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  • Ich bin kein Geschichtsexperte, aber ich meine, dass die Sexualisierung der Frau schon weit in die Antike reicht. Das ist kein Phänomen, das erst seit der Neuzeit existiert. Die Griechen, Römer und Ägyter haben Sexualisierungen schon weit vor Anime verwendet. ;) Bekannt sind u. a. die nackten Steinstatuen der Griechen und Römer. Abgesehen davon gibt es ja auch die nackten, kleinen, pinkelnden Engel. Ist also alles kein Neuwerk oder Erfindung der Japaner.

    Kleine Ergänzung zu den Statuen. Insbesondere die Griechen der Antike haben nicht nur detaillierte weibliche Skulpturen erschaffen, sondern ebenso auch männliche. Dass ist nicht verwunderlich wenn man an den mächtigen Zeus denkt. Zudem war das Liebesleben der alten Griechen sehr ausgeprägt, man könnte eigentlich sagen in dieser Hinsicht waren sie offener als es viele Menschen heutzutage sind. Ziemlich interessant sind die sechs Formen der Liebe:

    Eros: Leidenschaftliche Liebe

    Philia: Freundschaftliche Liebe

    Storge: Familiäre Liebe

    Agape: Selbstlose Liebe

    Pragma: Beständige Liebe

    Philautia: Selbstliebe

    Alles ist gut so wie es ist, selbst wenn alles verloren ist. Die Erinnerungen bleiben ewig.

  • Aka Gute Ergänzung, doch so gesehen ist Liebe Liebe. :) Sexualität bzw. Sex muss nicht immer was mit Liebe zu tun haben. Aber ich denke, dass man da jetzt ziemlich in stark philosophische und psychische Gefilde abdriften kann. ;) Die Griechen hatten teilweise damals sowieso eigenartige "Liebesbeziehungen" - besonders zu Jünglingen (Päderastie).

    Sexualisierung hat auch nicht immer wirklich was mit Liebe zu tun. Wenn jemand z. B. die Frau auf ein Podest hebt, dann ist das eher eine Perversion oder ein Fetisch und hat wenig mit echter Liebe und vor allem Augenhöhe zu tun.

    Und wenn man es genau nimmt, werden Kinder heutzutage ja auch schon ziemlich schnell sexualisiert. Daran sind nicht nur die Eltern schuld, sondern vor allem auch die Medien!

  • Sexualität bzw. Sex muss nicht immer was mit Liebe zu tun haben

    Natürlich hat Sex nichts mit Liebe zu tun. Es sind zwei eigenständige Dinge, die nur oft gemeinsam aufkommen aber auch völlig unabhängig agieren können. Bestes Beispiel: Prostitution. Da geht es ausschließlich um Sex, käuflichen Sex. Es wird wohl niemand behaupten wollen, dass Sexarbeiterin ihre Kunden auch "lieben"? ^.^ Nein, beim Sex geht es rein um den Akt an sich. Das ist Sex, nicht mehr und nicht weniger.

    Liebe gibt es auch in verschiedenen Formen. Es gibt nicht nur die Liebe zu einem Partner sondern auch zu der Familie, Freunden, Haustieren....

    Und dann gibt es die Sexualität, sie führt diese beiden zusammen. Es sind also drei Aspekte. Sexualität, Sex und Liebe.

    Um auf die Sexualisierung der Frau zu kommen: Ja, sie ging und geht oft von Männern aus, aber man darf nicht vergessen, dass auch Frauen selbst das nutzen und auch gefördert haben. Sie haben dies auch für ihre Zwecke genutzt. Das soll nicht heißen, dass ich es gut heiße oder ihnen eine Schuld zuweisen möchte. Nein, lediglich, dass es nicht nur darum geht, dass Männer Frauen ausgenutzt haben, sondern dass es auch oft so war, dass Frauen dies geschickt nutzen konnten, um so ihren Nutzen daraus zu ziehen. Und es gab und gibt immer noch Frauen, die andere Frauen ausnutzen um ihren eigenen Vorteil daraus zu ziehen.

    Ein gutes Beispiel: Jeffrey Epstein. Das Paradebeispiel für die Sexualisierung und Ausnutzung junger Frauen und Mädchen. Und wer war maßgeblich daran beteiligt und hat die jungen Frauen zugeführt? Eine Frau. Ghislaine Maxwell.

    Es ist ein Gesamtkonstrukt, aus dem jeder, egal ob Mann oder Frau, der eine Chance darin erkennen konnte, versucht hat, seinen Nutzen daraus zu ziehen.

    Wie viele Frauen nutzen den "Sex-Sells-Faktor" aus um Männer zu bezirzen und so ihren Vorteil daraus zu ziehen um Geld oder Gefälligkeiten zu bekommen? Und wie viele Männer sind bereit das zu bezahlen oder zu ermöglichen um selbst an das zu kommen, was sie sich davon erhoffen? Solange dabei keiner ernsthaft zu schaden kommt, ist das wohl eher eine Win-Win-Situation. Aber das ist eben nicht immer so, im Gegenteil, meistens gibt es nur einen Gewinner und einen Verlierer und das sind dann meistens die Schwächeren, in den meisten Fällen dann die Frauen oder Mädchen. Dann sind wir wieder bei der sexuellen Ausnutzung / Ausbeutung von Frauen und Mädchen. Man kann das komplexe Thema also nicht über einen Kamm scheren, das wollte ich damit aufzeigen.

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

    Albert Einstein

    Einmal editiert, zuletzt von DareMo (8. September 2026 um 13:53)

  • DareMo Wüsste nicht, dass das Thema jemand über einen Kamm geschoren hätte. Wobei das aber sicher einige tun.

    Aber wie Du schon so schön sagtest: Man nutzt sich gegenseitig aus.

    Von Natur aus, ist halt die Frau von der körperlichen Kraft her das schwächere Geschlecht. Damals ging der Mann eben jagen und die Frau kümmerte sich um's Essen, den "Haushalt" und die Kinder. Später musste die Frau auch selber mit auf dem Feld anpacken oder Naturalien auf dem Markt verkaufen. Nachdem sich Frauen in gewissen Kulturen oder Ländern mehr durchsetzen konnten - was auch gut ist -, durfte auch die Frau in vielen Bereichen arbeiten.

    Das größte Problem an den ganzen Thematiken ist jedoch, dass viele moderne Frauen wie Männer behandelt werden möchten. Sei es bei Rechten, beim Geld oder im Job. In gewisser Weise finde ich Gleichberechtigung auch legitim und gerechtfertigt. Was mir allerdings aufgefallen ist, dass Frauen auch durch die blöde Emanzipation wie Männer werden wollen. Sie meinen, dass sie ohne Männer viel besser dran wären - das geht aber klar auch von männlicher Seite aus. Das Problem hier ist, dass die kleinste Erotik schon gleich als Sexismus, Sexualisierung oder Frauenfeindlichkeit ausgelegt wird. Verstehst Du was ich meine? Dieses Gejammer immer und diese "Me-Too-Kampagne"... Manches hat seine Berechtigung, aber vieles ist einfach nur Gejammer.

    Beispiel: Jemand hier im Forum hat sich "beschwert", dass Marin aus "My Dress-Up Darling" so sexualisiert wird. Ja, sie ist eine Gyaru! Die machen das von Haus aus so! Das ist japanische Pop-Kultur! Anstatt es einfach so zu akzeptieren wie es ist, wird sich darüber beschwert.

    Lolis sind dabei wieder ein anderes Thema, aber gehen klar in die Über- bzw. Frühsexualisierung über. Es gibt aber auch Mädchen, die das gezielt so wollen! Ob es da an mangelnder Erziehung liegt oder einfach an anderen Faktoren, das ist dann eher Expertensache.

    Ich will mit dem ganzen einfach nur sagen, dass sich über "Banalitäten" beschwert wird, obwohl es weitaus schlimmere und wichtigere Dinge gibt. Es ist nun mal so!

  • Und dann gibt es die Sexualität, sie führt diese beiden zusammen. Es sind also drei Aspekte. Sexualität, Sex und Liebe.

    Ja, schon, aber würde nicht sagen, dass Sexualität die beiden (ich nehme jetzt mal an du meinst Sex und Liebe) zusammenführt. Sexualität beschreibt ja erstmal nur, wie bzw. ob man sexuelle Anziehung empfindet. Sexualität existiert aber unabhängig von Liebe - und Liebe unabhängig von Sexualität. Hier hast du dir glaube unnötig ein bisschen selbst widersprochen.


    ---

    Damals ging der Mann eben jagen und die Frau kümmerte sich um's Essen, den "Haushalt" und die Kinder.

    FYI: Diese Behauptung wurde schon vor ein paar Jahren widerlegt und ist archäologisch gesehen so nicht mehr tragbar. Quelle

    Das größte Problem an den ganzen Thematiken ist jedoch, dass viele moderne Frauen wie Männer behandelt werden möchten. Sei es bei Rechten, beim Geld oder im Job. In gewisser Weise finde ich Gleichberechtigung auch legitim und gerechtfertigt. Was mir allerdings aufgefallen ist, dass Frauen auch durch die blöde Emanzipation wie Männer werden wollen.

    Worin genau siehst du hier denn das Problem? Anders herum gefragt: Mit welcher Begründung sollen Männer deiner Meinung nach denn besser behandelt werden als Frauen? Weil darauf läuft es ja hinaus? Würde mich halt interessieren, was hier deine Beweggründe sind.

    Sie meinen, dass sie ohne Männer viel besser dran wären - das geht aber klar auch von männlicher Seite aus. Das Problem hier ist, dass die kleinste Erotik schon gleich als Sexismus, Sexualisierung oder Frauenfeindlichkeit ausgelegt wird. Verstehst Du was ich meine? Dieses Gejammer immer und diese "Me-Too-Kampagne"... Manches hat seine Berechtigung, aber vieles ist einfach nur Gejammer.

    Ein "Me-Too"-Effekt gibt es aber doch immer und überall? Liegt halt an der Natur des Menschen, sich zugehörig fühlen zu wollen, deswegen kann man das doch schlecht als Argument gegen die Emanzipations-Bewegung anführen? Das wirst du ja überall finden, wo eine gefühlte Ungerechtigkeit existiert. Sei es bei Rassismus, Sexismus oder schlicht bei ungerechtigkeiten im Job.

    Lolis sind dabei wieder ein anderes Thema, aber gehen klar in die Über- bzw. Frühsexualisierung über. Es gibt aber auch Mädchen, die das gezielt so wollen! Ob es da an mangelnder Erziehung liegt oder einfach an anderen Faktoren, das ist dann eher Expertensache.

    Um es mal überspitzt zu sagen: "Es ist okay eine Klippe heruntergeschmissen zu werden, weil... ES GIBT MENSCHEN DIE DAS GEZIELT SO WOLLEN!".
    Wenn ich es böse interpretieren wollen würde, könnte ich auch sagen., dass sich das einfach nach ziemlich hartem Victim-Blaming Tobak anhört. Aber ich gehe mal davon aus, dass du es nicht so gemeint hast und dich einfach die Situation aufregt.

    Ich will mit dem ganzen einfach nur sagen, dass sich über "Banalitäten" beschwert wird, obwohl es weitaus schlimmere und wichtigere Dinge gibt. Es ist nun mal so!

    Ist halt auch wieder ziemliches Whataboutism, wie ich finde. Ich traue der Menscheit zu, sich auf mehr Themen fokussieren zu können als auf ein einziges. Ist ja nicht so, als ob wir alles andere stehen und liegen lassen. Es geht hier ja darum, Feminismus-Überlegungen in zukünftige Entscheidungen mit einfließen zu lassen, eben damit es in Zukunft mehr Gleichberechtigung gibt.
    Über einzelne Maßnahmen kann man natürlich immer streiten und es ist auch wichtig, das zu tun. Das alles als "Banalitäten" zu bezeichnen halte ich aber für falsch. Aber auch hier: Korrigiere mich bitte, wenn ich etwas daran falsch verstanden habe.

    "We are born colorless. It's the people we meet who give us color."

    6 Mal editiert, zuletzt von Moogle (8. September 2026 um 17:53)

  • Beispiel: Jemand hier im Forum hat sich "beschwert", dass Marin aus "My Dress-Up Darling" so sexualisiert wird. Ja, sie ist eine Gyaru! Die machen das von Haus aus so! Das ist japanische Pop-Kultur! Anstatt es einfach so zu akzeptieren wie es ist, wird sich darüber beschwert.

    Dass Marin als Gyaru einen bestimmten Kleidungs- und Modestil hat, bedeutet nicht automatisch, dass jede sexualisierte Darstellung von einer Minderjährigen „einfach dazugehört“ und man sie deshalb nicht kritisieren darf. Unabhängig von der Kleidung und dem Style kann man trotzdem kritisieren, wie eine Figur von einem Werk dargestellt wird und ob das wirklich notwendig ist.

    Und dieses „Es gibt doch viel schlimmere und wichtigere Dinge“ ändert daran auch nichts. Natürlich gibt es größere Probleme auf der Welt. Aber deswegen darf man doch trotzdem etwas kritisieren, was einem auffällt. Es ist ja nicht so, als dürfte man immer nur über das größte Problem überhaupt diskutieren.

    Lolis sind dabei wieder ein anderes Thema, aber gehen klar in die Über- bzw. Frühsexualisierung über. Es gibt aber auch Mädchen, die das gezielt so wollen! Ob es da an mangelnder Erziehung liegt oder einfach an anderen Faktoren, das ist dann eher Expertensache.

    Kinder und Jugendliche können häufig noch nicht vollständig einschätzen, welchen Einfluss Erziehung, Medien, Trends und ihr soziales Umfeld auf ihre Entscheidungen und Wünsche haben. Gerade deshalb tragen Erwachsene die Verantwortung Minderjährige zu schützen. Zu sagen „sie wollen es ja“ macht die Sache meiner Meinung nach eher problematischer.

  • In gewisser Weise finde ich Gleichberechtigung auch legitim und gerechtfertigt. Was mir allerdings aufgefallen ist, dass Frauen auch durch die blöde Emanzipation wie Männer werden wollen. Sie meinen, dass sie ohne Männer viel besser dran wären - das geht aber klar auch von männlicher Seite aus.

    Bro bitte, hast du mal mit Frauen gesprochen? Für mich klingt das hart so, als würdest du gerne über Frauen sprechen, aber nicht mit ihnen.
    Und wenn Frauen heute weniger auf Männer angewiesen sind, ist das nicht „wie Männer werden wollen“, sondern ziemlich genau der Sinn von Emanzipation.

    Jemand hier im Forum hat sich "beschwert", dass Marin aus "My Dress-Up Darling" so sexualisiert wird. Ja, sie ist eine Gyaru! Die machen das von Haus aus so! Das ist japanische Pop-Kultur! Anstatt es einfach so zu akzeptieren wie es ist, wird sich darüber beschwert.

    Du vergisst, dass das eine geschriebene Story ist und keine Naturgegebenheit. Jemand hat sich bewusst dazu entschieden, sie so zu schreiben und darzustellen. „Ist halt Gyaru/japanische Popkultur“ erklärt die Darstellung vielleicht, macht sie aber nicht automatisch unkritisch.

    Lolis sind dabei wieder ein anderes Thema, aber gehen klar in die Über- bzw. Frühsexualisierung über. Es gibt aber auch Mädchen, die das gezielt so wollen!

    Hä? „Es gibt Mädchen, die das gezielt wollen“ macht die Sexualisierung von Kindern doch nicht weniger problematisch. Kinder können die Verantwortung dafür nicht einfach selbst tragen.

    Ich will mit dem ganzen einfach nur sagen, dass sich über "Banalitäten" beschwert wird, obwohl es weitaus schlimmere und wichtigere Dinge gibt. Es ist nun mal so!

    Joa, wenn man selbst nicht betroffen ist, lässt sich sowas natürlich leicht als „Banalität“ abtun. Dir würde es genauso wenig gefallen, wenn Frauen ein Männerproblem mit „gibt Wichtigeres“ wegwischen.
    Und bitte jetzt keine ausgesuchten „Cringe Feminism“-Clips als Gegenargument – einzelne Extrembeispiele widerlegen das Problem nicht.

  • Beitrag von Johnnii360 (8. September 2026 um 18:49)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Zwecklos. (8. September 2026 um 18:53).
  • Eigentlich schade wie der Austausch am Ende verlaufen ist, zumal Moogle doch recht offen war.

    An sich war das Thema - zumindest für mein Empfinden - auch interessant.

    _

    Versuche mal grob zusammen zu fassen:

    Naja, dass Sex und Sexualisierung zwei verschiedene Paar Schuhe sind ist eigentlich logisch. Sex (wie bereits von anderen Usern erwähnt) kann frei von Liebe sein wenn man nur mal an Pornos denkt. Im übrigen herrscht hier zwar noch allgemein die Dominanz des Mannes, aber langsam wird das aufgelockert.

    Sexualisierung kann in verschiedene Richtungen gehen: Religiöse Unterdrückung, stereotypische Vorurteile, Fetische oder Vorlieben ... Und ich denke das eine Sexualisierung nicht immer einen niederen Ziel folgt. Aber mal ganz unabhängig davon ist ja wohl eines klar: Die Sexualisierung bezieht sich nunmal überwiegend auf das weibliche Geschlecht. Persönlich wäre ich hier für mehr Gleichgewicht.

    Sollte eine meiner Vermutungen oder Aussagen unpassend oder falsch sein, bitte korrigieren. Danke. ^^

    Alles ist gut so wie es ist, selbst wenn alles verloren ist. Die Erinnerungen bleiben ewig.

    Einmal editiert, zuletzt von Aka (8. September 2026 um 19:19)

  • Nett, wie hier die Belehrungskeule und Sezierschere ausgepackt wird und es in Rechthaberei ausartet. Vernünftige Diskussionen sind hier auch zum Großteil sinnlos.

    Kleiner Tipp: Lernt Medaillen von beiden Seiten zu betrachten bzw. mehrere Perspektiven zu sehen.

    Macht's gut!

  • Kleiner Tipp: Lernt Medaillen von beiden Seiten zu betrachten bzw. mehrere Perspektiven zu sehen.

    Sehr ironischer Tipp.
    Wo war denn deine Bereitschaft, andere Perspektiven zu betrachten, als es um die Frauen ging?


    Eine Diskussion anschließend mit dem Vorwurf von „Rechthaberei“ oder mangelnder Diskussionskultur zu beenden, ist ebenso widersprüchlich. Statt sich mit den Gegenargumenten auseinanderzusetzen, wird die Art der Diskussion zum Problem erklärt und der Austausch beendet.

    Gerade dadurch entsteht letztlich genau das, was du selbst beklagst: ein fehlender wirklicher Austausch.

  • Das größte Problem an den ganzen Thematiken ist jedoch, dass viele moderne Frauen wie Männer behandelt werden möchten. Sei es bei Rechten, beim Geld oder im Job.

    Ich geh jetzt mal nicht auf den ganzen Post ein, aber die Stelle ist mir am meisten ins Auge gesprungen. Ganz konkret, was wäre daran schlimm? Wär doch toll, wenn alle dieselben Rechte haben, gleich viel verdienen, gleich wertgeschätzt werden usw.

  • Johnnii360 Ich habe versucht dir zu erklären, warum ich das Argument „Sie ist eine Gyaru, das ist nun mal so, akzeptiert es einfach“ nicht ganz nachvollziehen konnte.

    Man kann den Style und den Charakter grundsätzlich mögen und trotzdem kritisieren, wie der Autor sich entschieden hat, sie in seinem Werk zu inszenieren. Für mich schließen sich diese beiden Dinge auch nicht unbedingt aus. Meine Kritik richtet sich auch nicht gegen die Gyaru-Subkultur, sondern eher gegen die Art und Weise, wie eine minderjährige Figur teilweise dargestellt und sexualisiert wird.

    Du meintest, ich solle mich erst einmal darüber informieren, was eine „Gyaru“ überhaupt ist und genau das habe ich gemacht, da ich vorher ehrlich gesagt nicht viel darüber wusste. Es gibt nicht „die eine“ Gyaru und man kann Gyarus nicht einfach über einen Kamm scheren. Bei der Gyaru-Kultur geht es auch viel um Selbstbestimmung. Gyarus wollten sich bewusst von dem traditionellen Ideal der zurückhaltenden, angepassten japanischen Frau abgrenzen und selbst darüber bestimmen, wie sie aussehen, sich kleiden und verhalten. Dennoch haben sie, wie alle anderen Menschen auch, individuelle Persönlichkeiten.

    Auch nachdem ich mich näher mit der Thematik auseinandergesetzt habe, komme ich jedoch zu folgendem Schluss: Ich finde es schwierig, allein aus der Tatsache, dass eine junge Frau eine Gyaru ist, abzuleiten, dass sie automatisch sexualisiert oder objektifiziert werden möchte. Ich verstehe also deinen Punkt bei Marin und dass ihr Gyaru-Stil ein Teil ihres Charakters ist. Ich finde nur, dass man ihre Sexualisierung nicht einfach damit begründen sollte, dass sie eine Gyaru ist.

    Sich mit einer anderen Perspektive auseinanderzusetzen bedeutet nicht gleich, dass man die eigene Kritik aufgeben muss. Ich kann verstehen, warum eine Figur so gestaltet wurde und die konkrete Darstellung trotzdem hinterfragen und kritisieren.

    Falls ich dich an irgendeiner Stelle falsch verstanden habe, tut es mir leid. Unterschiedliche Perspektiven auszuhalten gehört für mich zu einer Diskussion dazu. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein. Schade finde ich es trotzdem, dass die Diskussion so verlaufen ist und du das Forum auch nicht mehr besuchen möchtest.