Die verschiedenen Löhne der Menschen

  • Da ich bereits noch kein Thema diesbezüglich gefunden habe und es momentan auch nicht kann, da die Suchfunktion Probleme macht (:P), dachte ich mir mal, ich mache hier ein Thread auf.


    Einfaches Thema, was mir so wie anderen auch schon oft durch den Kopf gegangen ist, die Löhne die man für seine getane Arbeit so bekommt.

    Dass diese unterschiedlich ausfallen ist klar, aber:


    -wie steht Ihr zu den unterschiedlichen Gehaltsklassen?

    -sind diese gerecht aufgeteilt?

    -sollten einige Leute weniger Geld verdienen (bspw. Fußballer)?

    -wie seht Ihr das, dass es alleine in EINEM Beruf so gigantische Unterschiede, was Löhne angeht, gibt?

    -was haltet Ihr von prozentualer Gehaltserhöhung (bspw. 3% pro Jahr) und/oder Festbeträgen (bspw. 30€ pro Jahr)?

    -was haltet Ihr von dem Mindestlohn?

    -was haltet Ihr von Zeitarbeit und deren Verdienst?

    -habt Ihr Zukunftsängste, was diese Punkte angeht? (bspw. ob man genug zum Leben hat, ob es später mal für Rente reichen wird usw.)


    Das alles sind Fragen, die einfach zur Anregung des Gesprächs dienen soll, natürlich wenn man diesbezüglich noch etwas hat, nur zu, alles dazu kann man hier erwähnen, fragen usw..

  • - Gehaltsklassen / Gerechtigkeit

    Ich denke, es passt schon. Diese werden ja ausgehandelt. Ich arbeite im öffentlichen Dienst, da ist das ziemlich geregelt.


    -Gehalt von z.B. Fußballspieler. Wir leben in einem freien Land. Angebot und Nachfrage. Das sollte frei ausgehandelt werden können. Im Umkehrschluss verbieten sich natürlich staaliche Stützungsmaßnahmen für angeschlagene Vereine tabu.


    -Was ist gigantisch? Oft muss man das Gesamtpaket sein. Ich verdiene im Vergleich zu einem SAP Berater (Stundensatz 150 Euro) wohl weniger, aber der hat Reisetätigkeit, schlechtere Arbeitszeiten, keinen bezahlten Urlaub, keine bezahlte Fortbildung etc...


    -Prozentual, um die Inflation auszugleichen


    -Mindestlohn: Eigentlich gar nichts, da er einen Eingriff des Staates darstellt. Hat aber insofern auch was gutes, da er Ausbeutung verhindert. Es sollte einen Unterschied zu Harz 4 geben, nach dem Motto: Arbeiten lohnt sich. Schwieriges Thema, außerdem Ideologie gefährdet.


    -Zeitarbeit ist für mich okay, da sie ein Sprungbrett für die Arbeitnehmer darstellt. Für Unternehmen gut, da sie damit Spitzen abfedern können.


    -Was mir Angst macht, ist die Tendenz. die Rentekasse zu plündern (Mütterente, Rente mit 40 Jahren Beiträgen, Grundrente etc.) Warum werden Geschenke verteilt, anstelle sich über langfristige Stabilisierung Gedanken zu machen? Klar Geschenke bringen Stimmen (eventuell), aber zielführend ist das auf lange Sicht nicht.


    Meine 2 Cent

  • Natürlich sind die Löhne nicht "gerecht". Das beginnt damit, dass "Gerechtigkeit" ein schwieriger Begriff ist, der bei den meisten Menschen intuitiv bzw. leer ausfällt. Fasst man "Gerechtigkeit" als Fairness auf (John Rawls), dann wäre eine Gleichverteilung grundsätzlich fair. Zieht man dann bestimmte Berufsrisiken / Anstrengung (geistig wie körperlich) / Zeitaufwände etc. hinzu, könnte man im Konsens - in einer perfekten Welt - wohl einen Index erschaffen, der eine "angemessene Bezahlung nach fairen Bedingungen" ermöglicht, da dies aber nicht der Fall ist, wir sogar sehr weit davon entfernt sind, ist die Antwort denkbar einfach: Es gibt keine Gerechtigkeit bei den Löhnen - meine These: wer was anderes behauptet, profitiert selbst vom ungerechten System (moralisch verkommen) oder ist nicht gebildet genug, um eine begründete Meinung zu haben (liegt wieder am System).

  • Beitrag von Gino ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Mhh... ich denke mal, dass jetzt alle drei Fragen nicht auf einen einzelnen Beruf bezogen sind, sondern eher auf das Allgemeine abzielen.

    Ich finde es absolut fair, dass zB ein Anwalt deutlich mehr verdient als zB ein Verkäufer. Denn der Anwalt trägt mehr Verantwortung und hat den (kognitiv) anspruchsvolleren Beruf. Dem würden - denke ich - die meisten Menschen zustimmen, da es sich um Extrembeispiele handelt. Aber wie sieht es aus mit Anwalt vs Arzt: Wer sollte hier mehr verdienen? Genau dieselben Überlegungen müsste man logischerweise auch bei anderen Berufen anstellen: Sollte ein Altenpfleger mehr verdienen als ein Erzieher? Oder sollte ein Lehrer mehr verdienen als ein Erzieher?

    Nun, in der jetzigen Welt, die sich organisch und stabilisierend in dieser Form entwickelt hat, ja - da sollte ein Verkäufer weniger verdienen als eine Anwältin (und so ist es auch). Das ist aber keine gerechte Welt. Arbeit lässt sich nicht einfach quantifizieren - ohne Verkäufer könnte der Anwalt keinen Konzern vertreten (dort verdienen Anwälte so ziemlich das meiste Geld, im Wirtschaftsrecht), da kein einziges Produkt verkauft wird. Ist der Verkäufer nun wichtiger als der Anwalt, da er basaler für das Funktionieren des Systems ist?

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem zu begegnen, hier stelle ich nur vier offensichtliche Kriterien vor:

    1. "Relevanz" für das System: Hier sind sicherlich die Berufe besonders wichtig, die in unserer Welt schlecht / schlechter bezahlt sind.
    2. "Kognitive" bzw. "körperliche" Anstrengung - also Arbeit im physikalischen Sinne des Wortes. Warum eine solche Quantifizierung unsinnig ist, kann leicht bewiesen werden: Ein Grubenschaufler, der nur Gruben schaufelt, würde vermutlich sehr viel verdienen (Fußballer wären wohl dennoch weit oben!), egal ob seine Beschäftigung nun Sinn ergibt oder nicht.
    3. Sinnstiftende Kriterien: Sehr schwierig, da kontingent und von Mensch zu Mensch verschieden aufgefasst, aber vielleicht noch ein begründbarer Weg, um überhaupt Gehaltsunterschiede zu rechtfertigen, und mein Favorit:
    4. Alle bekommen das gleiche Geld. Fair.

    Warum sollte ein Anwalt mehr Gehalt bekommen als ein Mode-Designer? Oder eine Ärztin? Oder ein Lehrer? etc.
    Wenn es darum geht, wer das meiste Geld generiert (auch oft verwechselt mit "Verantwortung"), dann kommt automatisch der Zirkelschluss:
    Ich verdiene am meisten Geld, da ich am meisten Geld generiere, also verdiene ich mehr Geld, da ich mehr Geld verdiene etc.
    Absurd.


  • So jetzt mal zu meinen Aussagen^^:


    Für mich ist es verständlich, dass diverse Berufe unterschiedlich vergütet werden, das können dann halt auch schnell mal tausende mehr sein.

    Man kann wie schon gesagt wurde, nicht erwarten, dass die "Kleinen" genauso viel abbekommen wie die "Großen" und haben dabei die offensichtlich "einfachere" (sieht ja gerne mal jeder anders^^) Arbeit.

    Wenn man es bspw. mit einem Arzt vergleicht, der muss viele Semester studieren und sich sehr viel Wissen aneignen, wie gesagt dauert das und das kann halt auch einfach nicht jeder machen, daher für die Verantwortung, die Fortbildungen die man immer wieder machen muss, ein wesentlich höheres Gehalt mehr als fair.

    Das gilt natürlich auch in vielen anderen Branchen, wenn ich bspw. von meiner Branche ausgehe, verdienen Manager bei uns bis zu 7000€ brutto, das ist eine Menge Geld, die Arbeit muss man aber halt auch erst mal leisten können, ggf. nicht so anspruchsvoll wie die eines Arztes, dafür muss man halt auch Ergebnisse liefern und hat keinen 8h Arbeitstag, das kann im schlimmsten Fall gerne mal bis zum doppelten Pensum gehen.

    (Ich persönlich finde das Gehalt krass, aber den Job machen wollen, würde ich nicht, denn wenn du nicht genug leistest kannst du u.a. auch ganz schnell abgesägt werden^^)


    Was dahin den prozentualen oder festen Betrag von Gehältern im Jahr angeht, bin ich klar auf der Seite der prozentualen Erhöhung, auch wenn klar ist, dass Leute, die generell ein gigantisches Gehalt haben, auch mehr bekommen, natürlich stößt das bei dem ein oder anderen auf saures Aufstoßen, da so die Kluft zwischen Arm und Reich schnell größer wird.

    Nicht ganz falsch, aber ich muss sagen, würden einige Berufe einfach grundlegend besser bezahlt werden, würde wahrscheinlich diese Wut gar nicht erst so auftauchen. (für mich ist halt der Ansatz "die bekommen aber mehr als wir", halt schnell durch Wut aufgebracht, ich denke es würden so weniger drauf eingehen, wenn einfach das Gehalt "fair" wäre, denn auch dann verdienen diverse Leute durch die prozentuale Erhöhung mehr Geld, aber wenn man als "Kleiner" dann auch mehr hat und es reicht zum Leben, ist es auch schon wieder fast egal)


    Dass es dementsprechend in EINEM Beruf auch Unterschiede gibt, was den Lohn angeht, ist klar.

    Hier jedoch muss ich sagen, sind die Unterschiede sehr oft einfach VIEL ZU KRASS, da ich u.a. aus der Logistik komme, kann ich gleich sagen, da kann man gut und gerne auch mal schnell für gleiche Arbeit (und wir reden hier von keinen Großkonzernen) 1000€ mehr bekommen (oder weniger, wie man es halt sieht).

    Dass natürlich dort eine Gehaltsverhandlung sinnig ist oder im schlimmsten Fall, man sich eine neue Arbeit suchen sollte, ist klar, mir geht es hierbei jedoch mehr ums Prinzip.

    (Wird sich sehr wahrscheinlich nicht ändern, nur ich finds halt persönlich schon dreißt, was viele Firmen mit Ihren Mitarbeitern machen.)

    Als Beispiel mein Kollege der in Dreischicht 1950€ brutto bekommt (und ja, er kann sich wo anders bewerben, er muss halt auch das Glück haben dort rein zu kommen), mit Zulagen ist er bei 2100€ brutto, andere bekommen für gleiche Arbeit in nur zwei oder sogar einer (eher selten, da in der Logistik sehr oft Zweischicht besteht) locker mal 400€ mehr und alles was mehr geleistet wird, wird nochmal vergütet.


    Das löst u.a. jetzt schon Zukunftsängste aus, fürs hier und jetzt reicht es, aber es ist halt schon schwierig zu sagen, "soll ich etwas leben oder spare ich doch lieber alles an", weil für beides nicht wirklich das Gehalt da ist, bei manchen sogar für beides nicht ansatzweise das Gehalt da ist.

    Gilt im übrigen aber auch für mich, ich verdiene zwar jetzt sehr gut, aber wer aus anderen Threads schon etwas herausgelesen hat, dem kann ich gleich noch sagen, ich brauche mir um die Zukunft keine Gedanken machen, denn das Rentenalter werde ich definitiv so nicht mehr erreichen.^^"


    Natürlich könnte man jetzt auch sagen "hey Augen auf bei der Berufswahl" (sorry sind halt so Facebookniveausätze^^), aber das ist halt auch immer so ein Punkt wo ich sagen muss, "wer kümmert sich um die Autos, wer backt frische Brötchen, bereitet eine leckere Torte zu, behandelt kranke Menschen und und und (MKA, PKA, PTA, Ergo- und Physiotherapeuten uvm.).

    Irgendwo will man ja auch mit seinen Fähigkeiten aufgehen, ich zum Beispiel wüsste nicht, auch wenn ich wesentlich mehr Geld verdienen würde, was ich in der IT zu suchen hätte, zwar war damals zu Schulzeiten mal Ding gewesen, jetzt über die Jahre, wäre das dann aber eher ein "ich bin froh wenn der Tag vorbei ist"-Job, das aneignen von den fachlichen Kenntnissen ist nicht mal das Problem, sondern das Desinteresse und dass ich mich da einfach mal NULL wohl fühlen würde.


    Der Mindestlohn ist an sich gut, nur wenn der Staat sagt "Ihr müsst mindestens das zahlen", denkt sich ne Firma "leck mich, ich mache das nach meinen Vorstellungen", also kann man sagen "hey geil, ich bekomme den Mindestlohn der btw. wesentlich höher liegen müsste (bis 2020 10,45€ ist echt lachhaft), aber der Arbeitgeber denkt sich dann einfach, wie @Gino es so schön sagte "hey ich stell weniger ein und die Leute müssen für den besseren Mindestlohn halt die Arbeit für 2 weitere Kollegen machen.

    Dementsprechend finde ich auch gut, wenn das Arbeitsamt keine scheiße weiterleitet, sondern etwas, was den Suchenden auch was bringt und nicht aka "Hauptsache du tauchst nicht mehr in unserer Statistik auf".


    Was die Zeitarbeit angeht, ich war selbst mal einer, es ist sehr selten, dass man ne Zeitarbeitsfirma hat, wo die Chefs menschlicher sind (bei mir ging es so), ein kleiner Vorteil war, man konnte in Firmen gucken und wenn Sie einem zusagen etwas Leistung zeigen und ggf. eingestellt werden.

    Aber ansonsten kann ich eigentlich auch nur sagen, der Rotz gehört weg, einfach weil genau das zu extrem ausgenutzt wird, aus eigener Erfahrung kann ich sagen, nach 9 Monaten bekommt man das gleiche Gehalt wie die Mitarbeiter und ab dem 18 Monat sollte man eingestellt werden, besonders lustige Firmen, schicken einen dann extra kurz mal weg, damit man einen später wieder anheuern kann, natürlich um Kosten gering zu halten.

    Noch ein Problem ist halt oft die Leistung, die man erbringen muss, denn bei vielen Zeitarbeitern ist die Leistung höher, als bei den Angestellten, ich habe damals bspw. zu Spitzenzeiten die 3fache Leistung als Zeitarbeiter erbracht, wie ein Angestellter.

    Wie man es dreht und wendet, es ist einfach Ausnutzen von Leuten, ganz besonders wenn es um Ausländer geht, die nicht so gut deutsch sprechen, da habe ich schon Geschichten mitbekommen von Zeitarbeitsfirmen, wo man am liebsten diesen Chefs den Kopf zu Brei geschlagen hätte.^^"