Kontroverse Meinungen

  • Ich glaube nämlich, dass es nach wie vor nicht möglich ist, Diversität (egal in welcher Form) so darzustellen, dass es nicht total komisch wirkt.

    Was ist mit Serien wie "Durarara", "Carloe & Tuesday", "Dororo", "A Silent Voice", "JoJo's Bizarre Adventure", "Insomniacs after School", "One Piece", "Golden Kamuy", ...
    Ich finde bei den genannten und vielen weiteren wirkt gar nichts "total komisch".

  • Diese Vielfalt schätze ich im realen Leben und fände es genauso bereichernd, sie auch in Animes stärker wiederzufinden.

    Ein interessanter Aspekt. Ich denke mal, die Kontoverse ergibt sich aus dem jeweiligen Blickwinkel auf Diversität, Vielfalt und dergleichen - also wie man diese für sich selbst wahrnimmt. Die einen finden darin durchaus eine Bereicherung, andere wiederum einen Missstand. Wenn ich durch meine Arbeit bedingt tagtäglich durch Frankfurts Innenstadt fahre, erlebe ich mehr als genug Diversität, das ich doch sehr froh darüber bin, das im Medium Anime nicht die gleichen Verhältnisse dargestellt werden. Ich denke auch, das Japans recht homogene Gesellschaft einen bedeutenden Anteil hierbei einnimmt - letztlich wurden und werden auch weiterhin die meisten Anime für den japanischen Markt produziert. Da liegt es auch auf der Hand, das zum Beispiel Anime, die in Japans Gegenwart angesiedelt sind, eben keine bzw. wenig Menschen mit dunklerer Haut darstellen - obgleich es auch genug Japaner mit dunklerem Hautteint gibt. Darüber hinaus sind die Menschen meist eher für das empfänglich, was sie kennen oder womit sie sich selbst identifizieren können. Wäre aber bestimmt interessant zu erfahren, wie die Japaner selbst zu diesem Thema stehen?

  • die Kontoverse ergibt sich aus dem jeweiligen Blickwinkel auf Diversität, Vielfalt und dergleichen - also wie man diese für sich selbst wahrnimmt.

    Damit wirst du wohl recht haben. Mein eigener Blick auf Diversität und Vielfalt unterscheidet sich mit Sicherheit von dem einer Person, die in einer größeren Stadt lebt. In meinem Dorf spielt Vielfalt kaum eine Rolle, und in der nächstgrößeren Stadt halte ich mich im Wesentlichen nur aus beruflichen Gründen auf.

    Vor diesem Hintergrund ist es durchaus wahrscheinlich, dass mein Verständnis von Vielfalt ein anderes ist und meine ursprüngliche Aussage insofern etwas vorschnell beziehungsweise zu undifferenziert formuliert war.

    Gleichzeitig möchte ich jedoch anmerken, dass wir uns inzwischen recht weit von meinem eigentlichen Anliegen entfernt haben. Es war nicht meine Absicht, hier eine grundlegende Diskussion über mein persönliches Verständnis von Vielfalt zu führen, nur weil ich mir mehr verschiedene Hautfarben in Animes wünsche.

    letztlich wurden und werden auch weiterhin die meisten Anime für den japanischen Markt produziert.

    Das mag vor einigen Jahren noch zutreffend gewesen sein, inzwischen hat sich die Situation jedoch spürbar verändert. Der AJA Anime Industry Report zeigte 2024 bereits, dass der internationale Markt den japanischen überholt hat. Auch wenn nach außen weiterhin der Eindruck einer primär auf den heimischen Markt ausgerichteten Produktion entstehen mag, ist letztlich der wirtschaftliche Faktor ausschlaggebend. Wo das größte Umsatzpotenzial liegt, dorthin richtet sich auch der Blick der Unternehmen, und japanische Firmen bilden hier keine Ausnahme. Entsprechend wird der westliche Markt zunehmend berücksichtigt, was sich mittel- bis langfristig auch in inhaltlichen und gestalterischen Anpassungen widerspiegeln dürfte. Sollte ich damit falschliegen, lasse ich mich aber auch gerne eines Besseren belehren.
    Aber ich gehe insofern mit, als dass sich diese Entwicklung nicht unmittelbar und direkt auf die kreativen Köpfe hinter den Geschichten auswirkt.

  • Ich achte nicht drauf. Finde das bleibt den Künstlern (spreche jetzt nicht speziell von Anime) selbst überlassen. Schließlich haben die eine Vorstellung eines Charakters. Was ich absolut nicht mag ist es die gezwunge Umsetzung. Um eine "Quote" zu erfüllen.

    Zitat

    "Ich glaube nicht mehr rassistisch zu sein, ist der neue Rassismus" (Serie: Community)


    Life is like a pencil that will surely run out, but left the beautiful writing in the life.

    Einmal editiert, zuletzt von rabe (19. Januar 2026 um 19:33)

  • Wenn ich durch meine Arbeit bedingt tagtäglich durch Frankfurts Innenstadt fahre, erlebe ich mehr als genug Diversität, das ich doch sehr froh darüber bin, das im Medium Anime nicht die gleichen Verhältnisse dargestellt werden.

    Ein trauriger Satz.

    letztlich wurden und werden auch weiterhin die meisten Anime für den japanischen Markt produziert

    Kann man so bereits seit Jahren nicht mehr sagen. Aber dazu wurde dir bereits ein Link bereitgestellt.

    ---

    Allgemein gesprochen ist es an Tragikomik kaum zu überbieten welche Reaktionen es immer wieder hervorruft wenn jemand einen Wunsch äußert, der niemandem schaden würde.

  • Inwiefern traurig?

    Ich kann das nachvollziehen hier in Berlin

    Ich lebe selbst in einer Millionenstadt in der gut die Hälfte der Bewohner einen Migrationshintergrund hat und habe das immer als eine Bereicherung für mich selbst erlebt. Wenn ich ein Problem mit jemandem habe, dann mit einer einzelnen Person, niemals mit einer Herkunft oder dem Thema Diversität.

  • Inwiefern traurig?

    Ich kann das nachvollziehen hier in Berlin

    Ich lebe selbst in einer Millionenstadt in der gut die Hälfte der Bewohner einen Migrationshintergrund hat und habe das immer als eine Bereicherung für mich selbst erlebt. Wenn ich ein Problem mit jemandem habe, dann mit einer einzelnen Person, niemals mit einer Herkunft oder dem Thema Diversität.

    Du verstehst mich falsch, ich habe nichts dagegen, nur verspüre ich keinen Drang es zum Beispiel in Animes zu sehen, es ist auch nichts was stört wenn es nicht stattfindet.

    Man muss die Diversität auch nicht überall einführen, dafür gibt es keinen Grund, solange es nicht diskriminierend ist, ist doch vollkommen okay

  • Warum dann überhaupt Wohnorte mit ins Gespräch einbauen?

    Weil es nunmal ein Unterschied ist ob jemand damit täglich in Berührung kommt, oder aber nur vom hörensagen Diversität kennt.


    Das ist deine Meinung, aber kein Fakt.

    Genauso verhält es sich andersrum, bei so einer Diskussion kommt man sowieso nicht auf einen grünen Zweig, soll man auch nicht.

    Aber der Diskussion willen bitte ich natürlich um eine Antwort

  • Du verstehst mich falsch, ich habe nichts dagegen, nur verspüre ich keinen Drang es zum Beispiel in Animes zu sehen,

    Warum dann überhaupt Wohnorte mit ins Gespräch einbauen?

    Weil durchaus das Umfeld Einfluss auf deine Erfahrungen hat und somit auf deine Meinung. Jemand aus Berlin nimmt es eben anders wahr als jemand aus einem Dorf mit 50 Einwohner.

    es ist auch nichts was stört wenn es nicht stattfindet.

    Das ist deine Meinung, aber kein Fakt.

    Der Thread nennt sich auch kontroverse Meinungen und nicht kontroverse Fakten. :kermit:


    Life is like a pencil that will surely run out, but left the beautiful writing in the life.

    Einmal editiert, zuletzt von rabe (20. Januar 2026 um 13:31)

  • Wie hier in den letzten Beiträgen mal wieder voll aneinander vorbeigelabert wird...
    Meine Güte, jeder hat etwas andere Prioritäten beim Konsumieren von Medien. Wer einfach Unterhaltung sucht, legt tendenziell einfach weniger Aufmerksamkeit auf Diversität, ohne Diversität abzulehnen. Nicht das Bedürfnis zu haben ist neutral und nicht negativ (man kritisiert nichts, man fordert nichts). Es muss nicht jede einzelne Person aktiv für Diversität eintreten, um moralisch "korrekt" zu handeln. Persönliche Präferenzen sagen auch nicht automatisch etwas über ethische Positionen aus.

  • Persönliche Präferenzen sagen auch nicht automatisch etwas über ethische Positionen aus.

    Hier würde ich widersprechen. Persönliche Präferenzen entwickeln sich aus dem Zusammenspiel soziokultureller Prägung, aktueller Lebensumstände und Selbstentwürfe. Hier spielen ethische Positionen eine fundamentale Rolle, ob nun reflektiert oder eher als vorbewusstes Deutungsmuster. Auf welcher Ebene ist das deiner Meinung nach überhaupt trennbar?

  • Persönliche Präferenzen sagen auch nicht automatisch etwas über ethische Positionen aus.

    Hier würde ich widersprechen. Persönliche Präferenzen entwickeln sich aus dem Zusammenspiel soziokultureller Prägung, aktueller Lebensumstände und Selbstentwürfe. Hier spielen ethische Positionen eine fundamentale Rolle, ob nun reflektiert oder eher als vorbewusstes Deutungsmuster. Auf welcher Ebene ist das deiner Meinung nach überhaupt trennbar?

    Ja es stimmt, dass persönliche Präferenzen durch soziokulturelle Prägung und ethische Haltungen beeinflusst werden können. Das bedeutet aber eben nicht, dass diese Präferenzen zu einer ethischen Position werden. Es ist möglich, Neutralität in einer Präferenz zu haben, ohne dass dadurch die eigene moralische Einstellung "beeinträchtigt" wird.

  • Ja es stimmt, dass persönliche Präferenzen durch soziokulturelle Prägung und ethische Haltungen beeinflusst werden können. Das bedeutet aber eben nicht, dass diese Präferenzen zu einer ethischen Position werden. Es ist möglich, Neutralität in einer Präferenz zu haben, ohne dass dadurch die eigene moralische Einstellung "beeinträchtigt" wird.

    Ich würde zustimmen, dass die Frage danach, ob Cola oder Fanta besser schmeckt, weitestgehend auf neutrale persönliche Präferenzen abzielt. Allerdings halte ich Neutralität für eine Luftblase, wenn es um politische Themen geht, wozu Diversität und Sichtbarkeit ohne Zweifel gehören. Hier kann nur innerhalb eines bestehenden Bezugsystems gedacht werden, womit selbst ein 'Egal' oder eine angebliche Neutralität einen politischen Charakter erhält, da die eigene Person nicht außerhalb des Bezugsystems gedacht werden kann.

  • Ja es stimmt, dass persönliche Präferenzen durch soziokulturelle Prägung und ethische Haltungen beeinflusst werden können. Das bedeutet aber eben nicht, dass diese Präferenzen zu einer ethischen Position werden. Es ist möglich, Neutralität in einer Präferenz zu haben, ohne dass dadurch die eigene moralische Einstellung "beeinträchtigt" wird.

    Ich würde zustimmen, dass die Frage danach, ob Cola oder Fanta besser schmeckt, weitestgehend auf neutrale persönliche Präferenzen abzielt. Allerdings halte ich Neutralität für eine Luftblase, wenn es um politische Themen geht, wozu Diversität und Sichtbarkeit ohne Zweifel gehören. Hier kann nur innerhalb eines bestehenden Bezugsystems gedacht werden, womit selbst ein 'Egal' oder eine angebliche Neutralität einen politischen Charakter erhält, da die eigene Person nicht außerhalb des Bezugsystems gedacht werden kann.

    Und warum soll es nicht möglich sein, innerhalb eines Bezugssystems trotzdem neutral zu konsumieren? Warum soll es nicht möglich sein, den Fokus zB auf Story, Ästhetik, Spannungsaufbau usw zu legen? Davon abgesehen, selbst wenn ein "egal" oder eine neutrale Präferenz einen politischen Charakter hat, bedeutet das doch nicht zwingend, dass die Person eine ethische Position ablehnt. Ich kann mir ohne politische Motivation Schindlers Liste reinziehen und die Schauspieler gut finden.

  • Und warum soll es nicht möglich sein, innerhalb eines Bezugssystems trotzdem neutral zu konsumieren?

    Da jeder Punkt im Bezugssytem einen Wert besitzt, in Beziehung zu anderen Werten. Das ist jetzt natürlich metaphorisch, aber man kann eben nicht nicht kommunizieren, wenn es um das Politische geht. Ich sag nur, dass jede Handlung das politische Klima mitverursacht. Ob jetzt jeder deswegen aktiv und bewusst steuern muss, ist eine andere Frage.

  • Ich halte es schon für übergriffig, wenn einer persönlichen Präferenz basierend auf gesellschaftlichen Normen und Werten ein ethischer Hintergrund von Dritten unterstellt wird, besonders wenn dieser explizit verneint wird. Wo kommen wir denn da hin; Gaslighting lässt grüßen.