Anime sind für mich... 6
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...auch zum Seelenheil. (4) 67%
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...nur Unterhaltung. (2) 33%
Servus zusammen!
Ich würde gerne mal ein Thema anschneiden, das mich schon seit meiner Kindheit und Jugend begleitet. Und zwar: Anime zum Seelenheil.
Vorgeschichte
Ich bin in einer ziemlich kaputten Familie aufgewachsen und hatte es als Außenseiter auch nie einfach. Mein Vater war ein Alki, in der Schule wurde ich gehänselt und teilweise auch geschlagen, sowie allgemein ausgegrenzt. Freunde hatte ich nie wirklich welche. Ich war auch meist immer so der Stubenhocker, da es wenig in der Welt da draußen gab, die mir was geben hätten können. Als Indigo in einer Welt aus Statussymbolen, Konkurrenzkämpfen und Macht- sowie Geldgier aufzuwachsen, ist wahrlich nicht einfach. Ich bin dann meistens so im Super Nintendo, Nintendo 64 oder dem Computer "versunken".
Und irgendwann kam dann Sailor Moon auf RTL2. Von hier an, war es um mich geschehen. Aber die ganze Geschichte will ich aufgrund der Größe erst mal nicht posten, denn das ist ein ziemlicher Rattenschwanz. ;) Aber ich kann sagen, dass ich aufgrund von Sailor Moon auch häufig gehänselt wurde. Einzig mit dem Sohn von meinem Taufpaten konnte ich im Fandom aufgehen.
Anime als Seelenheiler
Im Laufe meiner Lebensjahre, bin ich immer mehr in die Animewelt eingetaucht. Auch Musik aus Japan hatte ich mir damals besorgt (natürlich wie jeder z.B. über Napster oder dann WinMX) ;). Durch ACOG.de und das Breitbandinternet, bin ich in Animewelten vorgestoßen, die mein Leben schon in gewisser Weise bereichert haben. Es gab einige Anime, die meine Thematiken teilweise behandelt haben oder einfach nur da waren, um sich an ihnen zu erfreuen und Kraft aus ihnen zu schöpfen - zumindest bei den meisten.
Da wären u.a. Sailor Moon, Love Hina, Hanaukyo Maid Tai, Neon Genesis Evangelion (hat meine Vaterthematik voll bedient), Pokemon, Digimon, Wedding Peach, Jeanne die Kamikaze-Diebin, DoReMi und und und. Das waren einfach Anime, die das Leben schöner gemacht haben! Damals war ich noch nicht so wählerisch wie Heute und fand School Days klasse - nur das Ende war übel. Doch heute suche ich vor allem Anime, die das Herz berühren, unterschwellig Botschaften an die Menschen richten oder auch teilweise eigene Thematiken (meist unbewusst) bedienen. Gerade der Anime The Weakest Tamer Began a Journey to Pick Up Trash bedient da gut das Thema Ausgrenzung, Überleben, später dann Freundschaft sowie Loyalität, aber auch sich im Leben selbst hochzuarbeiten.
Ich kann bei mir sagen, dass Anime mich in meinen schwersten Zeiten begleitet und mehr oder minder "therapiert" haben. Dazu zählt aber auch die Musik zum Großteil dazu. Gerade Sängerinnen wie Chihiro Onitsuka, Maaya Sakamoto oder Megumi Hayashibara waren häufig wie Balsam für die Seele. Aber auch Kotoko oder Kokia.
Ich finde, dass viele Anime mehr können als echte Serien oder Filme. Vor allem wenn man auf niedliche Dinge steht, ist Japan mit ganz vorne dran. Und das sind auch so mit die Dinge, die aufbauen: Der Kawaii-Faktor.
Ach ja und so nebenbei: Während der Sohn meines Taufpaten sein inneres Kind abgelehnt und sich den Anime abgewandt hat - vor allem weil er immer deswegen gehänselt wurde -, bin ich mir treu geblieben und fröne nach wie vor diesem Hobby. Ich denke, dass heutzutage nur noch wenige über Anime lachen können, denn es gibt da einige ernstzunehmende Titel.
Und heute?
Heute schöpfe ich nach wie vor meine Kraft aus schönen Anime, sowie Anime Soundtracks und allgemein japanischer Musik.
Wie ist es bei Euch so? Sind Anime für Euch noch Unterhaltung oder schöpft Ihr auch Kraft in schweren Zeiten aus ihnen?