "Nicht, dass ich dich so gut gebrauchen könnte, aber deine Versicherungssache... wäre nicht die schlechteste Idee. Sie brächte mir meinen liebsten Gunthar nicht zurück, der meinen Kindern und mir beim Wolfsangriff im letzten Herbst genommen wurde; Aber es wäre für sie und für mich besser gewesen, hätten wir uns umeinander kümmern können, anstatt uns Sorgen zu müssen wie wir nun nur die Herbsternte einbringen könnten um im Winter nicht zu verhungern..."

    Mein liebes Buch, es war seltsam mit anzusehen, wie einer so resoluten Häsin wie Wittwe Gotthaas in nur einem Augenblick einer so simple Geste, wie einem kurzen Senken ihrer Augenlider, einer schiefen Neigung ihres Mundwinkels, einem flüchtigen Schatten in ihrem Blick so viel Kummer, Traurigkeit und Schmerz entfahren konnte - nur um mit einem kurzen Räuspern und einem Lächeln wieder eingefangen zu werden.

    Blos...starrte ich wohl einen Moment zu lange. Ein Umstand, der ihr ihre Verwundbarkeit klarmachte und so auch den letzten Rest ihrer Weichheit blitzartig wieder wegwischte.

    "Was nun! Willst du auf meinem Wagen wurzeln schlagen, oder was?! Pack dich!" wetterte sie. Erschrocken dankte ich ihr noch mit ein paar kurzen Worten und sprang mit einem Satz vom Wagen, während Witte Gotthaas schon die Esel antrieb, vorwärts zu gehen.

    "Und wen du nach Arbeit für den Nachmittag suchst." rief sie mir vom fahrenden Wagen nach. "Versuchs mal bei Oz Scar. Bestell ihm schöne Grüsse von mir Haggard. Aber mach IHM anders als mir lieber nicht zu viel Schaden!" endete sie in höhnischem Gelächter, und hob die Pfote zu einem zackigen Abschiedsgruss.

    Ich zuckte ob dieser rätselhaften Worte mit den Schultern und verputzte dabei den Kuchen in zwei, drei hungrigen Happen während ich Witwe und Wagen nachsah, und benutze dann das übrig gebliebene Tuch um die zwei Bund Karotten zu einem Bündel zu verschnüren, ehe ich mich aufmachte um diesen Oz Scar zu suchen.

    Ich fand ihn auch nach ein paar Erkundigungen recht bald, er war der Innhaber eines örtlichen Bauunternehmens. Ein etwas eigener Hase von imposanter Erscheinung, geprägt von einer ebenfalls... recht eigenen... Persönlichkeit. Aber du siehst ja selbst...nun auch diese zu ergründen würde eine Weile dauern. Jedoch, dich langweile ich vermutlich schon - und ich muss Papier sparen.

    Also will ich etwas raffen, aber dir zunächst noch vom Besten Moment meines Tages erzählen, ehe ich zum den Schlimmsten komme.

    Ich fand nämlich tatsächlich eine Anstellung für den Nachmittag, diesmal auch einfach genug. (Meine Aufgabe war es, Schubkarrenweise Sand herbei zu schaffen. Da konnte selbst ich nur wenig falsch machen!) Gegen vier Uhr Nachmittag machten wir kurz Pause, und diese Tradition nutzten auch einige der Hasenkinder aus, um sich nach der Schule das Taschengeld aufzubessern in dem sie gegen kleinen Lohn Besorgungen für die Arbeiterhasen machten, damit diese die Pause zur Rast nutzen konnten.

    Ich setzte mich also zu Füssen einer Häuserwand auf den Boden und lehnte meinen schmerzenden Rücken zur Entspannung an die wohltuende Wärme der Mauer, als ein schmächtiger, etwas blasser Hasenjunge auf mich zukam, der eine Umhängetasche mit sich trug, aus deren oberem Ende einige Ausgaben der Hasington Post hervorlugten. Er fragte mich, ob er etwas für mich besorgen könne - und ich lehnte dankend ab. (Du weisst ja um meine finanzielle Situation.) Aber als sich seine erwartungsvoll aufgerichteten Ohren geknickt senkten und er sich umwandte um von dannen zu trotten hielt ich ihn zurück - Mit der Bitte, er möge mir doch vielleicht eine seiner Zeitung verkaufen.

    Der Blick des Jungen hellte sich sichtbar auf - er hatte wohl selbst nicht mehr damit gerechnet so spät am Tage noch Zeitungen loszuwerden - und gegen eine der verdienten Frühkarotten händigte er mir freudig ein Exemplar aus.

    Ich dankte nickend, und nahm einen grossen Schluck aus dem Krug Apfelwein der von Oz Scar gerade an jeden Hasen verteilt wurde (und dessen säuerlich fruchtiger Geschmack nahrhaft und durstlöschend wirkte, während der leichte Alkoholgehalt, den ich ebenfalls heraus schmeckte meine Moral spürbar stärkte ohne den Verstand soweit zu vernebeln dass ich das Unfallrisiko steigerte...) und schlug neugierig die Zeitung auf.

    Beim Druck der Zeitung musste wohl etwas schief gegangen sein, doch von dem was ich herauslesen konnte bedrückte mich einiges zwar, anderers aber erfreute mich! Zum Beispiel war mein Inserat erschienen, und würde mir vielleicht wirklich mit einem oder zwei Kunden mehr helfen können. Zum andere schien es so, als wäre auch das Glück des Wolfes längst nicht so treu an seiner Seite wie er sich das vielleicht erträumte. Denn offenbar war es der Hexe diesmal gelungen ihm die Suppe ordentlich zu versalzen: Kein Hase hatte heute Nacht durch seine Krallen sterben müssen, und in mir keimte die Hoffnung auf. Und als sich der Abend über die Stadt legte, und mir Os Scar drei Bund Karotten als Lohn aushändigte (nicht ohne auf einen gurgelnden Lacher und einen wohlgemeinten, aber kraftkrachenden Hieb seiner Tatze auf meine Schulter zu verzichten...) glaubte ich einen ganzen Atemzug lang wirklich, das sich vielleicht, trotz allem, das Blatt noch zu meinen und zu unseren Gunsten verändern würde.

    Doch die Kälte und Dunkelheit, die in die Stadt zurückkehren sollte, als dieser freundliche Frühlingstag sie verliess war nicht nur der untergehenden Sonne am Horizont geschuldet, und, liebes Tagebuch, diese Erkenntnis lies nicht lange auf sich warten...

    Wherever we are, it is but a stage on the way to somewhere else,

    and whatever we do, however well we do it,

    it is only a preperation to do something else that shall be different.

    Robert Louis Stevenson

  • Teil zwei; Gefühlt möglicherweise noch länger - und noch irreleväntererer...

    Haggards Tagebuch, Part 2

    Beim sechsten Schlag der Turmuhr also packte ich meine Habe, den Lohn meines Tages zusammen, und ich war sogar einigermassen zufrieden. Im ganzen hatte ich fünf Bund Karotten. Noch hatte ich sie sowohl meinem Leib als auch der Grosszügigkeit meiner Arbeitgeber hart abringen müssen - aber wenn sich mein Körper in ein paar Tagen an die zugegebenermassen sehr ungewohnten Anstrengungen gewöhnt hätte, und die gesammelte Erfahrung die Qualität meiner Arbeit verbessern würde könnte ich es mit etwas Glück vielleicht sogar auf sechs bis sieben Bund pro Tag bringen! Und das noch ohne Nachtschicht... an die ich heute aber aufgrund der so schon geschundenen Pfoten und Glieder nicht denken möchte.

    Reich würde ich davon nicht werden, selbst um allein nur Erzas Deckungssumme aufzubringen müsste ich viele Monate schuften. Aber es war ein Anfang, und wenigstens der Funke meiner Absicht, das Erste meiner Versprechen ihr gegenüber einzulösen. Ich machte mich also rasch auf den Weg ins Büro, um den Lohn zu verstauen. Allerdings lief ich dabei geradewegs der alten Mascha in die Hände, deren zornvolle Miene sich in funkelnde Vorfreude verwandelte, als sie bemerkte das ich Karotten bei mir hatte. Ich versuchte es mit einem Appell an ihr Verständnis. Ich versuchte es mit investorischer Argumentation. Ich versuchte zu ihrem Mitleid durchzudringen - aber nichts. Die alte Mascha war so schief wie eine libanesische Zeder und so schrumplig wie eine Rosine, aber mit ihrem Hexenstab geschickt wie ein Samurai - und flink wie ein Ninja. Und mir wurde klar... ohne Wegzoll würde ich es diesmal nicht an ihr vorbeischaffen. Nach der Begegnung mit Mascha war ich also wieder um vier Bund Karotten leichter - dafür um eine Mahnung reicher, dass die ganze Angelegenheit nur wenig an ihrer Neumondprophezeiung rüttelte... (Was bezahle ich ihr überhaupt? Miete oder Schutzgeld???)

    Ich setzte meinen Weg darauf hin fort, und bemerkte Dinah, die Assistentin des Sheriffs unweit von mir in Richtung des Marktplatzes gehen.

    Ich überlegte. Vielleicht wäre es das Sicherste den letzten verbliebenen Bund ihr anzuvertrauen, niemand würde es wagen ihn Dinah wegzunehmen, also rief ich ihr zu kurz auf mich zu warten. Sie tat es, wenn auch widerwillig, und ich erklärte ihr, dass ich ihr gerne einen Bund Karotten anvertrauen wollte und sie um den Gefallen bitten möchte, ihn als Nutzen aus meiner Versicherung Erzas Hinterbliebenen zukommen zu lassen. Sie stimmte trocken zu, und als ich Dinah die Karotten aushändigte hob und senkte sie den Bund kurz in ihrer Pfote, so wie man es macht um ein Gewicht abzuschätzen.

    "Ist das alles?" fragte sie, und ihre hochgezogene Augenbraue verriet, das sie keinen Hehl aus der Doppeldeutigkeit machte, die in ihrer Frage lag.

    "Ja, und nein." erwiderte ich ihr und zuckte entschuldigend mit den Schultern. "Schwere Zeiten..."

    "Jaja, schwere Zeiten für uns alle..." erwiderte sie vielsagend, dann steckte sie die Karotten in ihren Mantel und lies mich stehen, wo ich stand. Ich hoffte, Erzas Hinterbliebene würden den Bund Karotten als das auffassen was es war - eine Geste meines Willes... nicht als Unverschämtheit, ansonsten hätte ich mir gerade ihren Zorn eingehandelt. Aber das war ein Problem für morgen; Also machte ich mich auf zum Marktplatz, um den anderen Teil meines Versprechens einzulösen.

    Dort hatte sich bereits eine unruhige Menge versammelt, auch Katsu, Nox und Fullbuster bemerkten mein Erscheinen rasch, und ebenso rasch war ich Teil der Diskussion, die mal in eine Richtung schwappte, mal in eine andere. Mehr und mehr Theorien wurden entzündet, wie die Fackeln des Platzes mit dem fortschreitenden Einbruch der Dunkelheit. In meinen Augen machte Nox die verwirrendsten Aussagen, Katsu hingegen blieb besonnen, und ich fragte mich, ob die ganze Sache auf eine Guter Cop - Böser Cop- Geschichte hinauslief, oder ob Katsus Art und Erfahrung sie lehrte, dass Stärke, ob als Hase oder Wolf, stets im Garten der Geduld wuchs. Ivy kam zwischendrin vorbei, und war offenbar sehr in Eile. Zu sehr um viele Fragen zu stellen; Ihre Zeit reichte gerade so, um ein Steinchen in die Schale zu legen, auf der Fullbusters Name stand. Seiner Natur entsprechend nahm er diesen Umstand gelassen, während Nox mich nach und nach mehr Leid wurde, je tiefer ich bohrte.

    Am Ende trieb ich sie soweit, das Nox, jung, und stolz und heiter in ihrer Art in meinen Augen kleiner und kleiner wurde, und von ihr nicht mehr übrig blieb als ein in Wut und Tränen aufgelöster Schatten ihrer selbst.

    Sie hatte nichts mehr ansich, von jenem Wolf, den ich in der Zeitung sah. Und ich fragte mich, liebes Buch, war das wirklich List? Oder war ich zuweit gegangen? War Nox nur ein ängstliches Häschen? Wie Erza voller Furcht, dem Tod zu begegnen..?

    Die Unsicherheit meines Herzens quälte mich, ich hatte Erza doch versprochen den Wolf zur Rechenschaft zu ziehen, doch steckte er wirklich im Körper des Häufchens Elend vor mir? Was wenn Nox es nicht war? Wo fand ich Rat? In den Augen der anderen? Hatte Ivy in wenigen flüchtigen Blicken aus der Ferne das ganze Bild erkannt, von dem ich, so nahe davorstehend nur einen Teil erfassen konnte? War es Katsu, weit klüger und aufmerksamer als ich gelungen das Puzzle zu lösen? Schweren Herzens legte ich mein Steinchen in Fullbusters Schale, er nahm es gelassen, doch ich verstand, warum er es als Verrat an ihm empfinden würde, und wunderte mich wenig darüber das er mich dies auch wissen lies, indem er meine Geste erwiderte. Nox tat es ihm gleich, wenn es wirklich Zorn und Verzweiflung war, der ihren Blick trübte - dann mochte ihre Entscheidung kindlich sein, letzten Endes aber nur die Ernte meiner eigenen Saat.

    Plötzlich huschte ein Schatten durch die Menge, SelY tauchte auf und verpasste mir mit ihren kurzen, aber ungeheuer sehnigen Waschbärpfötchen einen Schlag in meine Magengrube, der mich auf die Knie sinken lies. Dann warf sie ein Steinchen in meine Schale und während ich noch dahockte - mit weit aufgerissenen Augen vorne über gebeugt - gab SelY mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange, nur um einen Wimpernschlag später wieder eins mit den Schatten einer dunklen Gasse zu werden. Hustend und verwirrt richtete ich mich auf und bemerkte dabei, das Katsu ihr Steinchen gerade in Fullbusters Schale legte.

    Die Rechtfertigung hierfür mochte nicht ganz uneigennützig für sie sein, und ihren Blick hielt sie wie eh und je im Schatten ihres Hutes verborgen, dennoch fand ich nach SelY seltsamer Attacke Trost in dem Umstand, dass Katsu den Ausgleich zwischen mir und Fullbuster wiederherstellte.

    Vielleicht würde ich dennoch sterben, vielleicht würden die Würfel gegen mich fallen, vielleicht würden meine Versprechen einmal mehr nicht mehr sein als leere Worte - aber noch gab es ein Vielleicht. Die Worte wurden weniger, derer waren genug gefallen - nun verharrte man in stiller Anspannung, bis die Zeit des Spektakels gekommen war.

    Der Sheriff trat in gewohnter Selbstgerechtigkeit an uns beide heran - und holte Fullbuster mit sich... Und Fully starb aufrecht, aber sinnlos, als Hase.

    Und nun, am Ende der Geschichte, gutes Buch? Welchen klugen Rat kannst du mir geben? Welche Weisheit, um mich zu erleuchten? Ich verstehe; Keine - und keinen. Du kannst mir nichts geben.

    Aber... du hast mir etwas genommen, wie mir scheint, oder? Etwas von meinem Zorn? Etwas von meinem Kummer? Ist das dein Geschenk an mich..?

    ...

    Danke, liebes Tagebuch!

    Wherever we are, it is but a stage on the way to somewhere else,

    and whatever we do, however well we do it,

    it is only a preperation to do something else that shall be different.

    Robert Louis Stevenson

  • Informationen folgen morgen.

    War das schon der Hinweis, oder ist das ein grausamer Scherz..? Die Rache fürs Raluca Sachen ans Bein dichten..?:nuu:

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    and whatever we do, however well we do it,

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    Robert Louis Stevenson

  • Raluca 14. Juni 2020 um 00:23

    Hat das Thema geschlossen.