Umgang mit "Post Anime Depression"

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  • Mich haben auch einige Animes traurig gemacht als sie zu Ende gingen. Meiner Meinung nach ist es was schönes, die Geschichte hat einen halt bewegt und mitgerissen. Es hilft sich mit Menschen auszutauschen die den gleichen Anime feiern, die Charaktere zu zeichnen, sich vielleicht paar AMV's reinzuziehen und so.

    Zu vielen Animes gibt es auch Videospiele die man zusätzlich spielen kann, so hat man länger was von dem Anime.

    Und ansonsten...in die nächste Story stürzen. :ugly:

    Und dem Sterne gleich, der erlischt, ist jedes Werk eurer Tugend: immer ist sein Licht noch unterwegs und wandert.

    Nietzsche

  • Also natürlich finde ich es schade wenn ein Anime, den ich mag, zu Ende geht. Aber aber Depressionen? Neee, nicht einmal im Ansatz.

    Generell ist das bei Animes kein so großes Problem, weil ich dann einfach den nächsten schaue und alles ist gut. :)

    Es gibt ein paar normale Serien wo ich das wenn dann eher habe, aufgrund der Länge der Serien. Zum Beispiel The Big Bang Theory. Wenn ich da alle Staffeln am Stück schaue falle ich eher mal kurz in ein Loch, weil ich da an der gesamten Serie ja wirklich teilweise Wochen dran bin, und dann fehlt im ersten Moment halt schon eher etwas. Aber Animes die so extrem viele Folgen haben gibt es ja kaum, und wenn dann sind das welche die ich eh nie am Stück schaue, und dann ist das eben etwas anderes.

  • Ich finde ja dass das Wort Depressionen zu inflationär genutzt wird, für alles was einen heute traurig macht hat man eine Depression, nicht cool.

    Zum Thema,

    Je nachdem wie sehr ich mich in den Anime hineinversetzen konnte, wie sehr mich die Charaktere gebunden haben, kann nach dem Ende durchaus eine gewisse leere entstehen, das habe ich allerdings auch bei Spielen.

    Beispiel:

    Quintessential Quintuplets, da hat mich alles auch noch ein wenig beschäftigt nach dem Ende oder eben spiele wie Red Dead Redemption 2, auch da war ich etwas "leerer" nach dem Ende.

    Manchmal ist es ein einzelner Charakter der es mir angetan hat, oder eine Entscheidung die mir nicht gefällt die dazu führt das ich etwas traurig bin wenn's vorbei ist,

    Aber das nichts schlimmes, Emotionen gehören dazu, sei es Anime, Manga, Games, oder das ganz normale Leben.

    ~ 𝕴𝖈𝖍 𝖇𝖎𝖓 𝖉𝖊𝖗 H𝖆𝖒𝖒𝖊𝖗 ~ 𝑺𝒊𝒆 𝒅𝒂𝒔 𝑺𝒌𝒂𝒍𝒑𝒆𝒍𝒍 ~

  • Ui, interessantes Thema wieder aus der Versenkung geholt geworden! :)

    Ja, ich kenne diese Problematik auch. Sie kommt nicht bei jedem Anime vor, aber sie ist durchaus präsent. Aus meiner Sicht kommt sie dann vor, wenn man so richtig in den Anime eintaucht, sich mit gewissen Personen oder Situationen identifizieren kann oder einem die Dynamiken der Charaktere besonders ans Herz gewachsen sind. Bei mir war das u. a. bei "The Vision of Escaflowne", "My Dress-Up Darling" und besonders "Clannad" so.

    Wie ich damit umgehe?

    Im Falle von Escaflwone und My Dress-Up, habe ich mir den Anime einfach nochmal angeschaut. Danach war ich dann "geheilt" oder einfach gesättigt. Manchmal hilft es einfach, den Anime nochmal anzuschauen. Das ist aber bei jedem individuell. Bei Clannad... Das ist der größte Schlaghammer schlechthin! Da ich hier selber Parallelen habe, hatte ich mir den Anime im Anschluss nicht nochmal angeschaut. Ich habe einfach versucht, mich damit auseinanderzusetzen und zu reflektieren, sowie mir vor allem zu sagen, dass es nur ein Anime war. Ich habe hier keinen wirklichen Gesprächspartner. Ich habe einfach Gemini genutzt, um meine Gedanken etc. zu sortieren und auf einen grünen Zweig zu kommen. Man muss einfach schauen, dass man sich auch anderen Anime oder Aufgaben zuwendet, da man sonst darin versinkt.

    Während es bei Escaflowne und My Dress-Up Darling einfach Sehnsucht bzw. Melancholie oder sonstwas war, war es bei Clannad teilweise das öffnen realer Wunden, was nicht so einfach zu flicken ist. Clannad haut mich immer wieder um und braucht dann ein Weilchen um zu sacken.

  • Wissen eure Eltern oder eure Lebenspartner darüber bescheid bzw. sagt ihr es ihnen wenn es euch danach nicht gut geht?

    Ich kläre meine Probleme - mal von medizinischen Problemen - in der Regel alleine.

    Habt ihr überhaupt schon mal Erfahrung damit gehabt?

    Es gab bisher noch keinen Anime der mich dermassen herunter gezogen hat. Wäre auch merkwürdig, liebe ich doch gerade die Dramen in Anime.

    Bei welchem Anime habt ihr euch so gefühlt?

    Wenn überhaupt dann zuletzt bei Darker than Black, siehe: Darker than Black und insbesondere die Handlung rund um Kirsi. Aber depressiv hat es mich nicht wirklich gemacht. Ich wusste ja schon von den ersten paar Episoden her das es eigentlich närrisch ist auf ein Happy End zu hoffen. Aber letztendlich wäre ein allzu fröhliches Ende des Anime auch vollkommen unpassend gewesen, da dadurch der Charme des düsteren ansonsten seine Magie verloren hätte.

    Wie stark habt ihr es gefühlt?

    Ich war halt irgendwie traurig. Aber es ist doch schön das ein Anime solche Emotionen hervor bringen kann, da es darauf hindeutet das einem die Handlung wirklich zum Nachdenken gebracht hat.

    Hat es euch in irgend einer Weise verändert?

    Abselout nicht, nur eben ist Darker than Black jetzt mein Lieblingsanime.

    Seit ihr drüber hin weg gekommen? Falls ja wie?

    Puhh, um darauf zu antworten müsste ich jetzt das Ende eines verdammt geilen Anime spoilern.^^

    Außerdem habe ich kurz danach wieder mit Mushoku Tensei: Jobless Reincarnation weiter gemacht. Sagen wir es einmal so: Ghislaine hat mich auf andere Gedanken gebracht.

    Ich möchte mir kein Urteil anmaßen, nur warum investiert man Lebenszeit in etwas von dem man eigentlich weiß das es einen nicht bekommt?

    Alles ist gut so wie es ist, selbst wenn alles verloren ist. Die Erinnerungen bleiben ewig.

  • Der Eröffnungspost erklärt es eigentlich schon ganz gut, aber ich möchte es noch einmal etwas näher erläutern, weil ich glaube, dass hier ein kleines Missverständnis vorliegt.

    Bei "Post-Anime Depression" geht es nicht unbedingt darum, dass ein Anime ein Drama ist oder dass einen die Handlung während des Schauens traurig oder emotional fertig macht. Das kann natürlich vorkommen, ist aber nicht zwingend der Auslöser.

    Dieses Gefühl kann durch ganz unterschiedliche Dinge entstehen. Zum Beispiel durch eine Romanze, bei der man dieses wohlige Gefühl bekommt und sieht, wie eine Beziehung genau so läuft, wie man es sich für das eigene Leben vielleicht wünschen würde, nur mit dem Unterschied, dass es im eigenen Leben eben nicht so ist. Oder durch eine Fantasy-Welt, in die man während des Schauens regelrecht eintaucht und sich vorstellt, selbst solche Abenteuer erleben zu können, während das eigene Leben im Vergleich dazu vielleicht ziemlich eintönig erscheint.

    Man kann sich auch stark mit einem Charakter identifizieren, eine besondere Bindung zu ihm aufbauen oder sich sogar zu ihm hingezogen fühlen. Und dann sind plötzlich 12, 24 oder 100 Episoden vorbei. Die Geschichte ist zu Ende, diese Welt existiert für einen selbst erst einmal nicht mehr und man wird mehr oder weniger abrupt wieder aus dieser kleinen Blase herausgerissen. Und dann ist da wieder der ganz normale Alltag.

    Genau diese Diskrepanz kann dieses Gefühl von Leere oder Niedergeschlagenheit hervorrufen. Man vermisst nicht unbedingt die traurige Handlung, sondern vielmehr das Gefühl, das einem diese Welt und ihre Charaktere während des Schauens gegeben haben.

    Und ich finde, man darf sich durchaus auch einfach mal in eine solche Welt fallen lassen und vollkommen darin aufgehen. Dafür schaut man schließlich Geschichten. Es ist doch eigentlich etwas Schönes, wenn ein Werk einen so sehr erreichen kann, dass man auch nach dem Ende noch darüber nachdenkt oder die Charaktere und die Welt vermisst.

    Problematisch wird es meiner Meinung nach eher dann, wenn man dieses Gefühl nach praktisch jedem zweiten Anime bekommt oder der reale Alltag einem dauerhaft so leer und unbefriedigend vorkommt, dass man immer stärker in solche fiktiven Welten flüchtet. Dann sollte man sich vielleicht tatsächlich einmal fragen, ob es nicht Dinge im eigenen Leben gibt, die man verändern könnte. Und wenn die Niedergeschlagenheit sehr stark oder dauerhaft ist, kann es natürlich auch sinnvoll sein, sich professionelle Hilfe zu suchen.

    Und zu deiner letzten Frage... Ich sehe deshalb keinen Widerspruch darin, einen Anime zu schauen, von dem man weiß, dass er einen emotional mitnehmen wird. Manchmal weiß man vorher sogar genau, dass das Ende weh tun wird, aber man nimmt diese Erfahrung trotzdem gerne mit. Man investiert die Zeit ja nicht trotz der Emotionen, sondern gerade auch wegen ihnen.