Es geht ja nicht um Diversität im Allgemeinen, sondern die Darstellung von Diversität in Medien. Die Diskussion darüber, ob ein bayrisches Dorf jetzt aus der Perspektive problematisch ist, halte ich generell für absurd. Es gibt ja, ganz abgesehen von der Identität, beinahe keinen Grund, in extrem ländliche Regionen zu ziehen. Rein als Konsequenz versumpft da natürlich der weiße Mann. Ist das ethisch problematisch? Nein. Besteht in diesen Regionen eine gewisse Xenophobie? Bestimmt. Ist sie "Schuld" an der Situation? Nein und damit ziemlich irrelevant.
In Bezug auf Medien unterstütze ich, dass die Repräsentation von diversen Charakteren wünschenswert ist. Je nach Setting wird es für mich aber dann problematisch, wenn es unrealistisch wird. In einem Kontingent von 20 Charakteren in einem japanischen Dorf sollte man rein statistisch kaum Diversität finden. Wenn jetzt die Hälfte komplett deplatzierte Persönlichkeiten spielt, dann funktioniert es nicht mehr. Auch finde ich die Fokussierung auf diverse Merkmale meist sehr unelegant. Muss der schwarze Charakter rappen? Muss der homosexuelle Charakter unbedingt eine Lovestory als Nebenstrang erleben? Das reduziert sie meiner Meinung nach einfach nur auf diese Merkmale und hilft dem Grundgedanken der Inklusion kein Stück.



