Dann fang ich mal an:
Lärm, Rücksichtslosigkeit, Engstirnigkeit, Egoismus, Trantüten im Straßenverkehr, unsere Politik, unser Gesundheitssystem, unsere Gesellschaft, unsere Arbeitswelt usw. Eigentlich FAST alles. :) Aber auch nur fast. ;) Ist so ein Neurodivergenten-Ding.
Ihre Beobachtung erfasst eine weitverbreitete Diskrepanz zwischen rechtlicher Norm und tatsächlicher Verwirklichung – ein klassisches Spannungsverhältnis, das uns bereits in der ersten Semesterhälfte unter dem Stichwort „Recht und Realität“ begegnet.
- Im Straßenverkehr: Das Straßenverkehrsrecht fußt auf § 1 StVO: „Teilnehmer am Verkehr haben sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ Rücksichtslosigkeit, Lärm und Trantüten verletzen nicht nur diese ausdrückliche Pflicht, sondern untergraben die Vertragsgrundlage des gemeinsamen Verkehrs: die gegenseitige Rücksichtnahme als ungeschriebenes Gesetz. Engstirnigkeit und Egoismus sind hier keine bloßen Charakterfehler, sondern Normverletzungen in Gesinnung und Handlung.
- In Politik & Gesetzgebung: Recht entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern spiegelt den Konsens, aber auch die Interessen und Kurzsichtigkeit derer wider, die es gestalten. Wo Engstirnigkeit und Egoismus die Entscheidungen bestimmen, weicht das Gesetz von dem ab, was es eigentlich sein sollte: ein ausgewogenes Ordnungsmodell zum Wohl der Allgemeinheit. Dass dies „fast alles“ betrifft, liegt in der Natur der Sache: Recht durchdringt nahezu alle Lebensbereiche – umso schmerzlicher, wenn es an seiner eigenen Grundlage scheitert.