Kontroverse Meinungen

  • Habe ich etwas übersehen? In dem Artikel heißt es:

    "Wie die „Nürnberger Nachrichten“ berichten, bittet die Behörde in dem Schreiben, zwölf namentlich genannte Songs künftig nicht mehr zu spielen"

    Es ist eine Bitte, kein hysterisches Verbieten-Wollen.

    Als Begründung wird ausgeführt:

    "Ziel sei es, „gemeinsam eine respektvolle Atmosphäre und sicheres Feiern“ zu ermöglichen."

    Ob das weglassen bestimmter Songs nun wirklich dazu beiträgt, mh...keine Ahnung. Ich glaube es nicht. Aber genauso wenig glaube ich, dass die Stimmung vor Ort direkt im Keller ist, wenn 10 nackte Friseusen nicht gespielt wird :ugly:

    "The floor is lava!"
    ~ Everyone, Pompeii, 79 A.D.

    "Die Beethovens hatten keinen Fernseher,
    trotzdem wurde der Sohn sehr berühmt,
    was heutzutage fast nur noch mit Fernsehen möglich ist.
    Die Leute saßen trotzdem damals schon in ihren Wohnstuben
    und haben in die Ecke geguckt."
    ~ Konfuzius

  • Erika Offtopic, aber ich glaube, du heißt wie das Lied über das erst vor ein paar Tagen hier gesprochen wurde oder verwechsle ich das?

    Du hast recht damit, dass ich mich mit dem Wort "verbieten" falsch ausgedrückt habe. Entschuldigung. Genau genommen wäre der Song "10 nackte Friseusen" aber doch eher diskriminierend gegenüber Haarstylistinnen, oder?

    Anders: Denkst du, dass die Stimmung vor Ort würde wirklich unsicher wird, wenn das Lied läuft? Und das frage ich jetzt nicht aus Sarkasmus heraus, denn ich finde, dass man sich über die Meinung anderer aus Prinzip nicht lustig machen sollte. Ich kann es mir nur halt nicht vorstellen.

  • Anders: Denkst du, dass die Stimmung vor Ort würde wirklich unsicher wird, wenn das Lied läuft? Und das frage ich jetzt nicht aus Sarkasmus heraus, denn ich finde, dass man sich über die Meinung anderer aus Prinzip nicht lustig machen sollte. Ich kann es mir nur halt nicht vorstellen.

    Ich glaube sowas beeinflusst die Stimmung innerhalb der Gesellschaft wesentlich mehr, als auf irgendeinem Fest in Bayern.

    Ich verstehe aber auch nicht wie der Verzicht dieser Lieder irgendwem wirklich was kaputt macht? Ist wirklich jemand traurig, wenn eins dieser repetitive, unfassbar unkreativen Schlagerliedern nicht läuft? Sind die Leute dort in der Regel nicht sowieso so betrunken, dass sie eh alle Lieder nur noch mit grölen?

    Wenn sich irgendwer wohler damit fühlt diese Lieder nicht auf Festen normalisiert zu haben, wem schadet man dann wenn man dem nachgeht?


    Edit: Privat könnt ihr immer noch diese (unfassbar schlechten) Lieder hören. Es soll ja nur auf diesem anscheinend sehr großen Volksfest nicht stattfinden. Damit will man eben ein Zeichen setzen.

    "Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein"

    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

  • NoName Aber kann man das nicht über vieles sagen "Wenn sich jemand wohler damit fühlt, wenn das weg ist, ist es dann nicht in Ordnung, wenn es rausgenommen wird"? Es gibt wahrscheinlich bis heute noch einige (wahrscheinlich eher ältere) Menschen, die sagen werden, dass die Texte von Rapmusik gewalttätig seien und sie sich deswegen mit dem Genre im Allgemeinen unwohl fühlen. Oder Musik mit allgemein sexuellen Texten oder Tänzen, ganz gleich in welchem Kontext, selbst wenn es dabei nicht um irgendeine Form der Objektifizierung geht. Ein Beispiel dafür wären kulturelle Bauchtänze oder Poledancing von dem es ja auch verschiedene Arten gibt, die nicht zwingend mit Strippen zu tun haben müssen.

    Ganz allgemein bin ich aber sehr wohl der Meinung, dass man bis zu einem gewissen Grad zumindest versuchen sollte anderen soweit wie möglich entgegen zu kommen.

    Und danke, dass du so höflich bist und nicht einfach wütend oder ruppig wirst. Ich weiß das zu schätzen.


    NoName Ich bin auch nicht gerade ein Fan dieser Lieder, aber ist es nicht eine Art sozialer Vertrag, dass man in bestimmten Situationen mit bestimmten Umständen zu rechnen hat? So ganz im Allgemeinen. Wie z.B. echt miese Ballermannmusik und zu teures Bier, wenn man zu solchen Festen geht. Oder dass man auch dann ein Geldgeschenk an seinen Cousin gibt, der gerade seine Kommunion hatte, obwohl man ihn nicht besonders leiden kann und nicht einmal an Gott glaubt. Ich bin nicht sicher, ob ich es gut erkläre, aber weißt du, was ich meine?

    Einmal editiert, zuletzt von Ryomou (23. Mai 2026 um 20:20) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Honigtau mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Warum man sich um etwas so Triviales Gedanken machen muss... Musik als Kunstform soll ruhig provozieren, wie jede andere Kunstform auch. Natürlich entspricht die Musik nicht (mehr) dem aktuellen sozialen Empfinden, das war aber auch niemals dessen Ziel. Die Titel sind ja bewusst dämlich, ebenso wie etwa "Männer sind Schweine", das durchaus doch ernster zu betrachten wäre (und woran scheinbar keiner Anstoß nimmt :ugly:).

    Bald ziehen wir griechischen Statuen Schlüppis an und verbieten Ananas auf Pizza, weil das Italiener triggert. Die Energie für den ganzen Terz kann man doch besser einsetzen, gibts nicht genug vernünftige Probleme?

  • Honigtau

    Das stimmt, ja. Theoretisch findet man bestimmt für jedes Thema mindestens eine Person, die sich mit irgendwas unwohl fühlt. Da kommt es für mich dann in Grunde auf 2 Frage an:

    1. Was genau wird hier kritisiert?

    2. Welchen Einfluss soll die kritisierte Sache haben?

    Und für die Situation mit den Volksfest würde ich diese wie folgt eingeschätzt sehen: 1. Es werden vorallem sexistische Lieder kritisiert, 2. Die Normalisierung dieser Texte kann sexistische Werte verinnerlichen, welche wir bereits in vielen Situationen der Gesellschaft sehen.

    Würde man sich hingegen gewalttätige Videospiele angucken wären die Antworten aus meiner Sicht: 1. Die Verherrlichung von Gewalt, 2. Sie ermutigen solche Taten nachzuahmen. Zumindest ist das ja der typische Bildzeitung-Take, dem ich widersprechen würde. Es gibt keine konkreten Ansatzpunkte wirklich zu sagen, dass Leute durch solche Videospiele häufiger zu Gewalttaten neigen. Daher wäre diese Kritik nicht gerechtfertigt.

    Bei Themen wie Diskriminierung ist es nun einmal auch ziemlich kompliziert. Viele Dinge sind unterbewusst und oft von der einzelnen Person auch gar nicht böse gemeint - aber sie helfen dennoch ein gewisses Bild zu malen.


    Zu deinen zweiten Beitrag: Kommt natürlich immer drauf an, von was für Umständen man hier redet. Ich würde auch sagen, dass es fair ist davon auszugehen, dass Essen und Trinken auf solchen Feten überteuert sind. Hier liegt aber nicht im Fokus "Ich gehe auf dieses Fest, also muss ich jetzt Musik hören, die ich nicht mag, weil das eben die ist die gespielt wird". Warum wird denn immer diese Musik gespielt, die doch sehr flache, Texte hat, in welchem die Frau oft als Sexobjekt der Mittelpunkt ist? Das ist gar keine Frage von Geschmack. Gehe ich auf ein Bbnos Konzert ohne seine Musik zu mögen, ist das natürlich eine dumme Entscheidung von mir. Aber eben auch hier: Warum haben wir uns als Gesellschaft dazu entschieden, dass DAS die Lieder für unsere Feiern sind? Es ist kein oberflächliches, sondern ein systematisches Problem, was durch den Ausschluss dieser Lieder angegangen wird.

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    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

  • NoName Es ist schon ziemlich spät und bei mir fangen die Tage immer sehr früh an, was bedeutet, dass du von mir heute keinen klaren Gedanken mehr erwarten kannst. Ich habe deine Posts gern gelesen. Vor allem weil du dich normal und sachlich ausgedrückt hast, anstatt gereizt zu reagieren. Das war also, zumindest auf meiner Seite, ein angenehmes Gespräch. Ich kann mich da bei dieser Ar Themen allgemein nicht ganz so gut erklären, da bin ich in anderen Themen, wie Literatur, ezwas geübter.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. Ich versuche morgen nochmal zu antworten, aber ich kann dir nicht versprechen, dass ich es schaffe. (':

  • Warum es so ein krasser Hot Take zu sein scheint, dass man angefangen hat Lieder zu hinterfragen und ggf. nicht mehr zu spielen lol

    Warum man sich um etwas so Triviales Gedanken machen muss... Musik als Kunstform soll ruhig provozieren, wie jede andere Kunstform auch. Natürlich entspricht die Musik nicht (mehr) dem aktuellen sozialen Empfinden, das war aber auch niemals dessen Ziel. Die Titel sind ja bewusst dämlich, ebenso wie etwa "Männer sind Schweine", das durchaus doch ernster zu betrachten wäre (und woran scheinbar keiner Anstoß nimmt :ugly:).

    Bald ziehen wir griechischen Statuen Schlüppis an und verbieten Ananas auf Pizza, weil das Italiener triggert. Die Energie für den ganzen Terz kann man doch besser einsetzen, gibts nicht genug vernünftige Probleme?

    Du sagst doch selbst, dass die Lieder dem aktuellen soziale Empfinden nicht mehr entsprechen. Wieso sollte man sie also noch spielen?

    Klar gibt es noch andere Lieder die man hinterfragen kann, wie du ja schon erwähnt hast. Aber ändert das deiner Meinung nach denn etwas daran, dass die Lieder, die man jetzt aussortiert hat, dumm und sexistisch sind? Es ist halt ein Anfang und man will damit ein Zeichen setzen.

    Bald ziehen wir griechischen Statuen Schlüppis an und verbieten Ananas auf Pizza, weil das Italiener triggert. Die Energie für den ganzen Terz kann man doch besser einsetzen, gibts nicht genug vernünftige Probleme?

    Von was für "vernünftige Probleme" sprichst du denn hier? I mean, ich glaube kaum dass der Veranstalter (oder wie im Artikel: die Gleichstellungsstelle der Stadt) die Probleme unserer Welt lösen kann. Wenn überhaupt, dann ist das Musik-Programm eines der wenigen Dinge, mit denen der Veranstalter überhaupt irgendeinen winzigen EInfluss haben kann. Also was genau stört dich denn daran, dass da jetzt Energie hineingesteckt wurde statt... idk... ich wüsste nicht was sie deiner Meinung nach sonst tun sollen?? Ist ja nicht so, als ob die Menschheit ein Kontingent an Problemlösungs-Tokens oder so hat, das irgendwann aufgebraucht ist oder so :D

    "Kleine" Probleme gehören halt auch angegangen. Finde es eher mutig von dem Veranstalter / der Stadt, da es vermutlich eher ein von "männlichen Werten" dominiertes Millieu ist. Aber korrigiert mich da gerne wenn ich falsch liege, ich gehe selbst nie zu solchen Festen.

    Oh und noch etwas: Kruadon Honigtau Findet ihr nicht, dass es einen Unterschied zwischen Liedern gibt, die Geschmackssache sind und solchen, die tatsächlich problematische Inhalte enthalten?
    Das eine gefällt einem ja einfach nur nicht und es gibt Leute, die es vielleicht als anzüglich / abstoßend empfinden (Ananas Pizza, Nackte Statuen, Musik mit sexuellen Inhalten...). Bei dem anderen wird hingegen ein problematisches Weltbild glorifiziert und "Salonreif" gemacht (Frauen werden Objektifiziert, Rassen als nieder dargestellt...).
    Natürlich mag man jetzt denken "Was soll's, ist ja nur ein Lied!" - aber ganz ehrlich: So einfach funktioniert die menschliche Psyche leider nicht. Lieder verbinden Menschen und können ein Zugehörigkeitsgefühl erzeugen. Wenn ich mit meinen Freunden zusammen ein Lied gröle, prägt sich das unter anderem ein. Und schon verbinde ich etwas positives damit.
    Heißt natürlich nicht, dass man sofort manipuliert wird oder die Werte übernimmt. Aber genau wie negativ- und positiv- konnotierte Wörter unsere Zu- bzw. Abneigung bestimmten Dingen gegenüber beeinflussen ("Neusprech"), so haben auch Lieder einen Einfluss auf uns. Es gibt zahlreiche Studien dazu. Hier mal zwei Beispiele:

    • z.B. können Lieder uns kurzfristig "primen" und uns Gedanken und Ideen zugänglicher machen, die wir sonst nicht hätten, was unter Anderem kurzfristig zu erhöhter Aggression führen kann (Und ich mutmaße auch zu erhöhter Übergriffigkeit, gerade wenn sexistische Lieder gespielt werden während man im Suff mit seinen Freunden grölt und die Hemmschwellen fallen. Vielleicht gibt es dazu ja auch eine Studie?)
      (Quelle)
    • Oder dass wir Musik sehr stark mit unseren Erinnerungen verknüpfen und es daher durchaus auch unser Selbstbild beeinflussen kann (Quelle)


    Es gibt meiner Meinung nach also durchaus Gründe, weswegen es vielleicht sinnvoll sein kann, in einer männlich dominierten Gesellschaft frauenfeindliche Lieder zu hinterfragen und auszusortieren. Aber okay, genug herumgenerded. :frosch:
    Ich bin leider selbst auch nicht so tief in der Materie, aber ich hoffe ich konnte euch wenigstens einen kleinen eindruck davon vermitteln, warum ich denke dass das ein bisschen zu kurz gegriffen ist das einfach als "Geschmacksache" und "kein echtes Problem" abzutun.
    Ansonsten bin ich ja prinzipiell auch der Meinung von Kruadon, dass Kunst erstmal alles darf, auch Provozieren. Aber ich finde eben, dass es gleichzeitig auch an uns als Gesellschaft ist, zu überlegen, was wir als massentauglich definieren und welche Kunst wir fördern wollen.

    Jetzt hätte ich nur noch die Frage an euch: Warum regt es euch überhaupt erst so auf, dass solche Lieder aussortiert werden? Mögt ihr die Lieder denn? Oder denkt ihr, es macht sowieso keinen Unterschied?


    BTW: Wäre es vielleicht mal angebracht, dafür ein eigenes Thema aufzumachen oder so?

    EDIT: Stuff korrigiert, dachte irgendwie der Veranstalter hätte das von sich aus gemacht, aber war natürlich die Gleichstellungsstelle der Stadt :pepemeltdown:

    "We are born colorless. It's the people we meet who give us color."

    8 Mal editiert, zuletzt von Moogle (23. Mai 2026 um 23:11)

  • Verboten wurde nichts, aber das wurde ja bereits richtiggestellt. Aber immer wieder erstaunlich zu sehen, wie jemand eine scheinbare Tatsache postet und andere das gar nicht hinterfragen. Ich beziehe mich auf keine User hier, sondern spreche von der Menschheit an sich. Es ist mir selbst ja auch schon passiert.

    Es steht übrigens auch jedem, dem der kollektive Rausch verbunden mit irgendwelchen Liedern so wichtig ist, frei, selbst ein Fest zu organisieren und die Songs auszuwählen, die gespielt werden.

  • Selbst können mir die Lieder auch gestohlen bleiben, Ballermann ist meine ganz persönliche Hölle. Es geht mir eher um den grundsätzlichen Hintergedanken. Runtergebrochen sind es zwei Aspekte, die mich dazu bewegen, dem Thema mit einem Augenrollen zu begegnen:

    1. Kunst sollte dem sozialen und gesellschaftlichem Wandel weder folgen müssen, noch dadurch eingeschränkt werden. In unserem Beispiel ist es ja für die "verteidigende" Seite ziemlich harmlos, da gibt es mMn auch nicht viel zu verlieren. Wenn aber hier schon die Schere angesetzt wird, dann will ich bei dem momentanen Rechtsruck in der Gesellschaft nicht wissen, wo das endet.

    2. Der wahrscheinlich kontroversere Punkt. Wir müssen echt nicht jeden und alles in Watte packen. Wenn wir jeden noch so kleinen Störfaktor direkt mit dem Vorschlaghammer angehen, verlernt der Mensch mMn den zielführenden Umgang mit (negativen) Reizen. Beispielhaft kann ich mich an dem Parkverhalten meiner Mitbürger stören, das Ordnungsamt und den Abschleppdienst informieren und mich den ganzen Tag aufregen. Oder ich park einfach 10 Meter weiter und schließe damit ab. Für mich ist das ein selbstgesteuertes, künstliches Schaffen von Problemen, die eigentlich nicht existieren (sollten). Die Zeit und Energie, die für die Auseinandersetzung damit notwendig ist, ist schlicht unverhältnismäßig und führt langfristig zu einer Übersensibilisierung.

  • Kruadon Kannst du deinen ersten Gedanken hier vielleicht noch etwas ausführen? Wo würdest du die Schere denn ansetzen? Oder würdest du sie gleich komplett Zuhause lassen und hinnehmen, dass dann eben auch rechtspopulistische Medien und Zeichen legalisiert werden müssten? Oder schließt du paradoxerweise rechtspopulistische Inhalte von "Kunst" aus, obwohl du sagst Kunst dürfe ja alles?
    Kurz gesagt: Wo ziehst du hier die Grenze?

    Du sagst auch, dass du dafür bist, Menschen nicht in Watte zu packen. Das kann ich nachvollziehen.
    Trotzdem leben wir miteinander in einer Gesellschaft, die sich Menschenrechte und Gleichberechtigung unter anderem zu den selbsterklärten Zielen gesetzt hat. Und dazu zählt eben auch, Inhalte nicht zu fördern, die diesen Zielen widersprechen und weder als künstlerisch wertvoll noch als kulturell schützenswert erachtet werden.

    Deswegen verstehe ich nicht, wie man sich so darüber aufregen kann. Es ist ja literally die Gleichsstellstelle der Stadt, die sich dazu entschieden hat, diese sexistischen, stumpfen, den eigenen selbstverschriebenen Zielen widersprechenden Lieder einfach mal nicht mit öffentlichen Gelden zu fördern (Quelle). Die haben einfach nur ihren Job gemacht.
    Nochmal: Hier wurde nichts verboten! Ihr könnt die Lieder weiterhin in eurer privaten Freizeit hören oder eigene Partys veranstalten, auf denen diese Lieder gespielt werden. Die Kunst darf bei uns weiterhin alles. Aber Künstler haben nunmal nicht das Recht darauf, dass ihre "Kunstwerke" überall gespielt und gefördert werden, nur weil sie etabliert sind. Schon gar nicht, wenn für so ein Fest öffentliche Mittel eingesetzt werden und die besagten Kunstwerke mindestens fragwürdig sind. Mehr ist hier gar nicht passiert.

    EDIT: Könnten das vielleicht jemand in "Kontroverse Meinungen" oder so verschieben? Denke das würde am ehesten passen

    "We are born colorless. It's the people we meet who give us color."

  • Kurz gesagt: Wo ziehst du hier die Grenze?

    Beim deutschen Grundgesetz ^.^ Sofern es durch die Gesetzgebung nicht aktiv verboten werden muss, sehe ich keinen Handlungsbedarf. Wäre auch hart undemokratisch, rechte/populistische aber legale Kunst komplett zu verbieten.

    An sich ist es ja richtig, dass es sich hier nur auf einen minimalen Rahmen beschränkt und das ist ja auch absolut fein. Hab meinem DJ auch gesagt, wenn er auf der Hochzeit was von Helene Fischer spielt, setze ich ihn vor die Tür :-D Es ist halt eine Grundsatzfrage, ob und warum so etwas überhaupt getan wird, weil ich das Problem und die Notwendigkeit, wie im vorherigen Beitrag beschrieben, einfach nicht sehe.

    Ich will es auch nicht weiter verurteilen, es ist schließlich ihr mit Steuergeldern finanzierter Job, sich in sowas einzumischen.

  • Beim deutschen Grundgesetz

    Also das Gesetz, welches etwas von der Würde des Menschen, Gleichberechtigung und Diskriminierung sagt? Wo man durchaus den Standpunkt vertreten kann, dass diese Lieder keine Werte vertreten, die mit dem Grundgesetz d'accord wären? Wie auch viele andere Lieder übrigens nicht, sobald eine Beleidigung an jemanden vorkommen würde, da Beleidigungen gesetzlich ja auch verboten sind. Ich bezweifle aber stark, dass du sowas dazu zählst. Daher bezweifle ich, dass das wirklich deine Grenzen ist, um ehrlich zu sein. Ich will deinen Standpunkt nicht falsch darstellen, deine Antwort hat mir nur einfach nicht dabei geholfen es wirklich zu verstehen. Ich nehme an es geht dir dann nur um die wirklich explizit verbotenen Sachen, wie Hakenkreuze? Dann würden mir aber auch nicht viele weitere Sachen einfallen, also wäre es für den Großteil dann doch ein "alles geht fit"?.

    legale Kunst komplett zu verbieten.

    Das ist hier aber auch wieder nicht wirklich relevant, weil (wie schon vermehrt geschrieben wurde) es nicht um ein generelles Verbot geht. Ständig von Verboten selbst zu reden, geht vom Thema ab.

    weil ich das Problem und die Notwendigkeit, wie im vorherigen Beitrag beschrieben, einfach nicht sehe.

    Ich bin mir auch Recht sicher, dass hier der Knackpunkt der Diskussion ist. Würdest du sagen die Objektifizierung von Frauen als Sexobjekt, was in vielen dieser Lieder eben das Thema ist, ein Problem ist? Also ein allgemeines Problem in der Gesellschaft und nicht einfach eine Sache des Individuums?

    "Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein"

    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

  • Also das Gesetz, welches etwas von der Würde des Menschen, Gleichberechtigung und Diskriminierung sagt? Wo man durchaus den Standpunkt vertreten kann, dass diese Lieder keine Werte vertreten, die mit dem Grundgesetz d'accord wären?

    Korrekt, sonst wären sie wahrscheinlich auf dem Index. Was offensichtlich sein sollte und wahrscheinlich auch genau der Grund für die fehlende Indizierung ist, ist, dass diese Lieder BULLSHIT und damit weder in deren Aussage, noch Intention ernst zu nehmen sind. Wie kann das so schwer zu verstehen sein? Eine Beleidigung muss personenadressiert (oder eben offensichtlich rassistisch etc.) sein, was in der Musik schlicht nicht passiert oder eben direkt weggeklagt wird.

    es nicht um ein generelles Verbot geht

    Richtig, weshalb ja eben keine rechtliche Grundlage für die Aktion besteht, die eben hier hinterfragt wird. Anhand was soll man das denn sonst bewerten, wenn alles andere hart subjektiv ist? Natürlich kann man hier nicht auf Ebene einer einzelnen Feier diskutieren, da hat ja schließlich der Veranstalter das Sagen. Es geht um die Struktur hinter dieser zugegeben einzelnen Entscheidung.

    Ich bin mir auch Recht sicher, dass hier der Knackpunkt der Diskussion ist. Würdest du sagen die Objektifizierung von Frauen als Sexobjekt, was in vielen dieser Lieder eben das Thema ist, ein Problem ist? Also ein allgemeines Problem in der Gesellschaft und nicht einfach eine Sache des Individuums?

    Die Objektifizierung der Frau, so wie die Objektifizierung jeder Person, egal in welchem Kontext, ist natürlich ein Problem. Was ich hier seit Stunden wiederhole und hier noch einmal ausdrücklich unterschreiben möchte: Diese Lieder sind genauso sexistisch, wie ich zu meinen Freunden beleidigend bin, wenn ich sie Vollidioten nenne. Weder die Intention, noch die Botschaft, noch das Ziel dieser Musik ist die Objektifizierung der Frau. Man müsste schon sämtlichen Kontext entfernen, um den Text allein als offen frauenfeindlich zu identifizieren. Wer daran noch Anstoß nimmt, dessen Problem ist definitiv nicht der Songtext eines dummen Sauflieds.

  • Was ich hier seit Stunden wiederhole und hier noch einmal ausdrücklich unterschreiben möchte: Diese Lieder sind genauso sexistisch, wie ich zu meinen Freunden beleidigend bin, wenn ich sie Vollidioten nenne. Weder die Intention, noch die Botschaft, noch das Ziel dieser Musik ist die Objektifizierung der Frau. Man müsste schon sämtlichen Kontext entfernen, um den Text allein als offen frauenfeindlich zu identifizieren. Wer daran noch Anstoß nimmt, dessen Problem ist definitiv nicht der Songtext eines dummen Sauflieds.

    Hast du dir die Lieder überhaupt mal angesehen? Oder den Kontext, von dem du da redest?
    Eines der Lieder handelt basically davon, dass jemand am Ufer ein schlafendes "Mädel" vergewaltigt, mit der schönen Passage "Ich mach' dich zur Mutter und lass′ dich allein" sowie der etablierung der Schuldumkehr "Und die Moral von der Geschicht', Männer sind Schweine, vertrau ihnen nicht" (Lyrics). Welchen Kontext willst du da bitte entfernen?
    Oder meinst du den Sauf-Kontext, in dem die Lieder gespielt werden? Den Kontext, in dem es eh schon Probleme mit Übergriffigkeiten gegenüber Frauen in Festzelten gibt? Weswegen die Stadt unter anderem extra Safe Spaces für Frauen sowie ein Frauen-Notruf eingerichtet hat?

    Und in diesem Kontext siehst du Lieder wie "Nein heißt ja" (Lyrics) und "Joana, du geile Sau" (Lyrics) als völlig unproblematisch an, weil sie deines Wissens nach "Bullshit" "BULLSHIT" sind und sie ja auch nur so verstanden werden können? Hast du dafür auch Quellen? I mean, ich hab mir vorhin die Mühe gemacht, Quellen herauszusuchen, warum man solche Lieder gerade in so einem Kontext psychologisch als problematisch einordnen kann und es wäre nett, wenn du hier auch welche für mich hättest. Aber damit du es dir nicht zu einfach machst: Bitte mit Kontext und nicht einfach nur "Kunstfreiheitsgesetz" / unproblematisch weil sonst wären sie ja schon verboten.

    Dann kommt noch dazu, dass die Stadt das Volksfest bewusst als sicheres Fest für "Klein und Groß" bewirbt (Quelle). Dazu hat sie mit ihrer Verteidigung ihrer Entscheidung gegen diese Lieder, um "gemeinsam eine respektvolle Atmosphäre und sicheres Feiern" schaffen zu wollen, mMn. eigentlich schon alles gesagt (Quelle).
    Du sagst auch, dass es keine rechtliche Grundlage für "so eine Aktion" gibt. Ich bin kein Jurist und lasse mich da gerne korrigieren, aber soweit ich es verstanden habe, bewegen wir uns hier rein rechtlich in einem Rahmen, in dem die Stadt durchaus derartige Empfehlungen aussprechen darf (Quelle). Wichtig ist wohl hauptsächlich, dass solche Empfehlungen sachlich begründet, verhältnismäßig und nicht als verbindliches Verbot mit Sanktionen ausgestaltet sind. Aber gehen wir das mal nacheinander durch:

    • Sachlich Begründet ist es ja alleine schon damit, dass die besagten Lieder nicht zur gewünschten, inkludierenden Fest-Atmosphäre passen, mit dem die Stadt das Fest offiziell bewirbt, das sie finanziell mitträgt. Im Grunde müsste die Stadt auch im einzelnen begründen, warum sie die besagten Lieder nicht empfiehlt. Aber das kann ich ja schlecht.
    • Verboten wurde hier auch nichts, sondern es wurde nur die bitte herausgegeben, diese Lieder doch nicht zu spielen. Falls man es doch tut, würde wahrscheinlich genau gar nichts passieren.
    • Und was die Verhältnismäßigkeit angeht, so wird das genau der Grund sein, warum man sich "nur" gegen diese 12 Lieder entschieden hat. Die im übrigen auch nur eine Orientierung sind. Offiziell will man den Wirten selbst überlassen, die Liste zu erweitern. (Quelle)

    Natürlich kann man hier nicht auf Ebene einer einzelnen Feier diskutieren, da hat ja schließlich der Veranstalter das Sagen. Es geht um die Struktur hinter dieser zugegeben einzelnen Entscheidung.

    Aber es geht hier doch nunmal um genau diese Einzelentscheidung?
    Wäre der Kontext hier ein anderer, wäre die Entscheidung sehr wahrscheinlich nicht so gefallen, wie sie gefallen ist. Man kann den Kontext doch nicht einfach wegnehmen und nur das Übriggebliebene zur Grundlage nehmen, um gegen etwas zu Argumentieren, das von eben diesem Kontext abhängig ist, den du gerade weggenommen hast?

    Dass wir im großen Ganzen Kunstfreiheit schützen sollten, ist denke ich etwas, gegen das hier niemand Argumentieren wollen wird. Dafür gibt es ja die Kunstfreiheit in unserem Grundgesetz. Aber hier geht es ja genau um eben solche Einzelentscheidungen, die hier überhaupt erst interessant sind, eben weil es hier einen Interessenkonflikt zwischen Kunstfreiheit und den staatlichen Sicherheitsauftrag sowie Gleichberechtigung gibt, der ja sonst einfach nicht in der Form existiert.

    EDIT: Links zu Lyrics hinzugefügt

    "We are born colorless. It's the people we meet who give us color."

    3 Mal editiert, zuletzt von Moogle (25. Mai 2026 um 11:14)

  • dass diese Lieder BULLSHIT und damit weder in deren Aussage, noch Intention ernst zu nehmen sind. Wie kann das so schwer zu verstehen sein? Eine Beleidigung muss personenadressiert (oder eben offensichtlich rassistisch etc.) sein, [...]

    Ich würde eine Menge Dinge als Bullshit bezeichnen. Das macht diese Aussagen dann aber nicht harmloser. Ich finde die meisten Aussagen der AFD sind Bullshit. Die Frage was eine Frau getragen hat, nachdem sie belästigt wurde ist Bullshit. Die Aussage, dass Bürgergeldempfänger ja eigentlich im Luxus Leben und alles in den Arsch geschoben bekommen ist Bullshit. Catcalling als Kompliment zu bezeichnen ist Bullshit.

    Soll ich weiter machen? Etwas als Bullshit zu bezeichnen, entschuldigt es nicht. Ich verstehe auch hier nicht, was das für eine Begründung sein soll.

    Und wenn du schon "oder eben offensichtlich rassistisch etc" schreibst: Was ist mit offensichtlich frauenfeindlich? Moogle hat ja einige der Texte bereits wiedergegeben. Frauen sind in diesen Liedern nur ein Objekt der Begierde. Ich weiß nicht wie viel offensichtlich es noch werden soll. Vielleicht wenn sie singen würden "du bist nur zum vögeln gut"? Ach ne, das haben wir hier ja auch in einigen Texten mindestens indirekt.

    Weder die Intention, noch die Botschaft, noch das Ziel dieser Musik ist die Objektifizierung der Frau. Man müsste schon sämtlichen Kontext entfernen, um den Text allein als offen frauenfeindlich zu identifizieren.

    Ach so, ja wenn du das sagst. Bist du zufällig der Interpret? Oder woran genau machst du das jetzt fest? Kannst natürlich auch als simpler Zuhörer eine Interpretation verfassen, aber so wirklich sehe ich keine von dir. Außer halt "ist nur bullshit", aber damit wärst du im Deutschunterricht wahrscheinlich auch nicht weit gekommen.

    Was genau ist der Kontext, den wir hier entfernen, den die Lieder zu nichts bedenklichen machen würde? Ich weiß es nämlich wirklich nicht, erkläre es mir gerne. Zu welcher Intention des Künstlers würde man denn deiner Meinung nach kommen, wenn man die Lieder vernünftig analysieren würde? Würde da nur rauskommen "ach, das waren ein paar Männers die lustig sein wollten"? Das wäre eine wirklich flache Analyse. Zuvor meintest du doch auch noch, dass Kunst provozieren soll. Wird hier jetzt provoziert oder ist es nur bullshit? Wenn provoziert wird, was genau? Wenn ich einfach nur einen Hitler Gruß mache, würde ich dies auch als provozierend bezeichnen können, aber was habe ich damit ausgesagt? Wenn das alles war, was ich getan hätte, dann wäre es eben immer noch nur ein Hitler Gruß. Etwas als Provokation zu beschreiben reicht also auch nicht, um irgendwas zu rechtfertigen. Es wird doch einen Grund gegeben haben, warum man sich dafür entschieden hat so über Frauen zu schreiben/singen.

    Ein Lied wie "Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf ich bin ein Döner" kann ich als albernes Spaß-Lied ansehen. Da wird sogar auch von einer Frau gesprochen, die ihn vernascht. In einem Vers. Was zusätzlich noch ein Wortspiel ist. Aber in den Liedern um die es hier geht, wurden ja bewusst Themen gewählt und auch bewusst wie man diese darstellt (z. B. das Lied mit der bewusstlosen Frau).


    Also: ich weiß nicht, wie du dir rausnehmen kannst zu sagen, dass die Lieder alle nur Bullshit sind und daher nicht ernst genommen werden können. Auf den Punkt, was solche Lieder (vorallem Unterbewusst, vorallem im Suff aus einer Feier) für Auswirkungen haben können, bist du ebenfalls nicht eingegangen. Es muss ja nicht einmal direkt dafür sorgen, dass jemand übergriffig wird. Es reicht ja auch, wenn beeinflusst wird, wie Leute dadurch Frauen oder auch Sex allgemein wahrnehmen. Deiner Meinung nach ist das alles ja einfach kein Problem. Begründung? Ja, weil du es gesagt hast.


    Und nochmal ganz am Rande:

    Eine Beleidigung muss personenadressiert (oder eben offensichtlich rassistisch etc.) sein, was in der Musik schlicht nicht passiert oder eben direkt weggeklagt wird.

    :huuuh:

    Du scheinst einen sehr interessanten Horizont an Liedern zu haben, wenn du das wirklich ernst meinst. Wirklich noch nie ein Lied mit Beleidigungen oder problematischen Inhalten mitbekommen? In einer Welt, in der sowas immer direkt weggeklagt wird, wird auch immer das Ordnungsamt für den Falschparker informiert.

    "Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein"

    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

    Einmal editiert, zuletzt von NoName (25. Mai 2026 um 12:48) aus folgendem Grund: Die Autokorrektur baut mehr Fehler ein, als sie korrigiert. Werde wahrscheinlich wieder einiges übersehen haben, trage keine Brille :(

  • Genau das ist ja das ursprüngliche Resultat, dass ich zu Beginn befürchte habe. Es wird ein riesiges Fass für diese sinnlose Diskussion aufgemacht. Aber gut, wenns denn sein muss:

    dass jemand am Ufer ein schlafendes "Mädel" vergewaltigt,

    Mal ab von dem Voyeurismus und der Vaterflucht lese ich da nichts von einer Vergewaltigung. Aber verbale Zustimmung reicht in der heutigen Zeit vor Gericht ja auch nicht mehr :wacko: Man könnte sagen, es wird, wenn überhaupt, vage impliziert, dass die Frau kein Kind von dem Mann will es aber zumindest in Kauf nimmt. Für Vergewaltigung geht mir das etwas weit.

    Wie auch spätestens im letzten Beitrag deutlich gesagt, will ich mich da auch nicht an einem einzigen Event festmachen. Jeder Veranstalter hat das Recht, seine Musik auch mit den wildesten Begründungen (ist hier nicht der Fall) auszuwählen. In diesem speziellen Fall werden ja sogar noch weitere vernünftige Gründe dafür genannt. Auf dieser Grundlage will und kann ich nicht argumentieren, selbst wenn ich wollte. Ich war der Auffassung, dass wir diese Ebene bereits verlassen haben.

    Kommen wir mal auf das Thema Quellen zurück: Das "Primen" durch Musik bezieht sich in der genannten Studie allein auf Aggression und Gewalt, was hier, wenn überhaupt, nur in Einzelstücken ersichtlich ist. Zumal ich diese Art Musik eher als förderlich für ein gewaltloses Miteinander sehe. Alles andere wäre bei einer Menge Betrunkener auch wenig attraktiv für alle Beteiligten.

    Zurück zu meiner Kernaussage, zu der ich jetzt wenig wissenschaftliche Artikel vorlegen kann, was die Natur meiner Haltung dazu reflektiert. Dieser Nachrichtenbeitrag zu der Layla-Debatte gibt es aber insgesamt gut wieder:

    https://www.zeit.de/kultur/2022-07/ballermann-hit-layla-wuerzburg-sexismus

    Zusammengefasst: Mit klarem Verstand, sachlicher Vorgehensweise und alaytischer Präzision kann man bei Betrachtung der Lieder zu keinem anderen Schluss kommen, als den euren. Die Realität und das Umfeld dieser Musik ist aber nichts davon. Es ist dumm, vulgär und hirnlos und das ist der einzige Sinn und Zweck dahinter. Es wird gespielt und dazu gefeiert, weil es einfach hirnverbrannt ist. Das ist der Kontext, den man meiner Meinung nach bei der Diskussion komplett außen vor lässt.

    Zugegeben, dumm muss nicht zwangsläufig auch sexistisch sein und es gibt ja auch mehr als genug Alternativen. Ich würde die Lieder selbst nicht vermissen, ganz im Gegenteil. Es geht mir schlicht ums Prinzip.

    Ich würde eine Menge Dinge als Bullshit bezeichnen. Das macht diese Aussagen dann aber nicht harmloser. Ich finde die meisten Aussagen der AFD sind Bullshit. Die Frage was eine Frau getragen hat, nachdem sie belästigt wurde ist Bullshit. Die Aussage, dass Bürgergeldempfänger ja eigentlich im Luxus Leben und alles in den Arsch geschoben bekommen ist Bullshit. Catcalling als Kompliment zu bezeichnen ist Bullshit.

    Der feine Unterschied hierbei ist, dass es grundsätzlich als solches konzipiert ist. Keine deiner Nennungen deckt sich auch nur ansatzweise damit.

    Und wenn du schon "oder eben offensichtlich rassistisch etc" schreibst: Was ist mit offensichtlich frauenfeindlich? Moogle hat ja einige der Texte bereits wiedergegeben. Frauen sind in diesen Liedern nur ein Objekt der Begierde. Ich weiß nicht wie viel offensichtlich es noch werden soll. Vielleicht wenn sie singen würden "du bist nur zum vögeln gut"? Ach ne, das haben wir hier ja auch in einigen Texten mindestens indirekt.

    Kontext. Zum allerletzten mal. Es ist wirklich keine Quantenphysik.

    Ach so, ja wenn du das sagst. Bist du zufällig der Interpret? Oder woran genau machst du das jetzt fest? Kannst natürlich auch als simpler Zuhörer eine Interpretation verfassen, aber so wirklich sehe ich keine von dir. Außer halt "ist nur bullshit", aber damit wärst du im Deutschunterricht wahrscheinlich auch nicht weit gekommen.

    Das liest sich so, als hättest du so etwas noch nie erlebt. Das ist für mich einfach komplett weltfremd, diese Annahme anzuzweifeln. Aber ich mag mich irren. Hat einer der Interpreten sich als Sexist, Frauenfeind oder dergleichen bezeichnet und verfolgt damit eine objektivierende Agenda? Ich schätze, dann wären die Lieder längst in der Senke verschwunden. Sind die Interpreten aber genau so bescheuert wie ihre Lieder? Mit absoluter Sicherheit.

    Wird hier jetzt provoziert oder ist es nur bullshit? Wenn provoziert wird, was genau?

    Natürlich wird provoziert, merkt man ja. Anhand von bullshit. Siehe zum Vergleich etwa South Park. Strunzdumm (zumindest meist) und gleichzeitig kritisch. Wodurch und wie das das Individuum provoziert, ist ja absolut subjektiv und vom Lied abhängig. Fühlt man sich als Friseurin jetzt von den "10 nackten Friseusen" angesprochen oder nicht? Beißt das direkt in meine Lebenswelt oder weiß ich, dass ich mich hier nicht angesprochen fühlen soll? Kann ich dir nicht sagen. Einen spezifischen Grund für Provokation muss Kunst meiner Meinung nach nicht haben und diese Titel haben keine Agenda oder ein Ziel.

    Es reicht ja auch, wenn beeinflusst wird, wie Leute dadurch Frauen oder auch Sex allgemein wahrnehmen.

    Ohne das jetzt zu abwertend zu formulieren, aber Personen, die ihr Weltbild anhand solcher Musik bilden oder es davon beeinflussen lassen, die fängt man damit auch nicht auf ^.^

    Memo an mich: sowas nicht mehr mit dem Handy schreiben, die Tasten sind echt zu klein.

  • Kruadon

    Ich muss sagen, dass ich diesen "Austausch" wirklich schade finde. Du hattest bereits im vorherigen Beitrag gesagt, dass du unsere Ansicht verstehen kannst, aber nur in einem Vakuum. Auf Rückfragen und Klärungen gehst du nicht wirklich ein. Ich sage, man kann es nicht einfach als Bullshit bezeichnen - du bezeichnest es weiterhin einfach als Bullshit, weil "du dir nichts anderes vorstellen kannst". Ich frage nach dem Kontext, der es besser macht und du antwortest "ja, der Kontext!". Wenn du den Saufkontext meinst, so ist Moogle darauf ja eingegangen, was die Lieder jedoch eher noch problematischer macht. Auch wenn es laut dir (aus unerklärlichen Gründen) wohl zu einem besseren Beisammensein beitragen soll. Auch der South Park vergleich fällt flach, wenn South Park in so gut wie jeder Folge eine bestimmte Thematik kritisiert (wie du selbst sagst). Aber diese Lieder sind ja "nur bullshit", keine Kritik. Ich habe ja sogar ein aktives "nur bullshit" Beispiel mit "ich habe eine Zwiebel auf dem Kopf" gebracht. Das Lied schafft bullshit, ohne herablassend oder sogar übergriffig über andere reden zu müssen. Auch dass ein Interpret sich laut dir wohl erst selbst aktiv als Sexist oder ähnliches bezeichnen muss, um sexistische Inhalte veröffentlichen zu können ist... eine interessante Sichtweise? Und wenn diese Musiker nun Sexisten wären, würden die Lieder laut dir gar nicht mehr gespielt werden (was mit so einer Aktion wie hier besprochen wird eben überhaupt erst eingeleitet wird - also man ist quasi dabei)? Man siehe den damaligen Fall von Till Lindemann. Die Ermittlungen wurden zwar eingestellt, doch selbst als es Aufruhr gab haben viele Fans damals davon geredet, wie es ihnen egal wäre, auch wenn die Vorwürfe stimmen würden. Einige haben ihn dafür noch mehr gefeiert. Auch ein schöner Anschluss an das Donaulied, da Lindemann ja auch für das Gedicht "Wenn du schläfst" aka das KO-Tropfen-Vergewaltigungs-Gedicht kritisiert wurde. Rechtlich gesprochen ist er unschuldig, aber (meiner Meinung nach) zumindest bedenklich. Und dennoch ist er ein großer Name in der Szene - aber schließlich hat er ja nie von sich gesagt, dass er Sexist ist, I guess :)


    Vielleicht wird es in Zukunft noch einmal ein anderes Diskussionsthema geben, bei dem etwas mehr von dir kommt.

    "Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein"

    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

    Einmal editiert, zuletzt von NoName (25. Mai 2026 um 20:19)