Enshittification des Internets und der Menschen

  • Es gibt einfach zu viele Leute, denen der Aufenthalt im Internet nicht gut tut, da sie den Kontakt zur Realität verlieren.
    Meiner Schätzung nach wären dies so ca. 80% der Bevölkerung, eher mehr.

    Eigentlich sollte es ausreichen die Zugriffshürde für das Internet auf das Niveau von 2003 zu erhöhen um dem ganzen Einhalt zu gebeten.

    Das Internet der frühen Zeit war ein freier Ort der Vielfalt und des gegenseitigen Respekts. Heute ist das nicht mehr so und daran Schuld sind Menschen, die einfach nicht mit Freiheit und den da hergehenden Konsequenzen umgehen können.

    Früher habe ich Diskussionen in Foren geführt, die heute nicht mal ansatzweise denkbar sind, weil überall sofort jemand Arschverletzt ist und "scroll weiter wenn's dir nicht schmeckt" einfach den feinmotorischen Horizont an der Maus bzw. am Handy überfordert.


    Früher gab es Orte an denen sich Leute versammelt haben und es auch keine Scheu gab miteinander zu interagieren. Hat man Müll geschrieben, wurde man ignoriert, es gab also bereits einen gesellschaftlichen Zwang des Hirn einschaltens.


    Früher hatte das Internet auch deutliche und nachvollziehbarere Konsequenzen. Hat man in einem Channel herumgepöbelt, dann wurde man daraus verbannt und keinen haben da irgendwelche Gefühle interessiert.
    Ein Bann in einem Channel kam vor, aber es gab ja noch tausende andere Channel. Für einen Serverweiten Bann musste man sich wirklich anstrengen.

    Und wie ist es heute?

    Heute Rülpst jeder irgendetwas ins Internet und denkt dabei er hätte eine Meinung. Wenn man dann noch von gleichgesinnten Denkpechvögeln umgeben ist, dann ist man sogar noch davon überzeugt. Aber hier ist es leider nicht wie in der Mathematik, wo Minus mal Minus ein Plus ergibt.

    Wenn heute in fast allen Foren eine Diskussion mal eskaliert oder hitzig wird, dann wird diese gerne recht schnell abgewürgt, damit die instabilen keinen Schaden erleiden oder es ist die Angst vor schlechter Stimmung.
    Heute werden Konflikte nicht mehr ausgetragen sondern einer Fantasie von einem "Frieden" geopfert.
    Heute hat sich eine Konsequenzlosigkeit breit gemacht, die seinesgleichen suchen. Die die sachlich Diskutieren werden mit Konsequenzen überzogen, die die nicht dazu in der Lage sind bleiben unbehelligt. Leider ist es mittlerweile Mode geworden, dass man seine "personal Army" hinter sich versammelt und diese dann ebenfalls auf die Gegenseite hetzt. Man sieht dies vor allem auf Facebook oder X oder auch in größeren Foren.

    Heute dienen die letzten verbliebenen Machtpositionen im Internet den Egotrips der Personen die sie Ausfüllen. Leider ist es nicht mehr "Chique" in diesen Positionen selbstkritisch zu denken und ggf. hinzuwerfen wenn man zu dem Schluss kommt, dass man das vielleicht nicht machen sollte. Parameter sind dabei heute nicht mehr Fairness und Sachlichkeit sondern Emotionen. Ein aktuelles Beispiel ist der rausgeworfene Reddit-Moderator von r/LivestreamFails- (Videos dazu gibts auf Youtube). Hier werden Machtpositionen ganz offen ausgenutzt.

    Heute verlieren durch das Internet immer mehr Menschen den Kontakt zur Lebensrealität. Jeder aus den Anfangszeiten des Internets wusste, dass man im Internet absolut nichts glauben sollte und Misstrauen überall angebracht war. Heute stellen Menschen freiwillig Bilder von sich ins Internet um ihren Dopaminhaushalt weiter zu schädigen, weil die Verankerung des Tuns und Denkens immer weiter von der Lebenswirklichkeit wegdriftet.


    Warum?

    Es wurde und wird unterschätzt wieviele Menschen schlecht für die Freiheit, die das Internet bot, sind und damit nicht umgehen können.
    Die Enshittification schreitet damit voran um es auch dem letzten irgendwie recht zu machen.

  • Wäre ein Blog -Artikel nicht vielleicht besser für diesen Post geeignet gewesen?

    Das Internet der frühen Zeit war ein freier Ort der Vielfalt und des gegenseitigen Respekts.

    Jeder aus den Anfangszeiten des Internets wusste, dass man im Internet absolut nichts glauben sollte und Misstrauen überall angebracht war.

    Passt meiner Meinung nach nicht ganz zusammen.

    Die die sachlich Diskutieren werden mit Konsequenzen überzogen, die die nicht dazu in der Lage sind bleiben unbehelligt.

    Du bist wrsl einer von denen die sachlich diskutieren, oder?

    Heute stellen Menschen freiwillig Bilder von sich ins Internet um ihren Dopaminhaushalt weiter zu schädigen,

    Was stört dich daran?

  • Beitrag von Somegoro Akitsu (6. Februar 2026 um 00:50)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (6. Februar 2026 um 13:40).
  • Das Internet der frühen Zeit war ein freier Ort der Vielfalt und des gegenseitigen Respekts. Heute ist das nicht mehr so und daran Schuld sind Menschen, die einfach nicht mit Freiheit und den da hergehenden Konsequenzen umgehen können.

    Klingt wie die Miniaturausgabe des Märchens vom goldenen Zeitalter, auch bekannt als 'früher war alles besser'. Ob das wirklich stimmt?

    Aber, auch wenn du genau darüber merkwürdigerweise kein Wort verlierst: Hate Speech ist ein Problem, besonders (nicht ausschließlich) gegenüber Frauen. Hetze muss unbedingt strafrechtlich verfolgt werden. Insofern fehlt in der Tat der Respekt und es existieren zu wenig Konsequenzen. Komisch , dass diese reale Problematik bei dir fehlt.

  • Passt meiner Meinung nach nicht ganz zusammen.

    Warum passen diese Dinge für dich nicht zusammen?

    Du bist wrsl einer von denen die sachlich diskutieren, oder?

    Ich versuche stets sachlich zu bleiben, gelingt natürlich nicht immer. und du?

    Was stört dich daran?

    Die Gefährlichkeit wird massiv unterschätzt.

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    Mit entsprechenden Folgen für die mentale Gesundheit wie z.B. Depressionen. Das Thema ist recht komplex, aber vereinfacht gesagt sind die sozialen Medien eine der Hauptursachen für die deutlich sichtbaren wachsenden psychischen Probleme der Gen Y, Gen Z und Gen Alpha. (Aufsteigende Intensität in der Reihenfolge)


    Ich find es fast schon peinlich, dass du in frühen Sätzen von Respekt redest, andere aber als Denkpechvögel betitelst.


    Mehr hab ich und muss ich mir von dem nicht durchlesen.

    Damit bestätigst du ja ein paar meiner Aussagen. War es das oder kommt da noch mehr?

    Klingt wie die Miniaturausgabe des Märchens vom goldenen Zeitalter, auch bekannt als 'früher war alles besser'. Ob das wirklich stimmt?

    Es war tatsächlich so.


    Aber, auch wenn du genau darüber merkwürdigerweise kein Wort verlierst: Hate Speech ist ein Problem, besonders (nicht ausschließlich) gegenüber Frauen. Hetze muss unbedingt strafrechtlich verfolgt werden. Insofern fehlt in der Tat der Respekt und es existieren zu wenig Konsequenzen. Komisch , dass diese reale Problematik bei dir fehlt.

    Das was du behauptest ist wenn dann eher ein Problem für das persönliche Empfinden und beschreibt das immer weitere Streben nach einer Vollkaskomentalität. Früher war das recht einfach geregelt: Wenn man etwas nicht aushalten kann, dann sollte man sich davon fernhalten. Wie bereits gesagt ist das Internet nicht für jeden geeignet.

    Im übrigen ist deine Definition von Hatespeech bzw. Hetze viel zu schwammig um für Straftatbestände herzuhalten. Es hat schon Gründe, warum in der Justiz keine Gefühlsthemen verfolgt werden. Jeder empfindet das anders und das macht es zu einem Problem wenn man es bestrafen möchte. Dazu kommt, dass es hier gigantisches Missbrauchspotential gibt. Ich verweise dahingehend auf die eskalierende Feminismusbewegung wie man sie in den USA beobachten kann, wo gefordert wurde, andere wegen "Stare Rape" (Also Vergewaltigung durch anstarren) oder "Fart Rape" zu verknacken. Letzteres war hierbei Thema in der New Yorker U-Bahn.

    Natürlich zuckt da gleich der Fake-Reflex der ja gerne von linksorientierter Seite benutzt wird. Die Realität ist da teilweise noch schlimmer und man bekommt oft nur die Spitze des Eisbergs mit.

  • Das was du behauptest ist wenn dann eher ein Problem für das persönliche Empfinden und beschreibt das immer weitere Streben nach einer Vollkaskomentalität. Früher war das recht einfach geregelt: Wenn man etwas nicht aushalten kann, dann sollte man sich davon fernhalten. Wie bereits gesagt ist das Internet nicht für jeden geeignet.

    Im übrigen ist deine Definition von Hatespeech bzw. Hetze viel zu schwammig um für Straftatbestände herzuhalten. Es hat schon Gründe, warum in der Justiz keine Gefühlsthemen verfolgt werden. Jeder empfindet das anders und das macht es zu einem Problem wenn man es bestrafen möchte.

    Da irrst du dich leider sehr, auch wenn du hier Daumen hoch bekommst. Es gibt sehr wohl eine klare strafrechtliche Linie und offizielle Partner*innen des BKA zur Meldung. Das ist ziemlich ernst - ich würde dir nicht empfehlen, es auszutesten. Außerdem: Wo habe ich denn eine Definition gegeben? Schau doch dafür bei Gelegenheit in das Strafgesetzbuch.

    Darüber hinaus: Wenn man "etwas nicht aushalten kann", kann man auch, sofern die Bedingungen erfüllt sind, einfach eine Behörde einschalten, statt das Gesetz des Dschungels zu aktzeptieren. Das halte ich für einen zivilisatorischen Gewinn.

  • Eigentlich solltest Du der hier große Reden von Medienkompetenz hält wissen was Incubus mit Hate Speech gemeint hatte. Aber sollte das nicht der Fall sein, hier eine verkürzte Erläuterung: jegliche Form von Diskriminierung fällt in diesem Bereich.

    Und voran machst Du fest das dass Internet früher - zumindest laut deiner Auffassung - besser war?

    Ich frage mich übrigens wie Du dich als Frau fühlen würdest wenn notgeile Männer dich mit ihren Blicken förmlich ausziehen würden.

  • Es gibt einfach zu viele Leute, denen der Aufenthalt im Internet nicht gut tut, da sie den Kontakt zur Realität verlieren.
    Meiner Schätzung nach wären dies so ca. 80% der Bevölkerung, eher mehr.

    80% sind deine Schätzung, aber hast du reale Zahlen? Schon hier fängt es an dass deine Aussagen rein auf deine persönliche Vermutung und Schätzungen beruhen und leider nicht auf realistische Zahlen und Werte. )':

    Das Internet der frühen Zeit war ein freier Ort der Vielfalt....

    Früher habe ich Diskussionen in Foren geführt....

    Früher gab es Orte an denen sich Leute versammelt haben

    Früher hatte das Internet auch deutliche und nachvollziehbarere Konsequenzen

    Früher, früher, früher...

    Ja, früher war alles besser. :rolleyes: Das war schon immer so. Aber bei solchen Aussagen wird leider immer nur die guten Dinge im Gedächtnis bewahrt und die schlechten ausgeblendet, was dann den Eindruck von "Früher war alles besser" entsteht. Siehe hier:


    Was du bei deinem zurückblickenden Betrachtung des Internets völlig außer acht lässt, sind die Anzahl der Nutzer des Internets 2003 und 2026. Wie viele Leute haben 2003 in Deutschland und auf der ganzen Welt benutzt? Das Internet war noch verhältnismäßig jung, etwas für Nerds und erste Interessierte. Internetanschlüsse (Festnetz!) mussten noch beworben werden. Mobiles Internet gab es noch gar nicht!! Internet außerhalb der Industriestaaten gab es ebenfalls noch gar nicht. Auch gab es noch keine Smartphones die maßgeblich an der Verbreitung beteiligt sind. Weil es "Früher" auch nicht üblich war, dass man ständig einen Fotoapparat und Videokamera dabei zu haben um Dinge sofort posten zu können!

    Also waren die Anzahl der Nutzer des Internets und damit auch die Inhalte im Netz viel geringer und damit war auch der Umgang ganz anders, weil es viel weniger Leute gab die rumpöblen konnten oder wollten.

    Darum kannst nicht "Früher" mit heute vergleichen, weil die Umstände völlig verscheiden sind. Ja, früher war alles besser, weil das Internet nicht von so vielen Menschen wie heute benutzt wurden, weil es keine Smartphones gab mit denen Bilder, Videos und Meinungen ständig und überall ins Netz eingespeist werden können. "Früher" gab es auch keine Sozial Media, welche es ja erst ermöglicht haben "rumzupöbeln".

    Wer war den "Früher" im Internet? Das waren in erste Linie Wissenschaftler, Universitäten und Firmen. Private Anschlüsse waren noch eher selten und noch am Ausbau. Und wenn dann waren es Menschen, die zu Hause ihren ersten Festnetzanschluss für ihren PC hatten. heute kann per Smartphone jedes ohne Probleme ins Netz, egal ob hier in Deutschland der Schüler in der Schule oder der Landwirt in Litauen auf seinem Acker. Was "früher" noch ein Privileg war, weil es kaum Zugänge zum Netz gab weil die Infrastuktur noch gar nicht so ausgebaut war, gilt heute als selbstverständlich. Und darum ist es doch nicht verwunderlich, dass der Umgang im Netz ein ganz anderer ist, weil heute viel mehr Leute sich im Netz tummeln und es Soziale Medien gibt, die dieses erst ermöglichen. Im Gegensatz zu dir, schätze ich nicht die Zahlen, ich schaue nach, hier siehst du, wie sich die Nutzer des Netz in Deutschland entwickelt hat:

    Anteil der Internetnutzer in Deutschland| Statista
    Wie viele Menschen in Deutschland nutzen das Internet? Der Anteil der Internetnutzer in Deutschland ist erneut gestiegen und liegt bei über 90 Prozent.
    de.statista.com

    oder auch:

    Wenn du also wieder wie "Früher" leben möchtest, brauchst du entweder eine Zeitmaschine, oder du musst den technischen Fortschritt wieder zurückdrehen auf den Stand von 2003. Beides ist aber unrealistisch.

    Ja, die Idee des Internets ganz am Anfang war sehr idealistisch und auch naiv. Aber das kann man erst heute so sagen, weil damals (also früher) konnten sich die Leute gar nicht vorstellen, dass sich das Internet einmal so entwickeln könnte, wie es heute ist. Das war einfach unvorstellbar und darum hat man da keine Regularien eingeführt. Das muss man einfach so sehen. Im Nachgang sich hinzustellen und sich darüber zu beschweren ist einfach, löst aber nicht das Problem. Das ist das gleiche, als wenn man heute sagt, "hätte man Hitler in der 30er Jahren gar nicht gewählt, hätte es den Krieg nie gegeben" mag zwar richtig sein, aber das hat man zur damaligen Zeit eben gar nicht so gesehen, erst hinterher weiß man es besser. Jetzt ist es sehr leicht sagen, was man "früher" hätte besser machen können. :rolleyes:

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

    Albert Einstein

    Einmal editiert, zuletzt von DareMo (7. Februar 2026 um 05:07) aus folgendem Grund: Tippfehler korrigiert

  • Stimme optimistic-yuyu zu, dass sich das eher wie ein Blog-Artikel liest.

    Was genau willst du hier diskutieren? Wie von anderen schon angedeutet ist es eine Menge "Ich habe das früher als besser empfunden, weil ich das so sage". Es ist eher ein Rant. Was wären deiner Meinung nach Ansätze, um das Internet wieder "besser" zu machen? Oder geht es dir darum, ob andere das auch so wahrgenommen haben? Soll manchen das Internet einfach verboten werden, wenn sie mir dieser "Freiheit nicht umgehen können"? Müssen Plattformen sich ändern? Wenn ja, wie? Worum genau geht es?

    "Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein"

    Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

  • NoName war schneller als ich.. :wacko:

    Mich würde ebenfalls interessieren, was du Dennis mit diesem Thread erreichen möchtest? Ist das einfach ein Statement von dir oder möchtest du eine ernsthafte Diskussion? Worüber genau? Ist ja nicht so, dass hier irgendwer seine Meinung ändern würde...

    Thou shalt not follow the NULL pointer, for chaos and madness await thee at its end.

    (aus: "The Ten Commandments for C Programmers" von Henry Spencer)

  • Ich versuche stets sachlich zu bleiben, gelingt natürlich nicht immer. und du?

    Die Menschen, die du hier als Rülpser und Denkpechvögel beleidigst, denken das Gleiche über sich und würden das Gleiche über sich sagen. Man könnte also sagen: Du unterscheidest dich gar nicht so sehr von Ihnen wie du gerade denkst.

    Da ich zu den alten Menschen gehöre die schon vor dem Internet (in Deutschland) schon seit Ende der 80er im Fidonet unterwegs waren, und die Anfänge des Internet miterlebt haben, kann ich deinen "Früher war alles Besser" Ausführungen sowieso nicht zustimmen. Beleidigungen und dumme Aussagen gab es von Anfang an. Das Internet war auch von Anfang an ein Hort von Verschwörungstheoretikern. Wenn man es genau nimmt, wurde es sogar von Ihnen erschaffen.

    Außerdem: Wie man von Freiheit reden kann und gleichzeitig fordert, Menschen diese Freiheit zu nehmen, weil sie beim Ausleben ihrer Freiheit angeblich die Freiheit anderer einschränken ist mir unverständlich. Klingt nach der gleichen Argumentation die Autokraten verwenden wenn sie alle, die nicht für sie sind, ausweisen oder wegsperren wollen.

  • Das was du behauptest ist wenn dann eher ein Problem für das persönliche Empfinden und beschreibt das immer weitere Streben nach einer Vollkaskomentalität. Früher war das recht einfach geregelt: Wenn man etwas nicht aushalten kann, dann sollte man sich davon fernhalten. Wie bereits gesagt ist das Internet nicht für jeden geeignet.

    Im übrigen ist deine Definition von Hatespeech bzw. Hetze viel zu schwammig um für Straftatbestände herzuhalten. Es hat schon Gründe, warum in der Justiz keine Gefühlsthemen verfolgt werden. Jeder empfindet das anders und das macht es zu einem Problem wenn man es bestrafen möchte.

    Da irrst du dich leider sehr, auch wenn du hier Daumen hoch bekommst. Es gibt sehr wohl eine klare strafrechtliche Linie und offizielle Partner*innen des BKA zur Meldung. Das ist ziemlich ernst - ich würde dir nicht empfehlen, es auszutesten. Außerdem: Wo habe ich denn eine Definition gegeben? Schau doch dafür bei Gelegenheit in das Strafgesetzbuch.

    Darüber hinaus: Wenn man "etwas nicht aushalten kann", kann man auch, sofern die Bedingungen erfüllt sind, einfach eine Behörde einschalten, statt das Gesetz des Dschungels zu aktzeptieren. Das halte ich für einen zivilisatorischen Gewinn.

    Naja wie soll ich es dir beibringen, nur weil es Behörden gibt, die Informationen sammeln bzw. wo man entsprechend melden kann heißt das noch lange nicht, dass es hier eine Strafbarkeit gibt. Im Endeffekt gibt es keine Paragraphen im StGB für Hatespeech oder Hetze. Es werden maximal Hilfsparagraphen benutzt wie Beleidigung oder ggf. Nötigungsparagraphen. Diese werden aber gerne auf den Zivilklageweg verwiesen weil dort ggf. das öffentliche Interesse verneint wird. Kannst ja mal gucken was dabei rauskommt wenn du deinen Nachbarn wegen Beleidigung oder Nötigung anzeigst.

    Unabhängig davon gibt es ja diese "Aktionstage gegen Hass und Hetze", an denen Hausdurchsuchungen bei Beschuldigten zu entsprechenden Delikten vorgenommen werden. Bei diesen Delikten handelt es sich meistens um zulässige Meinungsäußerungen oder ggf. Beleidigungen gegen Personen des öffentlichen Lebens (Majestätsbeleidigungsparagraph, siehe Habeck Schwachkopf-Fall). Die meisten Fälle, wenn nicht sogar alle, werden vor Gericht dann spätestens in zweiter Instanz kassiert. Allerdings geht es hier darum die Beschuldigten vorab mit einer Hausdurchsuchung und der Beschlagnahme der Tatwerkzeuge (Handy, Laptops, Speichermedien) zu bestrafen. Dies ist eine direkte Aushebelung des Rechtsstaatsprinzips und ist ein Zeichen für totalitäre Strukturen.

    Im Grundsatz heißt das einfach, dass du mit diesen (Straßen)Kampfbegriffen totalitäre Strukturen forderst, förderst und befürwortest.

    Was du allerdings nicht auf dem Schirm haben wirst (wie so viele Forderungen die aus linkslastigen Lagern kommen) ist, dass man diese Strukturen auch gegen sie einsetzen kann (wie bereits passiert im "Pimmelgate"-Fall mit dem Hamburger Innensenator Andreas Grote. Dies kann auch dir entsprechend drohen, wenn sich der Wind politisch dreht.

    Was du hier als "Gesetz des Dschungels" bezeichnest ist die Lächerlichmachung von Eigenverantwortung und Konsequenzen für das eigene Handeln. Die Fragen die hierbei im Raum stehen sind: "Bin ich bereit für mein Handeln die Verantwortung zu übernehmen?" "Bin ich bereit die möglichen negativen Konsequenzen für mein Handeln zu tragen?".
    Es ist natürlich leichter im sinne der Vollkaskomentalität zu hoffen, dass jemand anderes sich darum kümmert.

    Weiterhin steht hier auch die Frage der Diskriminierung im Raum. Es gibt nunmal Menschen die kognitiv nicht in der Lage sind ihre Kritik eloquent oder ggf. nicht Strafrechtsrelevant zu formulieren. Diese Menschen werden durch die Hatespeech-Strukturen gegebenenfalls systematisch diskriminiert und verfolgt. Es gibt ja vorher keine Prüfung, ob der IQ niedrig genug ist um ggf. die Konsequenzen des Handelns abschätzen zu können. Und das ist doch etwas, was man nicht möchte.

    Und voran machst Du fest das dass Internet früher - zumindest laut deiner Auffassung - besser war?

    Das Internet war individueller und vielfältiger. Das Internet bestand größtenteils aus Seiten, die von Inhabern liebevoll gepflegt wurden. Heute gibt es diese Seiten so gut wie nicht mehr. Dazu gab es meistens auf jeder Seite Linklisten, wodurch man mehr entdecken konnte ohne die Steuerung durch Suchmaschinen wie sie heute Stattfindet. SEO gab es nicht. Communitys wie wer-kennt-wen sind verschwunden und somit hat man einen Platz verloren der sich an deutsche Datenschutzgesetze halten musste im Gegensatz zu den Großkonzernen wie Meta, Google oder X. Das sind jetzt nur kleine Beispiele, die Liste der verlorenen Dinge ist noch viel Länger.

    Ich frage mich übrigens wie Du dich als Frau fühlen würdest wenn notgeile Männer dich mit ihren Blicken förmlich ausziehen würden.

    Ich für meinen Teil wäre mir der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Also wäre ich in deinem Beispiel damit einverstanden bzw. könnte damit leben, dass das passiert. Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.

    Im übrigen ist das Internet ein grenzenloser Ort. Was bedeutet: Selbst wenn man hier in Gesetz mit drakonischen Strafen gegossen hätte, dass sowas strafbar ist, heißt das nicht, dass dies grenzenlos gilt. Es gibt ja länder außerhalb der EU, die für diese Belästigungen bekannt sind, dem wird man trotzdem nicht beikommen, egal wie drakonisch man hier bestrafen will. Also hängt es letztendlich wieder an der Eigenverantwortung, die so außer Mode gekommen ist.


    80% sind deine Schätzung, aber hast du reale Zahlen? Schon hier fängt es an dass deine Aussagen rein auf deine persönliche Vermutung und Schätzungen beruhen und leider nicht auf realistische Zahlen und Werte. )':

    Ich hatte nie etwas anderes behauptet, außer dass es meine Schätzung ist. Ich sehe dies trotzdem so, dass es ca. 80% sind die nicht mit dem Internet umgehen können.

    Wer war den "Früher" im Internet? Das waren in erste Linie Wissenschaftler, Universitäten und Firmen. Private Anschlüsse waren noch eher selten und noch am Ausbau.

    Die weltweite Internetnutzung war deutlich höher wie in Deutschland. 2003 (auf das Jahr beziehe ich mich) waren private Internetanschlüsse bei weitem keine Seltenheit. In jedem Laden konnte man sich die AOL-CD holen und hatte mit einem PC mit Modem selbst an einem normalen analogen Festnetzanschluss Internet. Die PCs die damals z.B. bei Aldi verkauft wurden, hatten sogar von vorneherein ein Modem eingebaut. Selbst davor ende der 90er Jahre wurden Modems in Fertigcomputer eingebaut. Dies sieht man noch an alter "Vobis" Werbung. Die massive Verbreitung von Modems fand nach der Privatisierung der Bundepost (Telekom) statt, da die PTZ-Zulassung von Modems entfiel, davor war die eigentlich billige Hardware eine scheissteure Extrawurst. Hier kann ich die Lektüre der "Datenschleuder" des Chaos Computer Clubs aus der Zeit empfehlen (online verfügbar)

    Deine Zahlen vom statistischen Bundesamt unterstützen sogar meine Aussage, dass 80% der Menschen nicht fürs Internet geeignet sind. Ich bezweifle allerdings die brauchbarkeit der Statistik, da die Smartphone-Peaks aus 2008 nicht so deutlich vorkommen.


    Die Menschen, die du hier als Rülpser und Denkpechvögel beleidigst, denken das Gleiche über sich und würden das Gleiche über sich sagen. Man könnte also sagen: Du unterscheidest dich gar nicht so sehr von Ihnen wie du gerade denkst.

    Ach ja, der Klassiker wenn man sonst inhaltlich nichts findet 🤡 Ich weiß du kannst das besser.

    Da ich zu den alten Menschen gehöre die schon vor dem Internet (in Deutschland) schon seit Ende der 80er im Fidonet unterwegs waren, und die Anfänge des Internet miterlebt haben, kann ich deinen "Früher war alles Besser" Ausführungen sowieso nicht zustimmen. Beleidigungen und dumme Aussagen gab es von Anfang an. Das Internet war auch von Anfang an ein Hort von Verschwörungstheoretikern. Wenn man es genau nimmt, wurde es sogar von Ihnen erschaffen.

    Ich interpretiere anhand deiner Aussage, dass du nur einen Teil des Internets gesehen hast. Was ist denn mit den Mailboxen? Sind die auch an dir vorbei gegangen? Ich war damals natürlich zu jung und kann nur aus Berichten von dieser Zeit erkenntnisse gewinnen. Gerade die Mailboxen waren vor den Zeiten der Internetforen der wichtigste Austauschpunkt. Dass das Internet auch damals schon ein Hort für zweifelhafte Dinge war, habe ich nie bezweifelt oder bestritten. Aber damals wusste man schon, dass man nichts glauben sollte was so im Internet steht. Wenn du allerdings nur auf solche Seiten gestoßen bist, dann bist du möglicherweise über die falschen Linkseiten gefallen. Es lag natürlich an einem selbst, welchen Links man folgt und welchen nicht. Je nachdem war das Erlebnis natürlich individueller, ganz im Gegensatz zu heute.

    Außerdem: Wie man von Freiheit reden kann und gleichzeitig fordert, Menschen diese Freiheit zu nehmen, weil sie beim Ausleben ihrer Freiheit angeblich die Freiheit anderer einschränken ist mir unverständlich. Klingt nach der gleichen Argumentation die Autokraten verwenden wenn sie alle, die nicht für sie sind, ausweisen oder wegsperren wollen.

    Ich hatte nie gesagt, dass man den Leuten das Internet wegnehmen sollte sondern nur die Zugriffshürde erhöhen um von vorneherein die auszufiltern die nicht den nötigen Aufwand für die zu erlangende Freiheit aufbringen wollen. Darunter fallen natürlich auch die Vollkaskomentalitätsanhänger.


    Wenn wir es aus gesundheitlichen Aspekten betrachten, dann kann es aber durchaus sinn machen manchen Menschen das Internet "wegzunehmen".

    Drogen (außer Kaffee) sind auch nicht Frei verfügbar weil sie nachweislich Schaden. Dopaminfördernde Benutzungsmuster (Instagram, Tiktok etc) kann man durchaus als eine Art Droge sehen, da sie messbar den Dopaminhaushalt schädigen, mal abgesehen von den psychischen Konsequenzen

    Dein Autokratieargument ist leider im hinblick auf unter anderem deplattformingbestrebungen relativ hinfällig. Ein digitales Beispiel ist hierfür Reddit.

  • Mag eventuell sein das dass Internet in seiner jetzigen Form so seine Probleme hat, aber Du stellst es zu einfach dar. Nehmen wir mal TikTok. An sich ist die Plattform eher neutral, lässt sowohl Linke als auch Rechte TikToker (z.B. DerDara/Ketzer der Neuzeit) zu, solange die sich an die Community Richtlinien halten. Doch eigentlich erklärt dieses Beispiel alleine schon, daß dass Internet heutzutage wesentlich vielfältiger ist. Es gibt heute weitaus mehr Creator, Kunstschafende und andere Person die sich durch das Internet finanzieren - darunter auch Scharlatane aber schwarze Schafe gab es zu jeder Zeit.

    Deine zweite Antwort ist - und das kann ich einfach nicht anders formulieren - extrem Frauenverachtend. Du als Mann kannst dich schlecht hinstellen und behaupten: "Ich wäre mir meines Handels bewusst." Das ist einfach mal eine immens Anmaßung. Vergleichbar damit als würde ich sagen es gibt nur zwei Geschlechter. Damit streitest Du sogar in gewissen Maße ab, das Frauen in der Lage sind vernünftige Entscheidungen zu treffen. Auch ist das Wort Eigenverantwortung in dem von dir genannten Kontext eine Frechheit. Wenn Frauen oder Mädchen von irgendwelchen Assis ungefragt Dick Pics geschickt bekommen, liegt das an der mangelnden Eigenverantwortung der Frauen?

  • Ich für meinen Teil wäre mir der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Also wäre ich in deinem Beispiel damit einverstanden bzw. könnte damit leben, dass das passiert. Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.

    Für mich rutscht das hier ziemlich ins Victim Blaming ab.
    Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Belästigung als etwas dargestellt wird, mit dem man halt rechnen muss und wenn man damit rechnet, soll man es auch hinnehmen. Genau da fängt doch Victim Blaming an. Nur weil jemand Bilder teilt, heißt das noch lange nicht, dass Belästigung okay ist.

    Klar, das Internet ist kein geschützter Raum und man wird nie alles verhindern können. Aber das heißt nicht, dass man deshalb die Erwartungen runterschrauben und alles hinnehmen muss. Statt über das Verhalten der Leute zu sprechen, die Grenzen überschreiten, wird der Fokus plötzlich darauf gelegt, wie vorsichtig andere hätten sein sollen. Das dreht die Verantwortung ziemlich bequem um, finde ich. Zu wissen, dass etwas passieren kann, heißt nicht, dass es passieren sollte oder normal ist.

    Irgendwie sind es oft die Opfer, die aufpassen müssen, während die Täter quasi ungeschoren durchkommen, da stimmt doch was nicht, oder?

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    𝓛𝓮𝓽 𝓽𝓱𝓮 𝓵𝓲𝓽𝓽𝓵𝓮 𝓽𝓱𝓲𝓷𝓰𝓼 𝓲𝓷 𝔂𝓸𝓾𝓻 𝓵𝓲𝓯𝓮 𝓯𝓲𝓵𝓵 𝔂𝓸𝓾𝓻 𝓱𝓮𝓪𝓻𝓽 𝔀𝓲𝓽𝓱 𝓳𝓸𝔂.

  • Ich für meinen Teil wäre mir der Konsequenzen meines Handelns bewusst. Also wäre ich in deinem Beispiel damit einverstanden bzw. könnte damit leben, dass das passiert. Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.

    Für mich rutscht das hier ziemlich ins Victim Blaming ab.
    Am Ende läuft es darauf hinaus, dass Belästigung als etwas dargestellt wird, mit dem man halt rechnen muss und wenn man damit rechnet, soll man es auch hinnehmen. Genau da fängt doch Victim Blaming an. Nur weil jemand Bilder teilt, heißt das noch lange nicht, dass Belästigung okay ist.

    Klar, das Internet ist kein geschützter Raum und man wird nie alles verhindern können. Aber das heißt nicht, dass man deshalb die Erwartungen runterschrauben und alles hinnehmen muss. Statt über das Verhalten der Leute zu sprechen, die Grenzen überschreiten, wird der Fokus plötzlich darauf gelegt, wie vorsichtig andere hätten sein sollen. Das dreht die Verantwortung ziemlich bequem um, finde ich. Zu wissen, dass etwas passieren kann, heißt nicht, dass es passieren sollte oder normal ist.

    Irgendwie sind es oft die Opfer, die aufpassen müssen, während die Täter quasi ungeschoren durchkommen, da stimmt doch was nicht, oder?

    Vielleicht kann Dennis ja nochmal genauer klären wie er das gemeint hat. Ich zumindest lese da erstmal kein Victim Blaming raus, sondern die Feststellung, dass man es -statistisch- mit umso mehr notgeilen Idioten zu tun hat, je mehr man als Frau von sich (im Internet) preisgibt. Das macht das Verhalten dieser Idioten natürlich nicht richtig. Da es mir als Frau, als einzelne Privatperson, aber nicht möglich ist, das Verhalten entsprechender Männer (oder auch allgemein anderer Menschen) zu kontrollieren, muss ich leider mit bestimmten Verhaltensweisen rechnen, aber mit der Option, dagegen vorzugehen bzw mich zu wehren (und das sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall geschehen). Dass Dennis irgendwo schrieb, er wäre zB mit Belästigung "einverstanden", wäre sein eigener vermuteter Umgang. So etwas werte ich nicht als Aufforderung an jede Frau, es genauso zu handhaben. Aber ich bin mal gespannt, ob dazu nochmal eine Erklärung kommt.

  • Erika Mich hat nur Dennis’ Formulierung etwas stutzig gemacht, weil sie bei mir den Eindruck erweckt hat, dass die Schuld in erster Linie auf die Opfer abgewälzt werden soll und an diesem Punkt beginnt für mich Victim Blaming. Gleichzeitig kann es natürlich sein, dass er es anders gemeint hat und nur seine persönliche Haltung beschrieben hat.

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    𝓛𝓮𝓽 𝓽𝓱𝓮 𝓵𝓲𝓽𝓽𝓵𝓮 𝓽𝓱𝓲𝓷𝓰𝓼 𝓲𝓷 𝔂𝓸𝓾𝓻 𝓵𝓲𝓯𝓮 𝓯𝓲𝓵𝓵 𝔂𝓸𝓾𝓻 𝓱𝓮𝓪𝓻𝓽 𝔀𝓲𝓽𝓱 𝓳𝓸𝔂.

  • Naja wie soll ich es dir beibringen, nur weil es Behörden gibt, die Informationen sammeln bzw. wo man entsprechend melden kann heißt das noch lange nicht, dass es hier eine Strafbarkeit gibt. Im Endeffekt gibt es keine Paragraphen im StGB für Hatespeech oder Hetze. Es werden maximal Hilfsparagraphen benutzt wie Beleidigung oder ggf. Nötigungsparagraphen. Diese werden aber gerne auf den Zivilklageweg verwiesen weil dort ggf. das öffentliche Interesse verneint wird. Kannst ja mal gucken was dabei rauskommt wenn du deinen Nachbarn wegen Beleidigung oder Nötigung anzeigst.

    Ich verweise einfach mal auf die Website des BKA: https://www.bka.de/DE/KontaktAufn…ahlen_node.html
    Da steht auch, welche Straftaten dafür eine Rolle spielen. Außerdem kriegst du hier einige weitere Fakten an die Hand.

    Im Grundsatz heißt das einfach, dass du mit diesen (Straßen)Kampfbegriffen totalitäre Strukturen forderst, förderst und befürwortest.

    Indem ich ein respektvolles Miteinander im Internet ohne Hass fordere, dass sich innerhalb der Rahmenbedingungen des Gesetzes bewegt, fördere und befürworte ich also totalitäre Strukturen? Das klingt für mich wie eine verfassungs- und demkoratiefeindliche Aussage.

    Es gibt nunmal Menschen die kognitiv nicht in der Lage sind ihre Kritik eloquent oder ggf. nicht Strafrechtsrelevant zu formulieren. Diese Menschen werden durch die Hatespeech-Strukturen gegebenenfalls systematisch diskriminiert und verfolgt. Es gibt ja vorher keine Prüfung, ob der IQ niedrig genug ist um ggf. die Konsequenzen des Handelns abschätzen zu können. Und das ist doch etwas, was man nicht möchte.

    Das hat mich jetzt wirklich zum lachen und nachdenken gebracht, Hut ab. Ich freue mich schon darauf, davon anderen zu erzählen. Jetzt hast du doch echt im Handumdrehen Generationen der politischen Theorie und Strafrechtsphilosophie auf den Kopf gestellt. Dass daran noch keiner vorher gedacht hat? Das ist immer ein gutes Zeichen.

  • Majestätsbeleidigungsparagraph, siehe Habeck Schwachkopf-Fall

    Der wurde doch bereits 2017 abgeschafft. Und seit wann können Minister eine Hausdurchsuchung anordnen?


    Und ist es nicht irgendwie seltsam dass ausgerechnet die Netzwerke, die sich groß "Free Speech" auf die Fahne schreiben (Gab, Parler, X) immer voll mit irgendwelchen rechten Gesocks und Verschwörungspfeifen sind?

    Jedes blubberblasenblasende Blubberblasenbaby wird brutal und bis zur Besinnungslosigkeit durch die Bar geboxt.

  • Was du bei deinem zurückblickenden Betrachtung des Internets völlig außer acht lässt, sind die Anzahl der Nutzer des Internets 2003 und 2026. [...] Das Internet war noch verhältnismäßig jung, etwas für Nerds und erste Interessierte. [...] Auch gab es noch keine Smartphones die maßgeblich an der Verbreitung beteiligt sind.

    Also waren die Anzahl der Nutzer des Internets und damit auch die Inhalte im Netz viel geringer und damit war auch der Umgang ganz anders, weil es viel weniger Leute gab die rumpöblen konnten oder wollten.

    [...] Ja, früher war alles besser, weil das Internet nicht von so vielen Menschen wie heute benutzt wurde [...]

    Wer war den "Früher" im Internet? Das waren in erste Linie Wissenschaftler, Universitäten und Firmen. Private Anschlüsse waren noch eher selten und noch am Ausbau. Und wenn dann waren es Menschen, die zu Hause ihren ersten Festnetzanschluss für ihren PC hatten. heute kann per Smartphone jedes ohne Probleme ins Netz, egal ob hier in Deutschland der Schüler in der Schule oder der Landwirt in Litauen auf seinem Acker.

    Das war sicherlich nicht deine Intention, aber der Paragraph klingt ein wenig nach "Das Internet ging den Bach runter, als der Pöbel mit dazu kam".
    Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das zwangsläufig das Problem war, oder ob die Enshittification des Internets (und da stimme ich Dennis zu, die existiert definitiv) nicht auf die Profitgier von kapitalistischen Großkonzernen zurückzuführen ist.

    Ja, Social Media ist schlecht. Aber liegt das am Konzept von Social Media, oder liegt es daran, dass die Konzerne hinter den Plattformen mehr Geld an den Nutzern verdienen, wenn sie an ihren Bildschirmen kleben und sich mit anderen Menschen streiten, statt nur kurz in fünf Minuten die neusten Fotos ihrer Freunde zu betrachten?

    Das Internet war auch von Anfang an ein Hort von Verschwörungstheoretikern. Wenn man es genau nimmt, wurde es sogar von Ihnen erschaffen.

    Wobei man sich fairerweise nach den jüngsten Ereignissen nicht zu sehr über Verschwörungstheoretiker lustig machen sollte... :sweatdrop:

    Anfang der 2000er waren Frauen im Internet tatsächlich äußerst Vorsichtig mit dem Austausch und verteilen von Bildern, weil man quasi überall gewarnt wurde, welche Konsequenzen das haben kann. Heute will man diese Konsequenzen nicht mehr wahrnehmen bzw. schiebt die Schuld und die Verantwortung an andere ab.

    Der Punkt wurde ja bereits mehrfach angesprochen, dennoch: Ich denke nicht, dass eine Umgebung erstrebenswert ist, in der Frauen einfach vorsichtig sein müssen, nur weil sie Frauen sind. Das hat auch nicht mit Schuld und Verantwortung abschieben zu tun. Schuld an Belästigung sind in der Regel nicht die Belästigten. Und klar, jeder sollte darüber nachdenken was und wie viel er von sich im Internet preisgibt, aber auch hier: Ich finde es durchaus erstrebenswert, wenn wir es schaffen als Gesellschaft dafür zu sorgen, dass Frauen hier nicht mehr aufpassen müssen als Männer, nur weil sie Frauen sind.

    Drogen (außer Kaffee) sind auch nicht Frei verfügbar weil sie nachweislich Schaden. Dopaminfördernde Benutzungsmuster (Instagram, Tiktok etc) kann man durchaus als eine Art Droge sehen, da sie messbar den Dopaminhaushalt schädigen, mal abgesehen von den psychischen Konsequenzen

    Das finde ich einen guten Punkt. Gerade im Jugendschutz wird Social Media, zumindest in der aktuellen Form, deutlich unterschätzt.
    Die Konzerne hinter Social Media nutzen ja ganz bewusst psychologische Effekte aus, um die Nutzer abhängig zu machen. Die durch Social Media (und Short Form Content) hervorgerufene Dopaminsucht als Droge einzuordnen und hier vergleichbare Jugendschutzmaßnahmen wie bei bspw. Alkohol oder Nikotin einzuführen halte ich definitiv für sinnvoll.

    Und seit wann können Minister eine Hausdurchsuchung anordnen?

    Zumindest munkelt man, dass Innensenatoren dazu in der Lage sind. Sollten Minister nicht noch weitreichendere Möglichkeiten als 1 Pimmel haben?

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    Jack of all trades, master of none.